Der Sender habe seine Aussagen vor der Jury verdreht, sagt der 24 Jahre alte Dany aus Solingen.

Dany Robert Hunselar überzeugte die Jury bei seinem Casting-Auftritt nicht. (Screenshot: Mohr/Glintkamp)
Dany Robert Hunselar überzeugte die Jury bei seinem Casting-Auftritt nicht. (Screenshot: Mohr/Glintkamp)

Dany Robert Hunselar überzeugte die Jury bei seinem Casting-Auftritt nicht. (Screenshot: Mohr/Glintkamp)

Dany Robert Hunselar überzeugte die Jury bei seinem Casting-Auftritt nicht. (Screenshot: Mohr/Glintkamp)

Solingen/Köln. "Ein bisschen Spaß muss sein" von Roberto Blanco sang Dany Robert Hunselar vor der Jury von "Deutschland sucht den Superstar". Doch der Spaß ist dem 24-jährigen Solinger mittlerweile vergangen: Sein wenig ruhmreicher Auftritt wurde am Samstag in der RTL-Show ausgestrahlt - und das in einer Art und Weise, die seine Aussagen verdreht habe. "RTL hat mich völlig veralbert", sagt Dany.

Traumberuf Schauspieler, nicht "Nacktputze in einer Peepshow"

Seine Mutter Heidrun Hunselar kritisierte die Sendung im Online-Forum unserer Zeitung: Jeder Kandidat wisse, dass er harte Sprüche von Dieter Bohlen zu erwarten habe, "man weiß aber nicht, dass RTL es so zusammenschneidet, dass man hinterher etwas sagt, was man in Wahrheit gar nicht so gesagt hat."

Konkret geht es um eine Szene, in der Bohlen Dany nach seinem Berufswunsch fragt. Gezeigt wird folgende Antwort: "Mein Berufswunsch ist ja eigentlich..." - Schnitt auf die Jury - "...Nacktputze in einer Peepshow." Dany behauptet aber, er habe gesagt, sein Berufswunsch sei Schauspieler. Sonst ende er nachher noch als "Nacktputze in einer Peepshow" - ein Zitat aus dem Bohlen-Comic "Dieter - der Film", in dem Bohlens Vater seinen Sohn zu harter Arbeit ermahnt, damit dieser am Ende nicht als Nacktputze in einer Peepshow landet.

Es gehört zum Konzept von "DSDS", dass zur Belustigung skurrile Kandidaten gezeigt werden, die kaum einen Ton treffen. Wenn der Sender aber Aussagen sinnentstellend zusammenschneidet oder gar ins Gegenteil verkehrt, um sie möglichst "witzig" wirken zu lassen, wäre das eine neue Qualität, die jeden Respekt und jede Fairness vermissen ließe.

"Da einige Kandidaten sehr lange vor der Jury stehen, müssen einige Castings aus zeitlichen Gründen und aus Gründen der Verständlichkeit gekürzt werden", sagt RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer dazu. Im konkreten Fall erinnere sich Dany aber leider falsch, sagt sie. Den tatsächlichen Wortlaut des Gesprächs vor der Jury teilte der Sender jedoch auch auf Nachfrage nicht mit.

In der vorherigen Staffel war ein 17-Jähriger beim Casting nach einem schlechten Jury-Urteil weinend zu Boden gefallen.

"Hämische Inszenierung" der weniger talentierten Kandidaten warf die Kommission für Jugendmedienschutz RTL vor.

Dany bleibt bei seiner Darstellung: RTL habe ihn zum Affen gemacht, schreibt er auf seiner MySpace-Seite. Aus Neugier und um mal zu schauen, ob es mit der Musik klappt, hatte sich der 24-Jährige bei DSDS beworben, sagt er. Eine Arbeitsstelle hat der Solinger zurzeit nicht, nach seinem Hauptschulabschluss schlug er sich mit Gelegenheitsjobs durch.

Dass sein Auftreten nichts mit den üblichen Vorstellungen von einem Superstar zu tun hat, ist auch Dany klar. "Sie haben Recht", sagte er zu Dieter Bohlen, nachdem dieser seine Stimme kritisiert hatte. Durchaus naiv will er jetzt aber auch ein Angebot, als "Stargast" in einer Disco aufzutreten, annehmen. "Das kann man ja mal probieren", sagt er. Offenbar soll er weiter als Clown vermarktet werden - und der Reiz, doch noch ein wenig Ruhm zu erlangen, ist für Dany wohl zu groß, um dem zu widerstehen.

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