Am Montag erscheint Lady Gagas neues Album. Die schrille Sängerin redet über Gott und die Frage, was ihr wirklich wichtig ist.

interview
Die vielen Gesichter der Lady Gaga: bei einem Termin in London (o.), beim Filmfestival in Cannes (l. u.) und im Fleisch-Outfit bei den MTV Awards 2010. (Reuters)

Die vielen Gesichter der Lady Gaga: bei einem Termin in London (o.), beim Filmfestival in Cannes (l. u.) und im Fleisch-Outfit bei den MTV Awards 2010. (Reuters)

Die vielen Gesichter der Lady Gaga: bei einem Termin in London (o.), beim Filmfestival in Cannes (l. u.) und im Fleisch-Outfit bei den MTV Awards 2010. (Reuters)

Die vielen Gesichter der Lady Gaga: bei einem Termin in London (o.), beim Filmfestival in Cannes (l. u.) und im Fleisch-Outfit bei den MTV Awards 2010. (Reuters)

PAUL HACKETT, Bild 1 von 3

Die vielen Gesichter der Lady Gaga: bei einem Termin in London (o.), beim Filmfestival in Cannes (l. u.) und im Fleisch-Outfit bei den MTV Awards 2010. (Reuters)

Düsseldorf. Lady Gaga, wie finden es Ihre Eltern, dass ihre Tochter jetzt der berühmteste Popstar der Welt ist?

Lady Gaga: Meine Eltern finden mich cool. Mit den beiden habe ich echt totales Glück gehabt (lacht). Ich habe immer ein sehr enges Verhältnis zu meiner Mutter und zu meinem Vater gehabt, die beiden unterstützen und lieben mich bei allem, was ich tue.

Was halten sie von Ihrer Musik?

Lady Gaga: Meine Eltern lieben tatsächlich auch meine Songs. Die zwei sind Kinder der 60er Jahre, die sind einiges gewöhnt und nicht leicht zu schocken.

Um Ihre neue Single „Judas“ gab es Ärger. Christliche Organisationen unterstellen Ihnen Provokation. Verstehen Sie die Aufregung?

Lady Gaga: Nein. Scheinbar gibt es nichts Kontroverseres, als einen Popsong über Gott zu machen.

Wie ist denn Ihr Verhältnis zu Kirche und Religion?

Lady Gaga: Ich glaube nicht unbedingt an die institutionelle Kirche. Ich bin katholisch erzogen worden, aber ich hatte immer viele Fragen, was genau es mit dieser Religion auf sich hat. Und ich bin bestimmt nicht mit allen Ansichten einverstanden, die in der Kirche offiziell vertreten werden.

Was ist denn Ihr persönlicher Begriff von Gott?

Lady Gaga: Gott ist Liebe. Darum geht es im Song „Born this Way“. Speziell junge Menschen werden viel zu stark danach beurteilt, wie sie aussehen oder wie sie sich geben, das finde ich schlimm. „Born this Way“ ist ein Lied für alle Menschen, die schwul sind oder lesbisch, die sich als Außenseiter fühlen oder in ihrer Schule gemobbt werden. Allen, die sich auf irgendeine Weise unzulänglich oder an den Rand gedrängt fühlen, möchte ich Mut zusprechen.

Der Druck auf Lady Gaga ist enorm. Haben Sie keine Angst, dass Sie sich zuviel zumuten?

Lady Gaga: Ja, ich fürchte mich manchmal davor, dass ich mich selbst verliere, dass mir alles zu viel werden könnte. Zum Glück passen viele Menschen gut auf mich auf.

Wie entspannen Sie sich?

Lady Gaga: Gar nicht.

Wirklich nicht?

Lady Gaga: Nein, ich bin derzeit einfach nicht im Freizeitmodus. Ich bin im Modus übersprudelnder Kreativität. Wenn ich mal ausruhe, dann lese ich meistens. Ich bin in meinem Beruf ständig von Menschen umgeben, deshalb genieße ich das Alleinsein.

„Wichtig ist mir, dass ich in 100 Jahren relevant bin.“

Werden die Menschen in 100 Jahren wissen, wer Lady Gaga war?

Lady Gaga: Das ist mein größter Traum. Ich beschäftige mich nicht so sehr damit, ob ich heute relevant bin. Viel wichtiger ist mir, dass ich in 100 Jahren relevant bin. Ich will ein großes Erbe hinterlassen, spätere Generationen von Künstlern sollen sagen, dass ich ihr Vorbild bin. Ich sehe mich nicht als Trend oder als jemand Vergängliches.

Werden Sie sich mit 50 immer noch Lady Gaga nennen?

Lady Gaga: Selbstverständlich. Ich mache keinen Unterschied zwischen mir und Gaga. Sogar meine Mutter nennt mich mittlerweile Gaga.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer