Roger Whittaker verrät, was er mit seinem Heimatland Kenia verbindet und warum er gern nach Deutschland kommt.

Roger Whittaker kehrt für einen Film in sein Heimatland Kenia zurück. Im Februar und März ist er in Deutschland auf Tournee.
Roger Whittaker kehrt für einen Film in sein Heimatland Kenia zurück. Im Februar und März ist er in Deutschland auf Tournee.

Roger Whittaker kehrt für einen Film in sein Heimatland Kenia zurück. Im Februar und März ist er in Deutschland auf Tournee.

Roger Whittaker kehrt für einen Film in sein Heimatland Kenia zurück. Im Februar und März ist er in Deutschland auf Tournee.

WZ: Herr Whittaker, in einem Ihrer neuen Lieder singen Sie von "Kindern mit weißen Haaren". Wie viel Kind steckt noch in Ihnen?

Roger Whittaker: Ich hoffe doch sehr viel. Ich bin jung geblieben und habe viel mit Kindern und jungen Leuten zu tun. Es ist wichtig, offen zu bleiben für Neues und sich darüber freuen zu können. Das ist bei mir glücklicherweise der Fall.

Sie unterstützen Kinder in Kenia, dem Land, in dem Sie geboren wurden, in dem aber auch Ihr Vater von Einbrechern ermordet wurde. Wie würden Sie Ihre Beziehung zur alten Heimat beschreiben?

Whittaker: Ich liebe dieses Land und habe mich immer dafür eingesetzt. Sei es bei Werbefilmen für Touristen oder bei der finanziellen Unterstützung des kenianischen Olympiateams. Verlassen habe ich das Land, weil ich studieren wollte und das in England besser ging. Nach dem Tod meines Vaters habe ich auch meine Mutter hierher geholt. Aber ich hege keinen Groll gegen Kenia, ich habe noch viele Freunde da.

Seit dem Tod Ihres Vaters 1989 haben Sie Kenia aber nicht wieder betreten.

Whittaker: Nein, das hat sich nicht ergeben. Meine Mutter war hier und die Freunde kamen nach England, um mich zu sehen. Jetzt werde ich allerdings nach Kenia reisen, um dort den zweiten Teil eines Films zu drehen.

Wenn eines Ihrer Kinder oder einer Ihrer Enkel in Kenia leben möchte, würden Sie da zustimmen?

Whittaker: Wenn mein Enkel mich fragt, ob wir dort auf Safari gehen können, sitzen wir morgen schon im Flieger. Von einem Leben in Kenia würde ich aber derzeit abraten, weil junge Leute dort keine Perspektive haben. Leider fehlt es an Bildung und das macht das eigentlich wunderbare Land so arm und anfällig für Krisen. Mein Engagement für Kinder in Kenia versucht diese Situation nachhaltig zu verändern. Denn Bildung ist die einzige Chance, die Afrika hat. Die Leute sterben dort zum Beispiel an Cholera, weil ausgebildete Ärzte im Land fehlen. Das ist schrecklich.

Sie sind in der ganzen Welt unterwegs. Deutschland nimmt aber eine besondere Rolle ein.

Whittaker wurde 1936 in Nairobi geboren. Dort arbeitete er als Lehrer, bevor er in Wales ein Studium der Biochemie und Meeresbiologie aufnahm. Seine Karriere als Musiker begann er Ende der 1960er Jahre. Der heute 72-Jährige hat 50 Millionen Platten verkauft.

Es gibt noch Karten für die Konzerte am 1. Februar in Krefeld (KönigPalast) und am 21.März in der Kölnarena.

Whittaker: Ich bin hier 1976 das erste Mal aufgetreten und habe später auch deutsche Texte für mich schreiben lassen. Die deutschen Fans lieben Musik und in Deutschland gibt es, anders als in Großbritannien, auch noch Fernsehsendungen, die Plattformen für Künstler wie mich bieten. In England wurde sogar "Top of the Pops" abgeschafft, weil das einfach niemand mehr sehen wollte. Das ist hier zum Glück anders. Nur Casting-Shows wie "Deutschland sucht den Superstar" mag ich nicht, weil dort junge Leute, die noch nicht genug Erfahrung für das Showgeschäft haben, fertiggemacht und verletzt werden.

Sie singen zwar auf Deutsch, aber sprechen diese Sprache eher selten. Warum?

Whittaker: Ich mag Fremdsprachen und spreche zum Beispiel auch Französisch. Aber Deutsch ist mir einfach etwas zu schwer.

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