Willem-Alexander und seine Frau kaufen eine Ranch in Argentinien – sehr günstig, findet der Makler.

Das künftige Königspaar Willem-Alexander und Máxima verärgert die Bevölkerung.
Das künftige Königspaar Willem-Alexander und Máxima verärgert die Bevölkerung.

Das künftige Königspaar Willem-Alexander und Máxima verärgert die Bevölkerung.

dpa

Das künftige Königspaar Willem-Alexander und Máxima verärgert die Bevölkerung.

Amsterdam. Einst wurde Willem-Alexander als biertrinkender "Prins Pilsje" verspottet. Dann erlebte man ihn als ernsthaften UN-Experten für Wasser- und Umweltschutz. Schon lange wird er an europäischen Höfen um seine elegante Prinzessin Máxima beneidet. Jetzt sind der Thronfolger der kleinen Niederlande und seine argentinische Frau endgültig in die Spitzengruppe der internationalen Adels-Prominenz vorgestoßen. Nicht alle Holländer sind begeistert.

Die Ranch mit 1500 Hektor Land hat eine Million Euro gekostet

Denn nach einer Luxus-Villa in Mosambik hat der künftige König sich nun eine malerisch gelegene Ranch in Südamerika zugelegt - offenbar im Umfeld seiner Reise in die Antarktis, mit der er auf die Folgen der Erderwärmung aufmerksam machen wollte. Die Ranch "La Estancia Pipilcura" am Fuße der Anden in der argentinischen Heimat von Máxima sei wirklich für "einen Apfel und ein Ei" weggegangen, beteuerte der Makler Federico Bernhard van Ditmar in der Zeitung "de Volkskrant". Eine Million Euro - was ist das schon für ein 1500 Hektar großes Anwesen am romantischen Fluss Rio Pichi Leufu mit Blick auf schneebedeckte Berge unweit des Wintersport-Ortes San Carlos de Bariloche?

Dumm war nur, dass die Nachricht vom Ankauf eines zweiten exotischen "Traumschlosses" den Untertanen ausgerechnet an jenem Tag präsentiert wurde, an dem das staatliche Amt für Statistik die neuesten Wirtschaftsdaten bekannt gab: Produktion und Export sind weiter gesunken, das Königreich der Niederlande steckt nun auch offiziell mitten in einer Rezession. Zehntausende von Jobs sind in Gefahr. Da bekommt mancher angesichts des Immobilien-Shoppings des Thronfolgers einen dicken Hals.

"Na, klar", sagt der Abgeordnete Ronald van Raak von der Sozialistischen Partei ironisch, "ich gönne doch jedem von uns eine Villa in Patagonien." Alexander Pechtold von der linksliberalen Partei Democraten 66 meint: "Das ist ungeschickt in einer Zeit, in der viele um ihre Hauskredite bangen."

Wohl auch, um erneuten Diskussionen über die Finanzierung der königlichen Familie zuvorzukommen, versicherte das staatliche Presseamt: Nicht ein einziger Steuer-Cent sei in den Ranch-Kauf des Thronfolgers geflossen. Ansonsten mache man zu Investitionen des Prinzen grundsätzlich keine Angaben: "Das ist Privatsache."

Willem-Alexander und Máxima hatten erst im Oktober für Ärger gesorgt, weil die niederländischen Steuerzahler die Kosten für die Sicherheit des Paares und seiner drei Töchter bei Aufenthalten in dessen Luxusvilla in Mosambik bezahlen sollen. Das Strandhaus muss das ganze Jahr bewacht werden, Vorkehrungen für medizinische Notversorgung und eventuelle dringende Heimflüge sind nötig. Geprüft wird noch, ob in der Nähe eine Fregatte kreuzen soll.

So ähnlich sehen das wohl auch andere Prominente, zu deren Nachbarn Willem-Alexander und Máxima gehören werden. Diskretion wird in der schönen Ranch-Region in der Provinz Rio Negro groß geschrieben. Etliche Milliardäre besitzen dort Anwesen, von der italienischen Modemacher-Familie Benetton bis hin zum US-Medienmagnaten Ted Turner.

In bester Jetset-Gesellschaft befinden sich die holländisch- argentinischen Royals auch, wenn sie künftig ihr Refugium am Indischen Ozean aufsuchen. Zu den "europäischen Freunden" des Paares, die sich in die noch im Bau befindliche Villenanlage in Mosambik eingekauft haben, gehören nach Angaben der Zeitung "De Telegraaf" auch der belgische Kronprinz Philippe und dessen Frau Mathilde sowie der spanische Thronfolger Felipe.

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