Nach endlosen Querelen zieht der Filmstar einen Schlussstrich und trennt sich von Barbara Gandolfi.

Porträt einer beziehung
Da waren sie noch ein Paar: Gandolfi und Jean-Paul Belmondo.

Da waren sie noch ein Paar: Gandolfi und Jean-Paul Belmondo.

dpa

Da waren sie noch ein Paar: Gandolfi und Jean-Paul Belmondo.

Paris. Endlich hat er’s getan. Es ist eine Nachricht, die viele Franzosen erleichtert aufatmen lässt. Endlich hat ihr geliebter „Bébel“, wie sie die Kinolegende Jean-Paul Belmondo (79) zärtlich zu nennen pflegen, die umstrittene Beziehung zum belgischen Ex-Mannequin Barbara Gandolfi (37) gelöst.

Eine Liaison, die seit Jahren negative Schlagzeilen produziert hatte und in der zumindest der französische Boulevard die Rollen klar verteilt sah: Er, der Gute – sie, die Böse. Hier der naive, in die Jahre gekommene Leinwandheld, verliebt und geblendet – dort die hübsche, aber abgezockte Belgierin: die Schöne und das Biest in einer Person.

Ein knappes Kommuniqué, verbreitet von Belmondos Rechtsanwalt und Freund Maître Godest, fasst das Ende der turbulenten Beziehung in knappe Worte: „Ich weiß sehr gut, was passiert ist und ich pflichte Jean-Paul bei, wenn er dieses Abenteuer beendet.“

Jean-Paul und Barbara: Sie gaben von Beginn an ein ungleiches Paar ab. Er wird im nächsten Frühjahr 80, sie – 42 Jahre jünger – könnte seine Enkelin sein. In einem Restaurant an der Côte d’Azur kreuzten sich im Juni 2008 ihre Wege. Drei Monate später ließ sich Bébel von seiner Ehefrau Natty scheiden, einer Tänzerin, mit der er zwanzig Jahre liiert und seit 2002 verheiratet war.

Schon nach einem Jahr begannen die Probleme

Gerne ließ sich das frischverliebte Paar auf und neben dem roten Teppich fotografieren: auf Promi-Partys oder daheim im Swimmingpool. Der alternde Filmstar schien an der Seite des jungen Ex-Playboy-Models wieder aufzublühen.

Jean-Paul Belmondo wurde 1933 in Neuilly-sur-Sein geboren. Er wurde in den 1950er-Jahren als einer der wichtigsten Darsteller der Nouvelle Vague berühmt.

„Außer Atem“(1960), „Brennt Paris?“(1966), „Der Profi“(1981), „Ein Mann und sein Hund“ (2008).

Doch schon nach einem Jahr legte sich ein Schatten über das Paar. Die belgische Justiz interessierte sich abermals für dubiose Geschäftsaktivitäten Gandolfis und ihres Ex-Ehemanns Frédéric Vanderwilt. Auch nach der Trennung betrieben die Beiden weiterhin Nachtlokale in Belgien und in Dubai. Es ging um den Vorwurf der Geldwäsche und andere finanzielle Ungereimtheiten.

Belmondo, auf der Leinwand oft genug der harte Bulle, erlebte plötzlich einen dramatischen Rollentausch. Jetzt, im echten Leben, war er es, der in die Mangel genommen wurde. Die Fahnder wollten in langen Verhören wissen, was er wusste. Das Ansehen der Belgierin in der Öffentlichkeit litt. Sie wurde von Bébels Jungbrunnen zum geldgierigen Anhängsel.

Belmondo hielt Gandolfi bis zuletzt die Treue

RTL besitzt angeblich den Mitschnitt eines von der belgischen Polizei abgehörten Telefonats zwischen Gandolfi und ihrem Ex. Darin soll sie gefragt haben, was Belmondo pro Jahr wohl abwerfe. Stutzig machte die Polizei deshalb das 200 000 Euro Darlehen, das der Filmstar für die Geliebte zu zeichnen bereit war.

Merkwürdige Dinge passieren. Mal tauchen anonyme Drohbriefe auf, die sich gegen Belmondo, Ex-Frau Natty und die gemeinsame Tochter Stella (9) richten. Mal dringen Unbekannte in Belmondos Pariser Wohnung ein. Ein Mitarbeiter Belmondos erklärte dazu am Montagabend: „Es gibt Vorkommnisse, die Belmondo und sein Anwalt nicht akzeptieren können.“ Ein Satz, der sich als verspätete Bestätigung so mancher Vorwürfe deuten lässt.

Eigentlich hätte Belmondo Barbara Gandolfi schon 2009 fallen lassen können. Doch allen Anschuldigungen zum Trotz hielt er treu zu ihr. Beim Filmfestival in Cannes 2011, wo er die „Ehrenpalme“ entgegennahm, stand Gandolfi an seiner Seite. Als ihn das belgische Königreich im Juni zum „Ritter des Leopold-Ordens“ kürte, stand sie neben ihm: im tief ausgeschnittenen Cocktailkleid aus leuchtend roter Seide. Und er, grauhaarig, im grauen Anzug, mit einer Krawatte – aus derselben leuchtend roten Seide.

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