Der Schauspieler Markus Knüfken plaudert freimütig über Lügen, Leidenschaft und Romantik in der Ehe.

Markus Knüfken: „Seit der Geburt meiner Tochter bin ich weicher und nachdenklicher.“
Markus Knüfken: „Seit der Geburt meiner Tochter bin ich weicher und nachdenklicher.“

Markus Knüfken: „Seit der Geburt meiner Tochter bin ich weicher und nachdenklicher.“

Degeto/Zeitlinger

Markus Knüfken: „Seit der Geburt meiner Tochter bin ich weicher und nachdenklicher.“

Herr Knüfken, in der ARD-Komödie "Männer lügen nicht" spielen Sie einen zwielichtigen Macho. Die Rolle scheint Ihnen viel Spaß gemacht zu haben.

Knüfken: Hat sie auch (grinst), auch wenn ich bei dieser Figur auf nichts zurückgreifen konnte, was ich schon mal erlebt habe. Also, ich selber bin kein Dieter Bohlen, sondern eher so ein Typ Mann, der sich selbst hinterfragt. Außerdem war’s toll in den Bergen zu drehen.

Sie toben sich gern draußen aus. Konnten Sie das bei den Dreharbeiten ausleben?

Knüfken: Eher an den drehfreien Tagen. Da hab ich mir die Schneeschuhe geschnappt und bin einfach losgestapft. In der Natur kann ich am besten abschalten. Doch mein eigentliches Element ist das Wasser. Am liebsten setze ich mich in mein Kajak und paddele durch die Ostsee.

Sie sind in Essen aufgewachsen. Plagt Sie nicht manchmal das Heimweh nach dem Ruhrgebiet?

Knüfken: Ich bin sehr gerne zu Besuch bei meinen Eltern, die noch in Essen-Werden leben. Wenn ich dort die heimischen Töne höre, da geht mir schon das Herz auf. In Essen gehe ich auch immer in die "Lichtburg", dieses wunderschöne alte Kino ist eines der letzten echten Filmpaläste.

Die Menschen im Kohlenpott sind für ihre Ehrlichkeit bekannt. Wie halten Sie es mit der Wahrheit?

Knüfken: Lügen liegt mir überhaupt nicht - im Gegensatz zu meiner Figur im Film. Mir sieht man immer sofort an, was ich denke. Ich glaube auch, dass man mit der Wahrheit im Leben weiterkommt.

Beneiden Sie manchen Kollegen um die ganz großen Rollen?

Markus Knüfken (18. Aug. 1965 in Essen) finanzierte seine Schauspielausbildung als Taxifahrer. Er lebt mit seiner Frau Andrea Lion, deren Tochter Lona, der gemeinsamen Tochter Nele und zwei Katzen in Hamburg.

Knüfken war in zahlreichen TV- und Kino-Filmen zu sehen und spielt in der ZDF-Serie "Notruf Hafenkante". Am 7. März gibt er im "Polizeiruf 110" (ARD) einen dubiosen Arzt.

ARD, Donnerstag, 20.15 Uhr: "Männer lügen nicht"

Knüfken: Nein. Denn in der Schauspielerei ist es wie beim Fußball: Da gibt es ein paar Star-Kicker wie die Bayern, die meistens ganz oben stehen. Und dann gibt es viele Spieler, die mischen zwar auch in der ersten Liga mit, werden zwar nicht jedes Jahr Meister, haben aber auch Spaß an ihrem Job.

Welchen Stellenwert hat die Familie in Ihrem Leben?

Knüfken: Einen sehr hohen. Meine Frau, ihre Tochter Lona und unser gemeinsames Kind spielen die Hauptrollen in meinem Leben. Seit ich Vater geworden bin, habe ich mich als leidenschaftlichen Familienmenschen neu entdeckt. Rückblickend verstehe ich heute nicht mehr, warum ich so lange Angst vor dieser Verantwortung hatte.

Inwiefern hat Sie Ihre kleine Tochter verändert?

Knüfken: Ich bin weicher geworden, empfindsamer und auch ein bisschen nachdenklicher und demütiger. Die Geburt von Nele war das berauschendste Erlebnis in meinem Leben. Natürlich kommen mit einem Kind auch Verlust-ängste hoch. Doch eine Familie schweißt zusammen, und als Einheit ist man stark.

Was für ein Typ Vater sind Sie?

Knüfken: Ich glaube, ich bin ein Super-Papa (lacht). Ich bin zwar nicht fehlerfrei, und meine Nerven sind manchmal ein wenig dünn. Aber ich bin sehr herzlich. Ein Papa zum Kuscheln, der sich nicht scheut, seine Gefühle zu zeigen, und der voll und ganz hinter seinen Kindern steht.

Bleibt im Familienleben noch Zeit für Romantik?

Knüfken: Man muss sich auch immer um die Zeit als Paar kümmern und nach kleinen Freiräumen suchen. Meine Frau und ich sind beide sehr romantische Menschen. Deshalb haben wir im Winter 2007 auf einem Leuchtturm an der Ostsee geheiratet. Da waren die Temperaturen allerdings weniger frostig als heute.

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