Interview: Oliver Pocher hat Vertrauen in sich und seine neue Sendung sowie ein prima Verhältnis zu Harald Schmidt.

wza_419x450_565385.jpg
Oliver Pocher: Die Gesten für die große Show hat er drauf.

Oliver Pocher: Die Gesten für die große Show hat er drauf.

dpa

Oliver Pocher: Die Gesten für die große Show hat er drauf.

Herr Pocher, morgen hat Ihre Soloshow auf Sat.1 Premiere. Wie groß ist Ihre Angst vor einem Misserfolg?

Pocher: Da hab ich gar keine Angst, ich habe ein zu großes Grundvertrauen in mich selber. Von mir ist bisher Gott sei Dank noch nie eine Sendung abgesetzt worden, das soll auch bei dieser Show so bleiben.

Bei "Schmidt & Pocher" sind Sie mit Gags wie Ihrer Stauffenberg-Parodie oft angeeckt. Wie provozierend wollen Sie in Ihrer neuen Sendung sein?

Pocher: Ich hatte es nie darauf angelegt, irgendwelche Skandale zu initiieren. Aber glattgebügelte Typen, die einfach entspannt durch ihre Sendung moderieren, gibt es genug im deutschen Fernsehen. Außer mir sagt ja fast keiner, was er denkt. Viele finden das nicht so gut, aber damit habe ich kein Problem. Ich finde es wichtig, dass die Leute überhaupt eine Meinung über einen haben. Das ist bei mir bei fast 100 Prozent der Deutschen der Fall. Das werte ich als Erfolg.

Diesen Bekanntheitsgrad haben Sie nicht zuletzt dem Intermezzo an der Seite von Harald Schmidt zu verdanken. Wie bewerten Sie die Zeit?

Oliver Pocher (*18. Feb. 1978 in Hannover) ist in Hannover aufgewachsen. Seine Eltern sind Zeugen Jehovas, in seiner Jugend missionierte auch er an Haustüren. Oliver Pocher ist liiert mit Boris Beckers Ex-Verlobter Sandy Meyer-Wölden. Die beiden erwarten im Frühjahr ihr erstes Kind.

Der gelernte Versicherungskaufmann fing 1999 beim Musiksender Viva als Moderator an. Vier Jahre später ging er zu ProSieben. Von Oktober 2007 bis April 2009 war er mit Harald Schmidt in der ARD zu sehen. Morgen um 22.15 Uhr startet seine eigene Late Night Show beim Privatsender Sat.1.

Pocher: Ich fand es schon erstaunlich, dass alles, was negativ war, immer mit mir verbunden wurde, obwohl es genauso eine Sendung von Harald Schmidt war. Aber für viele, gerade etwas Ältere, hat Harald Schmidt eine Art Heiligenstatus, er kann tun und lassen was er will.

Diesen Status hatte ich eben nicht. Da arbeite ich noch dran. Aber ich kenne es seit Anfang meiner Karriere, dass ich nicht mit offenen Armen empfangen werde, mittlerweile prallt so etwas an mir ab. Solange die Leute, die wirklich etwas zu melden haben, sich nicht aufregen, ist mir das egal.

Was hat Ihnen die Zeit bei der ARD gebracht?

Pocher: In den zwei Jahren ging es für mich karrieretechnisch eine ganze Nummer weiter, und ich bin der ARD dankbar für die Chancen. Ich habe gelernt, mich gegen den ein oder anderen Widerstand durchzusetzen. Du siehst in solchen Situationen auch, wer auf deiner Seite steht und wer weniger. Da lernt man, im Umfeld auszumisten. Deshalb arbeite ich mit den entsprechenden Leuten nicht mehr zusammen und produziere meine Sendung selber.

Was haben Sie von Schmidt fürs Showhandwerk gelernt?

Pocher: Einiges - zum Beispiel, was die Leute lustig finden und woran ich selber Spaß habe. Es gab aber auch Sachen, die ich grundlegend anders machen würde.

Welche?

Pocher: Ich will nicht viel über Interna erzählen, aber ich habe viel über Kommunikation und Personalführung gelernt. Da werde ich in meiner Firma einiges anders machen.

Kommt Harald Schmidt in Ihre Premierensendung?

Pocher: Wir haben gar nicht bei ihm angefragt - es wäre das falsche Signal, mit Harald Schmidt zu starten. Wir haben uns aber wirklich entgegen allen Gerüchten nie gestritten, sind nicht im Streit auseinandergegangen und haben auch kein schlechtes Verhältnis zueinander. Ganz ehrlich.

Wie geht es mit der von Ihnen moderierten Show "5 gegen Jauch" beim Konkurrenzsender RTL weiter?

Pocher: Es gibt auf jeden Fall drei weitere Sendungen. Dann wird entschieden, ob es weitergeht. Da ich bei Sat.1 einen Exklusivvertrag habe, geht es nur mit deren Zustimmung weiter.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer