Paul Frielinghaus ist heute zum 100. Mal als Dr. Lessing in der TV-Serie „Ein Fall für zwei“ zu sehen.

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Paul Frielinghaus (r.): "Ohne Matula geht nix."

Paul Frielinghaus (r.): "Ohne Matula geht nix."

dpa

Paul Frielinghaus (r.): "Ohne Matula geht nix."

Berlin. So lange wie er hat es keiner mit dem guten alten Matula ausgehalten: Seit rund zehn Jahren spielt Paul Frielinghaus im TV-Dauerbrenner "Ein Fall für zwei" den Anwalt Markus Lessing an der Seite von Claus Theo Gärtner. Heute (20.15 Uhr, ZDF) feiert Frielinghaus den 100. Einsatz.

Herr Frielinghaus, sind Sie denn stärker an juristischen Themen interessiert, seit Sie den Anwalt spielen?

Frielinghaus: Natürlich. Ich habe mich in den zehn Jahren, in denen ich das jetzt mache, immer wieder mit echten Anwälten unterhalten, um zu verstehen, wie die ticken und was dieser Beruf mit ihnen macht. Ich lese in Zeitungen alles über Kriminalfälle oder Prozesse, würde mir aber nie anmaßen, mich zu rechtlichen Sachverhalten dezidiert zu äußern. Ich bin Schauspieler, kein Jurist.

Werden Sie denn auf der Straße von Zuschauern, die Sie erkennen, schon mal um juristischen Rat gebeten?

Frielinghaus: Nein, zum Glück nicht. Aber den ein oder anderen Spruch muss ich mir schon anhören. So nach dem Motto: "Ich ruf Sie an, wenn ich ein Problem habe."

Haben Sie selbst schon mal einen Anwalt gebraucht?

Frielinghaus: Ja, das ist schon eine Weile her, da hat mir ein Anwalt vom Berliner Mieterverein sehr dabei geholfen, eine Wuchermiete zu senken. Das hätte Dr. Lessing nicht besser machen können.

Dr. Lessing und Privatdetektiv Matula sind auch privat befreundet. Wie ist das mit Matula-Darsteller Gärtner und Ihnen?

Frielinghaus: Ich kann schon sagen, dass Claus Theo Gärtner ein richtiger Freund von mir geworden ist. Wir verstehen uns sehr gut, haben schon zusammen Urlaub gemacht, feiern unsere Geburtstage gemeinsam und gehen auch mal ein oder zwei Bierchen miteinander trinken.

Das gibt bestimmt ein großes Hallo, wenn Sie gemeinsam in einer Kneipe aufschlagen, oder?

Paul Frielinghaus, geboren am 14. Dezember 1959, wurde in den 1990er Jahren mit der Vorabendserie "Nicht von schlechten Eltern" bekannt. Der Schauspieler lebt mit seiner Familie in Berlin.

Bevor Frielinghaus die Rolle übernahm, hatte der von Claus Theo Gärtner gespielte Matula bereits drei Anwälte verschlissen, gespielt von Günter Strack, Rainer Hunold und Mathias Herrmann.

Frielinghaus: Ja klar, wobei es da Unterschiede gibt: Wenn wir in Berlin miteinander ausgehen, nimmt davon kaum jemand Notiz, die Berliner sind da schon sehr cool. Das ist in der Provinz natürlich ganz anders, aber das freut einen ja auch.

Nervt es Sie denn manchmal, dass Sie in "Ein Fall für zwei" nur die zweite Geige spielen? Der große Star ist ja Claus Theo Gärtner als Matula.

Frielinghaus: Zugegeben, am Anfang hat mich das ein bisschen gewurmt. Komisch ist auch, wenn man über viele Jahre den Spruch zu hören kriegt: "Sie sind doch der neue Anwalt vom Matula". Mittlerweile hat sich das aber gelegt, immerhin bin ich der Anwalt, der am längsten an der Seite Matulas zu sehen war. Matula ist seit dem Start der Reihe vor fast 30 Jahren dabei und hat sich in die Herzen der Zuschauer gespielt. Er ist ja auch die bodenständigere, nahbarere Figur als der Anwalt. Er ist populärer, damit habe ich kein Problem.

Würde es Sie nicht reizen, die Krawatte mal abzulegen und mal den Kumpeltypen mit Lederjacke zu spielen?

Frielinghaus: Woanders gerne, aber nicht in "Ein Fall für zwei". Ich würde mir wünschen, dass Dr. Lessing mehr Momente bekommt, in denen er über sich selbst hinauswächst und auch mal an der Regenrinne runterklettert. Ein bisschen mehr James Bond - das wäre schon reizvoll.

Claus Theo Gärtner geht so langsam auf die 70 zu. Könnten Sie sich vorstellen, auch mit einem anderen Privatdetektiv weiterzumachen, wenn er mal die Brocken hinschmeißt?

Frielinghaus: Nein, das würde ich nicht für sinnvoll halten - ohne Matula geht gar nix. Aber weder Claus Theo Gärtner noch ich denken derzeit ans Aufhören. Wir sagen seit langem schon, dass wir das nur noch zwei, drei Jahre machen - und dann geht es trotzdem immer weiter.

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