Christiane Hörbiger wird am Freitag mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet: „Ich bin unglaublich stolz.“

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Christiane Hörbiger: Wenn sie ungeschminkt spielen muss, mag sie kaum hinsehen.

Christiane Hörbiger: Wenn sie ungeschminkt spielen muss, mag sie kaum hinsehen.

dpa

Christiane Hörbiger: Wenn sie ungeschminkt spielen muss, mag sie kaum hinsehen.

Frau Hörbiger, bedeuten Ihnen Auszeichnungen noch etwas?

Hörbiger: Der psychologisch und finanziell wichtigste Preis war der Bayerische Filmpreis, den ich in einer sehr schwierigen Phase, 1978 nach dem Tod meines Mannes, erhalten habe. Aber der Bayerische Fernsehpreis 2009 macht mich unglaublich stolz und glücklich.

Außer Uschi Glas und Hannelore Elsner haben diesen Ehrenpreis bisher nur Männer erhalten. Er ehrt nicht einen einzelnen Film, sondern die Gesamtleistung im Deutschen Fernsehen. Und die Jury für den blauen Panther hat einstimmig entschieden!

Romy Schneider sagte einmal: "Ich kann nichts im Leben, aber alles auf der Leinwand." Würden Sie das unterschreiben?

Hörbiger: Nein. Ich war zu meinen Lebenspartnern immer anständig, und ich habe erfolgreich ein Kind großgezogen. Viel mehr ist es eigentlich nicht. Zusammen mit meiner Karriere ist das aber doch eine ganze Menge.

Versagens- und Existenzangst hatte ich oft. Als mein Mann überraschend starb, stand ich mit meinem elfjährigen Sohn alleine da. Damals gab es noch keine soziale Absicherung oder Urlaubsgeld. Man wurde nur bezahlt, wenn man spielte.

Gibt es etwas, dass Sie nicht spielen würden?

Hoffnungen auf den Bayerischen Fernsehpreis können sich unter anderem machen: Iris Berben und Benjamin Sadler ("Die Krupps", ZDF); Gisela Schneeberger und Peter Simonischek ("Auf einen Schlag", ARD); Ulrike Folkerts ("Tatort", ARD); Manfred Zapatka ("KDD - Kriminaldauerdienst", ZDF); Bjarne Mädel ("Der kleine Mann", ProSieben).

Die TV-Moderatoren Steffen Seibert (ZDF) und Markus Kavka (MTV) führen durch den Gala-Abend. 3Sat überträgt die Verleihung live von 19 bis 21.30 Uhr. Das ZDF zeigt eine Aufzeichnung von 0.15 Uhr an.

Hörbiger: Michael Mendl und ich haben fürs Fernsehen in "Mathilde liebt" sehr tapfer eine Sexszene gespielt. Aber ganz nackt, so wie in dem sehr erfolgreichen Kinofilm "Wolke 9", hätte ich mich nicht getraut. Ich würde im Fernsehen bei älteren Menschen von nackter Haut abraten. Ins Kino geht man freiwillig.

Im großartigen Film "Die Gottesanbeterin" waren Sie in einigen Szenen nicht geschminkt. Haben Sie gezögert?

Hörbiger: Es ist nicht angenehm und erfordert Mut. Das Objektiv einer Kamera ist brutal, es heißt nicht umsonst "objektiv". Ich kann kaum hinschauen.

Sie sind im Alter von 70 Jahren fantastisch im Geschäft.

Hörbiger: Früher hat man Frauen eingeredet, dass man jenseits der 40 nichts mehr auf der Leinwand zu suchen hatte, wenn man am Ende nicht glaubhaft den Hauptdarsteller küssen konnte.

Gott sei Dank interessiert sich heute das Fernsehpublikum dafür, wie eine Frauengeschichte endet oder weitergeht. Heute sucht man Kunst, Ideen, Trost und Lachen. Man zählt nicht die Falten. Anscheinend nehme ich manchen Menschen die Angst vorm Altern, das freut mich sehr.

Nach Ihnen wurde eine Rose benannt. Wie ist es bei Ihnen mit den Dornen?

Hörbiger: Ich bin sehr geduldig und harmoniebedürftig. Ich gebe bei Dreharbeiten lange nach. Aber wenn ich gedrängt werde oder das Gefühl habe, mit dem Rücken zur Wand zu stehen, ist es aus. Dann fahre ich meine Stacheln aus, und es ist sehr schwer, mich wieder einzufangen und kompromissbereit zu machen.

Sind Sie eine typische Österreicherin?

Hörbiger: Man unterschätzt die Österreicher, weil sie so höflich und anschmiegsam sind und das feine Lächeln im Gesicht tragen. Aber Achtung! Wir denken beinhart, wenn es um einen Angriff auf das eigene Ich geht. Das merke ich auch an mir selbst.

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