Mit „I Will Survive“ wurde Gloria Gaynor berühmt. Ein schwerer Sturz, ihre Sucht – sie hielt sich an ihren Hit und stand alles durch. Heute wird sie 60.

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Gloria Gaynor will in Zukunft Eltern von Teenagern beraten.

Gloria Gaynor will in Zukunft Eltern von Teenagern beraten.

dpa

Gloria Gaynor will in Zukunft Eltern von Teenagern beraten.

New York. Gloria Gaynor ist noch immer der Inbegriff der Disco-Queen. Ihr Hit "Never Can Say Goodbye" - ein Jackson-Five-Coversong - war die erste Nummer Eins in den damals neu geschaffenen Dance-Music-Charts von Billboard. In Gaynors Texten entlädt sich geballte Frauen-Power. "I Will Survive" wurde zur Hymne von Frauen, die es wagten, sich von ihren Männern zu trennen.

"I Am What I Am" machte sie später zur Schwulen-Ikone. In rund 40 Karriere-Jahren erlebte sie mindestens so viele Tiefen wie Höhen. Derzeit ist die bibeltreue Christin, die heute ihren 60. Geburtstag feiert, auf Welttournee.

Als Tochter eines Komödianten im schwarzen Newark unweit von New York geboren, trainierte Gaynor ihre Stimme an den Platten von Dinah Washington, Sarah Vaughn und Nat King Cole. Zunächst wollte sie Buchhalterin werden, trat aber stattdessen in Clubs auf, anfangs mit der Band "Soul Satisfiers", dann solo.

Ihre erste Single, "Honey Bee", erschien 1973, war jedoch mäßig erfolgreich. Die zweite, "Never Can Say Goodbye", verhalf ihr Ende 1974 zum Durchbruch und wurde das Titelstück einer mittlerweile legendären LP. Fortan war Gaynor bis in die späten 80er jedes Jahr mit einem neuen Album auf dem Markt.

Ihr Glaube half ihr aus der Lebenskrise

"I Will Survive" stürmte 1978 die englischen und US-Charts und fand 14 Millionen Abnehmer in aller Welt. Die "Überlebenshymne" wurde als "größter Dance-Hit der Ära" gefeiert, in mehr als 20 Sprachen gesungen und mit dem Grammy für die beste Disco-Platte belohnt. Doch auf den Höhenflug folgte der Sturz: Gaynor fiel von einer Bühne und zog sich eine Rückenverletzung zu. Monatelang musste sie das Krankenbett hüten.

Gaynor gehört zu den wenigen Künstlern, deren Werke vor allem durch häufiges Auflegen in den Clubs bekannt wurden. In den Charts war sie seltener spitze.

Ihr Superhit "I Will Survive" erschien ursprünglich nur auf der B-Seite ihrer Single "Substitute". Als immer mehr DJs diese Seite spielten, wurde der Song zum Überraschungserfolg.

Kaum genesen, startete sie eine 75-Länder-Tour, sang in den teuersten Clubs und griff - ebenso wie ihre Gäste - irgendwann zu Cocktails, Joints und Kokain. Als der Reiz der Disco-Musik nachließ, blieben die Auftritte aus. Nur die Sucht wich nicht. Auf der Suche nach Hilfe kehrte sie zur Baptistenkirche ihrer Kindheit zurück.

Der Glaube saß so tief, dass Gaynor den Text von "I Will Survive" religiös einfärbte. Doch längst nicht alle Fans fanden das cool. Nach einer Pause von mehr als 15 Jahren kam Gaynor 2001, stimmgewaltig wie eh und je, mit einem neuen Album raus: "I Wish You Love". Mit der Aufnahme in die Dance Music Hall of Fame wurde sie 2005 für ihr Lebenswerk geehrt.

Nervt der Gedanke ans Alter? "Ich schere mich wenig darum", sagt die immer noch blendend aussehende Sängerin. Im Gegenteil: "Ich fühle mich großartig. Ich habe mein Alter noch nie gespürt." Gaynor sprüht förmlich vor Energie. Von Ruhestand keine Rede. Zwar wird sie wohl weniger auf Tour gehen, aber nur, um eine andere Herausforderung anzunehmen. Sie hat neben dem Showbusiness ein Hochschuldiplom erworben und plant, Eltern von Teenagern zu beraten.

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