Putin & Leonardo DiCaprio
Vladimir Putin (l.) und Leonardo DiCaprio trafen sich beim "Tigergipfel" in St. Petersburg

Vladimir Putin (l.) und Leonardo DiCaprio trafen sich beim "Tigergipfel" in St. Petersburg

dpa

Vladimir Putin (l.) und Leonardo DiCaprio trafen sich beim "Tigergipfel" in St. Petersburg

Moskau (dpa) - Hollywoodstar Leonardo DiCaprio hat das Herz von Russlands Regierungschef Wladimir Putin mit einer abenteuerlichen Reise nach St. Petersburg im Sturm erobert.

Der Schauspieler sei das, was einen echten russischen «Muschik», ein Mannsbild und einen «Prachtkerl» ausmache, schwärmte Putin bei der ungewöhnlichen Begegnung. Der 36 Jahre alte DiCaprio, der russische Vorfahren hat, reiste auf Einladung Putins zum ersten großen Gipfel für die Rettung der letzten freilebenden Tiger - trotz einer Notlandung mit einer Boeing 767 in New York und ungeplantem Zwischenstopp in Helsinki.

«Wenn sich Menschen mit solchem Charakter für den Naturschutz und insbesondere für die Tiger einsetzen, dann ist uns der Erfolg garantiert.» Das sagte Putin vor hunderten Gästen, darunter auch Supermodel Naomi Campbell, im Michailowski Theater, bevor er sich später am Dienstag mit DiCaprio in ein Gespräch vertiefte. Der US- Star hatte für den Tigerschutz eine Million Dollar (etwa 745 000 Euro) gespendet.

Beeindruckt war Putin vor allem von den «eisernen Nerven» DiCaprios, der unter widrigen Umständen in die Stadt am finnischen Meerbusen gereist war. Zuerst habe der Schauspieler eine Notlandung in New York mit einer Boeing, an der ein Triebwerk brannte, überstanden.

DiCaprio hatte dann ein kleines Privatflugzeug bestiegen. Die Maschine musste wegen starker Winde über dem Ozean und wegen zu wenig Treibstoffs in Helsinki vorzeitig landen, wie Putin weiter erzählte. Die Gala-Gäste lachten über die bewundernde Schilderung. «Das ist überhaupt nicht lustig», mahnte der frühere Kremlchef.

Der als einer der mächtigsten Männer der Welt geltende Politiker schmeißt sich selbst gern in die Pose des Superhelden - etwa als Bomberpilot, Reiter mit nacktem Oberkörper oder Formel-1-Fahrer. Von der finnischen Hauptstadt aus habe DiCaprio schließlich die «Frontlinie» St. Petersburg durchbrochen, schwärmte Putin weiter.

Als die beiden über die Rettung der größten Raubkatze der Welt sprachen, kamen sie schnell überein, dass noch viel zu tun sei. Als größtes Land der Erde habe Russland viel Lebensraum für die bedrohte Art, sagte DiCaprio in dem von der Agentur Interfax am Mittwoch wiedergegebenen Gespräch. Vor allem müssten nun Wälder geschützt werden, damit die Tiere genügend Schutzraum und Nahrung hätten, stimmte Putin zu.

Der Regierungschef wollte auch wissen, ob DiCaprio Russisch spreche. Nein, aber seine vor zwei Jahren gestorbene Großmutter habe das gekonnt, sagte DiCaprio, dessen Vorfahren den Namen Smirnow trugen. «Berühmter Name», sekundierte Putin mit einem Lächeln. Smirnow ist eine Wodka-Marke.

DiCaprio gilt bei russischen Filmemachern als Traumbesetzung für die Rolle des Revolutionshelden Lenin, nach dem St. Petersburg zu Sowjetzeiten benannt war. Viele Russen finden, dass DiCaprio dem jungen Lenin wie aus dem Gesicht geschnitten ist.

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