Sergius Buckmeier (27) aus Düsseldorf über seine Titelrolle als Mörder Erwin Hagedorn.

interview
Schauspieler Sergius Buckmeier lebt heute in Düsseldorf.

Schauspieler Sergius Buckmeier lebt heute in Düsseldorf.

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Schauspieler Sergius Buckmeier lebt heute in Düsseldorf.

Düsseldorf. Sergius Buckmeier (27) spielt am Mittwoch in „Mord in Eberswalde – Der Fall Hagedorn“ (ARD, 20.15 Uhr) den Kindermörder Erwin Hagedorn. Er tötete in den 70er Jahren in der DDR Kinder und wurde hingerichtet. Es war das letzte zivile Todesurteil, das in Ostdeutschland vollstreckt wurde. Gedreht wurde der Film unter anderem in Solingen.

Herr Buckmeier, Sie spielen den Erwin Hagedorn. Was fasziniert Sie an der Rolle?

Sergius Buckmeier: Als ich das Drehbuch gelesen habe, wusste ich sofort, dass ich das machen will. Die Person Hagedorn hat mich einfach fasziniert. Sein ganzes Verhalten, seine Sprache: Er spricht nämlich sehr monoton und emotionslos.

Wie haben Sie sich darauf vorbereitet, Hagedorn zu spielen?

Buckmeier: Ich habe psychologische Analysen von Mördern gelesen. Es gibt außerdem von dem echten Erwin Hagedorn eine Dokumentation, bei der er alle Schauplätze besucht und die Taten nachgestellt hat. Das habe ich mir angesehen. Ich wollte sehen, wie er sich verhält, habe aber nicht versucht, ihn zu kopieren.

Buckmeier (geb. 16. September 1985) wuchs in Nürnberg auf. 2003 absolvierte er eine Schauspielausbildung. Er hatte Engagements an Theatern. Zudem war er in TV-Serien wie „Notruf Hafenkante“ zu sehen.
 

Und Sie haben keine Sekunde gezögert, einen Kindermörder zu spielen?

Buckmeier: Ich verlasse mich da immer auf mein Bauchgefühl. Meine Eltern sehen mich natürlich nicht so gern als Kindermörder. Meine Mutter meinte nur: „Kannst du nicht mal was Normales spielen?“

Haben Sie denn immer ungewöhnliche Rollen?

Buckmeier: Ich komme ursprünglich vom Theater, und da spiele ich immer gute Menschen. Ich kann auch nett. Aber im Fernsehen und im Kino habe ich noch nie etwas Lustiges gespielt. Im Kinofilm „Sommer spüren“ war ich zum Beispiel ein körperlich und geistig Behinderter. Meine Rollen haben immer gewisse Defizite. Ich mag diese Problemrollen aber gern.

Was glauben Sie, warum Ihnen solche Rollen angeboten werden?

Buckmeier: Ich bin vielleicht nicht der Schönling, Typ Traumschwiegersohn. Aber ich finde es toll, dass ich bis jetzt anspruchsvolle und außergewöhnliche Rollen angeboten bekomme. Man muss sich in jeden Charakter neu einarbeiten.

Ist das das Beste an dem Beruf?

Buckmeier: Mich interessieren Menschen. Ich verkörpere gern verschiedene Charaktere. Schon als Kind habe ich Drehbücher geschrieben, sie aufgenommen und im Familienkreis aufgeführt.

Ihnen war also früh klar, dass Sie Schauspieler werden?

Buckmeier: Zwischenzeitlich wollte ich Frauenarzt werden. Als ich aber merkte, dass das ein langes Studium würde, hatte sich die Idee erledigt. Ich bin sehr ungeduldig und will alles schnell haben. Ich habe schon immer viel Kindertheater gespielt und mich entschieden, an die Schauspielschule in München zu gehen.

Wäre es Ihren Eltern denn lieber, Sie wären doch Arzt geworden?

Buckmeier: Ich habe meine Eltern vor vollendete Tatsachen gestellt. Aber sie sind froh, dass ich arbeite. Unsicherheit ist immer da. Aber ich musste noch nicht unter der Brücke schlafen. (lacht)

Seit kurzem ist das Rheinland Ihr Zuhause. Gefällt es Ihnen?

Buckmeier: Seit März wohne ich hier. Ich brauchte eine Veränderung. Ich finde, dass Düsseldorf genauso schön und sauber wie München ist. Besonders gut haben mir die Schiffe auf dem Rhein im Sommer gefallen. Da habe ich mich wie im Urlaub gefühlt.

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