Sieben Folgen „Wetten, dass. . ?“ hat der 44-Jährige hinter sich – und erntet viel Kritik.

Markus Lanz gibt alles, auch beim Limbo, doch es kommt nicht an. (dpa)
Markus Lanz gibt alles, auch beim Limbo, doch es kommt nicht an. (dpa)

Markus Lanz gibt alles, auch beim Limbo, doch es kommt nicht an. (dpa)

Sascha Baumann

Markus Lanz gibt alles, auch beim Limbo, doch es kommt nicht an. (dpa)

Düsseldorf. Spott, Kritik, schlechte Quoten – nur 6,74 Millionen Zuschauer schalteten am Samstag bei „Wetten, dass. . ?“ ein. Und so fand ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler am Montag deutliche Worte für die einst große Unterhaltungsshow. „Da gibt es sicher noch einiges zu verbessern. Wir werden die Sommerpause intensiv nutzen, um mit allen Beteiligten an der Sendung zu arbeiten.“

Rätselraten um einen Nachfolger beginnt Spekulationen, dass es 2014 kein Sommerspezial geben werde, dementierte das ZDF aber. „Das ist noch offen.“ Doch es läuft nicht rund für Markus Lanz – nicht nur in seiner ersten Mallorca-Ausgabe vom Wochenende, sondern schon seit der ersten Sendung im Oktober 2012.

„Ich gehe die Aufgabe entschlossen und leidenschaftlich an“, hatte der 44-Jährige vor der ersten Sendung gesagt. „Er war stets bemüht. . .“, könnte man ihm nach sieben Folgen attestieren. Zu verkrampft, zu gewollt, zu wenig von Thomas Gottschalks Wurschtigkeit, zu wenig von der Spontanität eines Stefan Raab. Der Ex-„Wetten, dass. . ?“-Moderator und der Mann für Alles bei Pro 7 gelten deshalb auch schon als Kandidaten, um den glücklosen Lanz abzulösen. Der Südtiroler ist einer, der sich akribisch auf seine Talkgäste vorbereitet. „Sie haben mal gesagt, dass. . .“ – so fangen die meisten seiner Fragen an. Spontan oder witzig ist das nicht. Was in einer Talkshow passen mag, wirkt in einer Unterhaltungssendung angestrengt – und führt wie am Wochenende dazu, dass sich Schauspieler Gerard Butler Eis in die Hose kippen muss. „Ich habe gelesen, Sie können sich dadurch gut konzentrieren“, sagte Lanz.

Flache Witze aus dem Mund des Traumschwiegersohns Dieser kalkulierte Witz, die sich durch alle Sendungen ziehenden platten Sprüche über die Figur seiner Assistentin Cindy aus Marzahn, diese pubertären Zoten stehen Lanz, dem Saubermann, nicht. Der Moderator, der in Dokumentationen oder Interviews, wenn er ganz er selbst sein kann, sympathisch rüberkommt, kann sich nicht auf Knopfdruck locker geben. Der Junge aus einfachen Verhältnissen, dessen Vater an Leukämie starb, als Lanz 14 Jahre alt war, hat sich nach oben gearbeitet. Er ist ehrgeizig und fleißig. Seit 2008 ist er im ZDF mit seiner Talkshow auf Sendung. Zuvor hatte Lanz bei RTL Nachrichten sowie „Explosiv“ moderiert und war Redaktionsleiter.

Der Strebsame passt nicht zu der Sendung voller Albernheiten Seriöse Themen präsentieren – das kann er. Lanz selbst bezeichnete sich jüngst als „Reporter“. Das ist sein Problem. Denn ein Reporter kann nicht unbedingt unterhalten. Spontan und lustig sein, wie ein Raab – der in seiner Show „TV Total“ Promis interviewt, ohne irgendetwas über sie zu wissen –, das ist nicht Lanz’ Stil. Vielleicht fehlt dem Strebsamen die Leichtigkeit? Es muss den Moderator frustrieren. Denn wenn er etwas macht, will er es richtig machen. Dem Hobbyfotografen reicht es etwa nicht, nur zu knipsen, Lanz könnte inzwischen Profis Konkurrenz machen. Nur bei „Wetten, dass. . ?“ will das Planen nicht klappen. Vielleicht muss Lanz erkennen, dass er nicht der Mann fürs Seichte ist.

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