Interview: Soulsängerin Joss Stone ist sehr erfolgreich, mag es aber bodenständig: Lieber Garten und Hund statt Shopping.

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Joss Stone: „Ich mache ein bisschen Lärm, der den Leuten gefällt.“

Joss Stone: „Ich mache ein bisschen Lärm, der den Leuten gefällt.“

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Joss Stone: „Ich mache ein bisschen Lärm, der den Leuten gefällt.“

Frau Stone, Sie sind mit 16 Jahren ins Musikgeschäft eingestiegen. Heute sind Sie 22. Wie hat sich Ihr Leben verändert?

Joss Stone: Ich habe herausbekommen, wie die Dinge laufen. Mit 16 hatte ich keine Ahnung. Ich wusste schon immer, was ich mag. Aber wie man daraus einen Song macht und wie man eine Band führt, wusste ich nicht. Jetzt mit 22 habe ich als Musikerin meinen eigenen Weg gefunden. Ich habe meinen Job im Griff. Außerdem bin ich selbstbewusster geworden und versuche nicht, es jedem recht zu machen.

Die britische Presse kritisiert, ihnen fehle die Bindung zu Ihrem Land und Sie orientierten sich zu sehr an den USA.

Stone: Das ist alles Quatsch. Ich habe England nie verlassen und lebe dort noch immer in meinem kleinen Dorf. Ich könnte nicht lange woanders leben. Es ist schön, nach Hause zu kommen und eine vertraute Umgebung zu haben. Ich liebe dort vor allem meinen großen Garten und die frische Luft.

Nehmen Sie selbst Hacke und Schaufel in die Hand?

Die britische Soulsängerin, die mit bürgerlichem Namen Joscelyn Eve Stoker heißt, wurde 1987 in Dover geboren und startete bereits mit 16 Jahren ihre Musikkarriere. Sie erhielt zwei Brit-Awards und war dreimal für Grammys nominiert. Sie ist schon mit Stevie Wonder, Gladys Night und Robbie Williams aufgetreten.

Mit "Colour Me Free" hat Joss Stone gerade ihr viertes Studioalbum herausgebracht.

Stone: Natürlich, warum nicht? Allerdings ist das Anwesen ziemlich groß. Zum Glück gibt es eine Nachbarin, die für den Garten da ist, wenn ich unterwegs bin. Ich habe, bevor Sie mir Ihre Hilfe angeboten hat, selbst Tomaten und Paprika angepflanzt und war ziemlich überrascht, wie das Gemüsebeet ausgesehen hat, als ich nach anderthalb Monaten wieder zurückgekommen bin.

Sie haben neun Millionen Alben verkauft und werden mit Aretha Franklin verglichen. Trotzdem mögen Sie nicht, wenn man Sie Star nennt.

Stone: Einfach deshalb, weil ich kein Star bin. Ich mache ein bisschen Lärm, der den Leuten gefällt. Das ist mein Job, mehr nicht. Natürlich habe ich eine gewisse Bekanntheit erreicht, aber das ändert nichts. Es geht doch nur um die Musik und nicht darum, was ich mit meinen Haaren mache oder was sich bei mir zu Hause abspielt.

Vor zwei Jahren wurde aber viel über Ihre damals bunten Haare diskutiert. Wie wichtig ist es für Sie, gut auszusehen?

Stone: Ich bin ein Mädchen, und natürlich liebe ich es, mal meine Haare zu verändern. Aber ich mache mir nicht groß Gedanken, wie ich aussehe, das ist mir einfach nicht wichtig genug. Ich will keine Mode-Ikone sein und verstehe auch nicht, warum man ständig darüber reden muss. Da muss es den Leuten schon ziemlich langweilig sein.

Und wie lange brauchen Sie morgens im Bad?

Stone: An einem normalen Tag maximal zehn Minuten. Gesicht waschen, Haare richten - viel mehr mache ich ja nicht im Bad.

Mögen Sie denn wenigstens Shopping-Touren?

Stone: Nein, nicht besonders. Ich bin da ziemlich pragmatisch und kaufe nur das ein, was ich privat oder für einen Auftritt brauche.

Sie setzen sich für den Tierschutz ein. Sind Sie deshalb auch Vegetarierin?

Stone: Die Tiere haben sich uns gegenüber ja nicht falsch verhalten. Warum müssen wir sie einfach umbringen oder quälen? Deshalb macht es Sinn, sich für den Tierschutz einzusetzen. Dass ich Vegetarierin bin, hat sich aber eher so ergeben, da steckt keine große Ideologie dahinter. Ich predige nicht, dass man fleischlos leben soll.

Haben Sie Haustiere?

Stone: Missie, einen Rottweiler. Die haben ja einen sehr schlechten Ruf und gelten als ziemlich gefährlich. Das kann ich nicht verstehen. Missie ist so gutmütig und lieb. Wenn wir auf Tour sind, darf sie immer im Bus mitfahren.

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