Hennes Wefers Passion sind Modell-Rennboote. Sein Rekord liegt bei 211 Stundenkilometern.

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Duisburg. Hennes Wefers ist ein Rekordjäger. Seine Maxime: je schneller, desto besser. Erst wenn seine Rennboote Bestmarken überbieten, ist er zufrieden.

Kein Wunder, dass der 48-Jährige Weltmeister ist. Und das in einer ganz besonderen Bootsklasse: L 10. Diese Bezeichnung steht für zehn Litium-Ionen-Akkus. Sie sind der Antrieb für sein Rennboot.

Das ist natürlich ein Modell und wird per Fernbedienung gesteuert. Je kleiner das Gefährt ist, desto weniger Akkus benötigt man zur Beschleunigung.

Mit seinem kleinen roten Flitzer „Blackjack“ hält der Geologe mit 143 Stundenkilometern den Weltrekord. Den und seinen Weltmeistertitel muss er dieses Wochenende auf der Duisburger Regattabahn bei der Weltmeisterschaft der Modell-Rennboote verteidigen. Aber eigentlich hängt sein Herz an seinem „großen“ Boot.

Es ist 1,15 Meter lang und auch damit hat er schon Bestzeiten aufs Wasser gebracht. Im Mai dieses Jahres zeigte das Messgerät 211 Stundenkilometer an. „Das ist absoluter Rekord“, freut sich Wefers. Zufrieden ist er damit aber nicht. „Ich möchte diese Geschwindigkeit bei einem Wettbewerb bestätigen“, erklärt der 48-Jährige. Er hofft aufs Wochenende.

Das Wetter muss stimmen – Wind ist absolut tödlich

Bei der Weltmeisterschaft auf der Regattabahn in Duisburg am Wedau-
stadion jagen die Piloten ihre kleinen, elektrisch angetriebenen Rennboote ferngesteuert über das Wasser. Dabei durchfahren sie eine Messstrecke von 100 Metern und versuchen dabei schneller als die Konkurrenz zu sein. Es kommen Teilnehmer aus aller Welt.

Die Weltmeisterschaft findet von Samstag bis Sonntag statt. Der Eintritt ist kostenlos. Öffnungszeiten Samstag von 10 bis 18 Uhr, Sonntag von 10 bis 15 Uhr.

Doch damit er nochmals einen solchen Spitzenwert fährt, muss alles stimmen – vor allem das Wetter. Wind ist absolut tödlich. Jede Welle bremst das Boot aus. Im schlimmsten Fall kann der Flitzer zuviel Auftrieb bekommen, in die Höhe schnellen und beim Aufprall auseinanderbrechen.

Und das kann teuer werden. „Blackjack“ ist mit 400 Euro noch vergleichsweise günstig. Sein großes Boot hat mit allem Drum und Dran um die 3000 Euro gekostet. Bislang hatte Wefers noch Glück.

Seit 2006 fährt der Geologe in seiner Freizeit Rennen. Dass er sich für Modell-Rennboote entschieden hat, ist in seiner Jugend begründet. Schon sein Vater hat Modellboote gebaut und ihn anfangs für das Hobby begeistert. „Doch irgendwann wurde es mir zu langweilig. Es fehlte der Kick“, so Wefers. Im Modell-Rennsport findet er dann für sich die ideale Kombination aus Bastelei, Tüfteln und Gas geben.

Für den Wettkampf bereitet er sich besonders vor

Seitdem trifft er sich regelmäßig mit Gleichgesinnten an einem See in Duisburg-Rahm. „Ich kann mich noch genau an meine erste Fahrt erinnern. Mein Boot erreichte 60 Stundenkilometer. Ich war stolz, die anderen haben geschmunzelt“, erinnert er sich.

Nach diesem holprigen Start hat er viel trainiert, an seinen Booten gefeilt und sich immer mehr gesteigert.

Auf den anstehenden wichtigen Wettkampf bereitet er sich ganz besonders vor: Die Flitzer bleiben an Land, damit sie bloß nicht beschädigt werden: „Ich habe das Boot im Juli nochmals auf 200 Stundenkilometer beschleunigen können und meine Form bestätigt. Das reicht, hoffe ich.“

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