Alexander Klaws, der Sieger der ersten Castingshow bei RTL, spielt nun in Hamburg den Musical-Tarzan.

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Alexander Klaws: „Ich werde nie weg vom Fenster sein.“

Alexander Klaws: „Ich werde nie weg vom Fenster sein.“

Stage Entertainment

Alexander Klaws: „Ich werde nie weg vom Fenster sein.“

Düsseldorf. Herr Klaws, der Tarzan ist eine sehr anstrengende Rolle, weil der fast nur an Lianen herumturnt. Wie machen Sie sich fit?

Klaws: Ja, das ist ganz klar eine Körperrolle. Deshalb gehe ich seit fünf Monaten drei bis vier Mal in der Woche ins Fitness-studio und arbeite mit einem Personal Trainer. Schließlich will ich fit sein, wenn die Proben am 1. April beginnen.

Haben Sie Höhenangst?

Klaws: Nö. Ich habe nur Respekt, weil man 14 Meter über dem Boden fliegt.

Wie bereiten Sie sich sonst vor?

Klaws: Im Quasi-Adamskostüm will man natürlich gut aussehen. Deshalb habe ich meine Ernährung umgestellt. Das heißt, zum Frühstück gibt es Joghurt mit Äpfeln, nachmittags einen Salat mit Pute und abends vielleicht ein Steak. Einmal in der Woche habe ich aber einen Sautag, an dem darf ich alles in mich reinstopfen, was ich mag. Aber ansonsten gibt es eben Möhre statt Schoki.

Sie waren der erste Gewinner der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar". Gucken Sie die Sendung?

Klaws: Ich verfolge das hauptsächlich über die Zeitungen. Denn ich bin froh, wenn ich samstags mal frei habe, dann mache ich den Fernseher nicht an. Was ich aber mitbekomme: Die Show hat sich total verändert, allein von der Aufmachung her. Damals hatte ich wirklich das Gefühl, dass es um Musik geht. Jetzt wird stärker auf den Entertainment-Faktor gesetzt. Das nimmt immer mehr zu, dass die Leute da durch den Kakao gezogen werden. Das finde ich sehr bedenklich.

Sehen Sie Dieter Bohlen noch?

Alexander Klaws (*3. Sept. 1983) ist im westfälischen Sendenhorst aufgewachsen. 2003 hat er die erste Staffel der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" mit dem Song "Take me Tonight" gewonnen. Er hat seither vier Alben veröffentlicht. Von Dezember 2006 bis März 2008 spielte er in Berlin im Musical "Der Tanz der Vampire". Die vergangenen zwei Jahre hat er in der Sat.1-Telenovela "Anna und die Liebe" mitgewirkt.

Klaws übernimmt Ende Mai die Titelrolle in der Hamburger Musical-Produktion "Tarzan" mit der Musik von Phil Collins.

Klaws: Ihn habe ich seit Jahren nicht mehr getroffen. Wir sind damals aber nicht im Streit auseinandergegangen. Ich wollte einfach mal andere Musik machen, sein Stil war mit zu seicht und zu gleich.

Wie sehen Sie ihre musikalische Entwicklung?

Klaws: Ich bin musikalisch immer noch auf der Suche. Ein wichtiger Schritt war sicher 2008 mein Album "Was willst du noch?!", weil ich da auf Deutsch gesungen habe. Und das ist schwerer als Englisch.

Warum?

Klaws: Das ist vom Text her sehr anspruchsvoll, weil die Leute das verstehen. Das ist eben nicht das übliche Popi-Wischiwaschi. Damit lief es zwar nicht so gut wie mit den drei Alben davor. Aber ich bin mir sicher, dass ich irgendwann an diese Erfolge anknüpfen werde. Das fünfte Album ist jedenfalls in Planung, wieder mit deutschen Texten.

Haben Sie einen Gesangslehrer?

Klaws: Ich habe in Hamburg einen Vocal Coach, davon werde ich jetzt auch Gebrauch machen. Man muss seine Stimme im Griff haben, sonst kackst du ab bei acht Shows in der Woche.

Als Sieger einer Casting-Show wurden sie von fast allen Radiosendern lange ignoriert. Hat sich das gebessert?

Klaws: Es ist schon besser geworden, aber es gibt noch Vorbehalte. Immerhin habe ich auch ohne Radio sehr viel Erfolg gehabt - das dürfte mittlerweile der Letzte begriffen habe. Und ich werde nie weg vom Fenster sein, weil ich sehr, sehr vielfältig bin: Ich habe meine Musikproduktionen, ich spiele in Musicals und habe zuletzt zwei Jahre für die Telenovela "Anna und die Liebe" vor der Kamera gestanden. Mir tut es nur Leid für die Nachwuchsleute, die heute weder im Fernsehen noch im Radio eine Plattform haben, um sich zu präsentieren.

Wo wären sie ohne "DSDS"?

Klaws: Das weiß ich nicht, das interessiert mich auch nicht. Ich habe damals in kürzester Zeit alles richtig gemacht. Und nun ist nur noch wichtig, was heute passiert.

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