Der frühere Profi-Boxer kämpft sich durch seine erste Filmrolle und ist dankbar für den kurzen Text.

wza_450x309_513466.jpg
Henry Maske ist zufrieden mit seiner ersten Hauptrolle.

Henry Maske ist zufrieden mit seiner ersten Hauptrolle.

dpa

Henry Maske ist zufrieden mit seiner ersten Hauptrolle.

Zagreb. Henry Maske ist zufrieden mit seiner ersten Hauptrolle: "Das Gute daran ist, dass ich nicht viel sprechen und keine langen Texte auswendig lernen muss. Schließlich war Max Schmeling wie ich eher wortkarg."

Das Box-Idol, das 2005 mit 99 Jahren gestorben ist, hatte Maske noch selbst für seine Filmbiografie vorgeschlagen: "Ich denke, dass Max vieles von sich in mir wiedergefunden hat." Mit schwarz gefärbten Haaren und buschigen Augenbrauen kommt der 45-Jährige dem Schmeling der 30er und 40er Jahre auch optisch durchaus nahe.

Im Schauspielunterricht hat er gelernt: "Rede normal"

Er fühle sich Schmeling durch den Film, für den er derzeit in Zagreb vor der Kamera steht, noch mehr verbunden: "Er war ein echter Gentleman, ist trotz seines Erfolgs bescheiden geblieben, hatte Humor, und was ich besonders schätze, er war auch noch mit 90 Jahren lebensfroh."

Der Ex-Boxer, der bisher in zwei Filmen als Statist zu sehen war, hat ein halbes Jahr Schauspielunterricht in Köln genommen. Schließlich soll er nicht nur im Ring antreten, sondern auch als Privatmann und Partner von Anny Ondra (gespielt von der Österreicherin Susanne Wüst) überzeugen. Aus dieser Lehre mitgenommen hat er etwa die darstellerische Grundregel: "Rede normal."

Über seine schauspielerischen Fähigkeiten macht er sich keine Illusionen. Der "FAZ" sagte er: "Wenn wir die Boxszenen nicht hinkriegen würden, wäre das peinlich. Wenn ich den anderen Teil nicht hinbekomme, kann ich nur sagen: Ich hab’s versucht. Aber es war nicht mehr drin. Ich hoffe aber, dass ich näher an die Kunst eines Schauspielers herankomme als ein Schauspieler an das Können eines Boxers."

Henry Maske (* 6. Januar 1964 in Treuenbrietzen) gewann als Profi im Halbschwergewicht von 1990 an 31 Boxkämpfe. Seinen letzten Kampf gegen Virgil Hill verlor er im November 1996 nach Punkten. Im Januar 2006 gelang Maske gegen Hill ein überraschender Sieg beim Comeback. Heute leitet er fünf McDonalds-Filialen in und um Leverkusen. Mit seiner zweiten Frau Manuela und den beiden Töchtern wohnt er in Overath bei Köln.

Der Schmeling-Film geht auf die Initiative von zwei Hamburger Millionären zurück, die der Box-Legende ein filmisches Denkmal setzen, aber selbst anonym bleiben wollen. Regisseur des zweistündigen Films, der im März 2010 ins Kino kommen soll, ist der aus Wermelskirchen stammende Uwe Boll (43). Für ein Budget von 6,5 Millionen Euro dreht er insgesamt sechs Wochen in Kroatien und auf dem hessischen Schloss Sommerberg. Boll hat bei Kritikern den Ruf, häufig Filme zu produzieren, die für den Negativpreis "Goldene Himbeere" ins Rennen gehen.

Glaubt man Regisseur Uwe Boll, ist Maske das aber längst: "Ich bin mehr als zufrieden mit Henrys Schauspielerleistung. Als er am ersten Drehtag den kriegsverletzten Schmeling darstellte, war allen klar, dass er es auch schauspielerisch drauf hat."

In erster Linie hat sich Boll aber in den Kopf gesetzt, die besten Boxszenen der Filmgeschichte auf die Leinwand zu bringen. Deshalb reserviert er 45 von 120 Filmminuten für Kämpfe im Ring, deshalb hat er für Maske als Gegner ausschließlich aktive Boxer des Sauerland-Stalls bis hin zu Mittelgewichts-Weltmeister Arthur Abraham engagiert.

Natürlich soll alles authentisch sein, Maske sagt, er habe die alten Filme von Schmeling-Kämpfen von A bis Z aufgesogen. Gewisse Konzessionen macht Boll aber doch, gestaltet etwa das Karriere- und Filmende emotionaler.

Als Schmeling 1948 gegen Richard Vogt überraschend in der zehnten Runde aufgab, ließ er seinen Trainer Max Machon seinen Rücktritt verkünden. Im Film hält er selbst die Abschiedsrede: "Ich fühle mich geschlagen. Aber ich verlasse den Ring aufrecht. Habt Dank."

Ansonsten geht es buchstäblich Schlag auf Schlag: Innerhalb einer Woche musste Henry Maske neun Mal als Schmeling in den Ring. So etwas schlaucht selbst einen früheren Champion: "Das ist endgültig das letzte Mal, dass ich mit Handschuhen zu Wettkampfaktionen im Ring stehe."

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer