Die Familienministerin und Ehemann Ole erwarten im Juli Nachwuchs – und müssen Kind und Karriere vereinen.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder wird zum ersten Mal Mutter.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder wird zum ersten Mal Mutter.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder wird zum ersten Mal Mutter.

dpa

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder wird zum ersten Mal Mutter.

Berlin. Mitten in der Nacht aufstehen, Windeln wechseln und Gute-Nacht-Lieder singen – bald lernt Familienministerin Kristina Schröder (CDU) aus eigener Erfahrung kennen, was es heißt, Mutter zu sein.

Die 33-jährige Politikerin gründet jetzt gemeinsam mit ihrem 39-jährigen Ehemann Ole Schröder (Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium, CDU) selbst eine Familie. Das bestätigten die werdenden Eltern der „Bild“-Zeitung: „Es stimmt, wir erwarten im Juli unser erstes Kind. Wir sind sehr glücklich und dankbar und hoffen, dass alles gut geht.“

Ein kleines Bäuchlein trägt die Politikerin schon vor sich her

Spekuliert haben die Kollegen schon vor der Bekanntgabe. Hatte Schröder doch auf der Weihnachtsfeier der CDU-Bundestagsfraktion nur Wasser getrunken, außerdem zeichnete sich – für ihre zierliche Figur ungewöhnlich – ein kleines Bäuchlein ab.

Die Ministerin ist mit ihren 33 Jahren die erste in der Kabinettsgeschichte, die während ihrer Amtszeit ein Kind bekommt. Es stellten sich viele neue Fragen, für die zum Teil Lösungen gefunden wurden: Kristina Schröder werde die gesetzlichen Mutterschutzfristen einhalten. In dieser Zeit springen die Staatssekretäre ein.

Wer die Elternzeit in Anspruch nimmt, ist noch nicht klar

Die 33-Jährige machte allerdings deutlich, dass sie ihr Ministeramt zu keiner Zeit ruhen lassen werde. Offen ist noch, ob sich die Ministerin oder ihr Ehemann für die Elternzeit beurlauben lasse. Kanzlerin Angela Merkel sagte der werdenden Mutter jedenfalls volle Rückendeckung zu.

Kristina Schröder (geb. 1977) trat 1991 in die Junge Union und 1994 in die CDU ein. Seit 1995 ist sie Mitglied des Bezirksvorstandes Nordhessen und seit 2002 des Landesvorstandes.

Bundestagsabgeordnete ist die studierte Soziologin seit 2002 und Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend seit 2009.

Auch privat stellt sich den werdenden Eltern die Frage, wie sich Kind und Karriere vereinen lassen. Das scheint bei einem Vollzeit-Job schier unmöglich. Doch auch angesichts des stressigen politischen Alltags sind sich die beiden sicher, dass das funktionieren wird: „Wir sind zuversichtlich, dass wir das auch mit Unterstützung unserer Familien hinbekommen“, sagte die Politikerin. Schließlich stehe das Ehepaar vor einer Herausforderung, die viele andere Paare auch meistern.

Zumindest einen Großteil der Kritiker kann die Politikerin mit ihrer Schwangerschaft zum Verstummen bringen. Eine Familienministerin ohne Kinder? Ab Juli ist das kein Angriffspunkt mehr.

Mit der Feministin Alice Schwarzer war die Ministerin im vergangenen Jahr heftig aneinander geraten. Kristina Schröder hatte dem „Spiegel“ gesagt, es sei ein Fehler einer radikalen Strömung gewesen, Beziehungen zwischen Männern und Frauen abzulehnen – und damit die Feministin auf die Palme gebracht.

Alice Schwarzer hält Schröder als Familienministerin für unfähig

Schwarzer hält Schröder für einen „hoffnungslosen Fall“ und „schlicht ungeeignet“. Weder habe sie die Lage der Familien verbessert noch die Gleichberechtigung der Frau vorangebracht, schrieb die Feministin daraufhin in einem offenen Brief.

Mit ihrer Schwangerschaft kann Schröder vielen Frauen ein Vorbild oder eine Motivation sein, sich trotz Karriere für Kinder zu entscheiden. Sie folgt dem Beispiel von SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, der ehemaligen französischen Justizministerin Rachida Dati und der spanischen Verteidigungsministerin Carme Chacon. An Ursula von der Leyen, ehemalige Familien- und heutige Arbeitsministerin, mit ihren sieben Kindern, reicht sie zwar nicht heran.

Aber eine Familienministerin, die den Kinderwagen schiebt, Brei zubereitet und die Sorgen und Nöte der Eltern aus erster Hand kennt, ist politisch gesehen ein echter Trumpf.

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