In der 300. Folge des Großstadtreviers schlüpft der Schauspieler am Montag ausnahmsweise in die Rolle des Sheriffs.

Jan Fedder
Der Schauspieler Jan Fedder, als Sheriff Clint, posiert am 14.10.2010 in Bad Segeberg auf dem Set des "Großstadtreviers" für die Presse. Die 300. Folge wurde als Western inszeniert wird am 10. Januar 2011 in der ARD ausgestrahlt.

Der Schauspieler Jan Fedder, als Sheriff Clint, posiert am 14.10.2010 in Bad Segeberg auf dem Set des "Großstadtreviers" für die Presse. Die 300. Folge wurde als Western inszeniert wird am 10. Januar 2011 in der ARD ausgestrahlt.

Angelika Warmuth

Der Schauspieler Jan Fedder, als Sheriff Clint, posiert am 14.10.2010 in Bad Segeberg auf dem Set des "Großstadtreviers" für die Presse. Die 300. Folge wurde als Western inszeniert wird am 10. Januar 2011 in der ARD ausgestrahlt.

Hamburg. Als Teenager schwärmte Jan Fedder (55) einst für Franco Nero und Clint Eastwood. Einmal in einem Western mitzuspielen, war immer schon sein Herzenswunsch. Jetzt ist es soweit. Allerdings in der Rolle eines Heroen aus noch fernerer Western-Zeit.

Am Montag schreitet der Schauspieler um 18.50 Uhr (ARD) in der neuesten Folge vom „Großstadtrevier“ wie einst Gary Cooper in „High Noon“ (Zwölf Uhr mittags) die Main Street hinunter – und zwar nicht als Dirk Matthies, sondern als Sheriff Klink. Streifenwagenkollegin Anna Bergmann, gespielt von Dorothea Schenck, heißt in der Jubiläumsfolge Annie und ist wie im Hollywood-Original Quäkerin.

Gedreht wurde die ironische Jubiläumsfolge in Bad Segeberg

Alles sehr gewöhnungsbedürftig. Aber es ist ja auch die 300. Folge der Dauerkultserie, und zum Jubiläum darf man sich schon mal etwas Ungewöhnliches leisten. Jan Fedder weiß selbst nicht mehr so genau, ob er denn selbst die Idee hatte, die Jubiläumsfolge als Western mit kräftig ironischem Augenzwinkern aufzuziehen. Aber als dann die Entscheidung gefallen war, gab es kein Halten mehr: Man zog hin zum Kalkfelsen von Bad Segeberg, wo die Karl-May-Festspiele ihre Heimat haben (und Fedder schon mal in einem Karl-May-Stück hatte mitspielen sollen).

Als Schurken schwärmen Rudolph und Semmelrogge aus

Dort kostümierten sich die „Großstadtrevier“-Kollegen als Westernhelden. Und zünftige Schurken gab es auch, die rachelüstern ausschwärmen wie einst die bei „High Noon“: Claude-Oliver Rudolph, Martin Semmelrogge und Martin May – allesamt Fedder-Kumpel aus gemeinsamen „Boot“-Tagen. „Es war verrückt. Nach nur wenigen Augenblicken stellte sich wieder die alte Verbundenheit ein“, sagt Fedder dazu.

Erst die Rolle als Dirk Matthies brachte Fedder den Dauererfolg

Damals, Anfang der 80er Jahre, als der Wolfgang-Petersen-Film nach Lothar-Günther Buchheims Roman „Das Boot“ startete, war vom Polizisten Dirk Matthies noch keine Rede. Matthies erst brachte dann seinem Darsteller den Dauererfolg. Ein Grund dafür: „Der Dirk ist einer, den man sich auch auf der anderen Seite vorstellen könnte.“

Jan Fedder: „Ich habe immer gewusst, was ich drauf hatte.“

Aufgewachsen ist Jan Fedder als Sohn eines Kneipenbesitzers und einer Tänzerin in Hamburg-St. Pauli. Seine Eltern machten das Lokal immer um 18 Uhr zu, damit die Söhne möglichst wenig mit Betrunkenen in Kontakt kamen.

Fedder hat eine Ausbildung zum Speditionskaufmann abgeschlossen, jedoch nie in dem Beruf gearbeitet. Als Kind sang er Sopran im Chor des Hamburger Michel und nahm Schauspiel- und Ballettunterricht.

Ob das noch heute gilt, da Matthies wie Fedder in die reiferen Jahre kommen? Ließe sich nun der alternde Dirk auch als Mafia-Boss denken? Fedder lacht: „Ich bin Schauspieler. Ich spiele alles. Notfalls auch das.“ Sein Stolz auf die Mitarbeit in den Siegfried-Lenz-Verfilmungen „Mann im Strom“ und „Feuerschiff“ klingt durch. Der Schauspieler selbstbewusst: „Ich habe schon immer gewusst, was ich drauf hatte. Jetzt wissen es auch die anderen.“

Mit dem „Großstadtrevier“ mag es aber getrost noch eine Weile weitergehen: „Das ist mein Brot und mein Bier, alles andere mehr der Gin Tonic.“ Mit der Treue hat er es sowieso und singt denn auch am Ende der Jubiläumsfolge den berühmten „High Noon“-Song „Oh, halte zu mir, mein Darling“. Was schon eine Kostprobe für die nächste „Großstadtrevier“-Jubiläumsfolge sein könnte. Denn die denkt sich Fedder als pures Musical: „Jawohl. Eine ganze Folge lang wird nur gesungen, kein Wort gesprochen.“

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