Die Inderin Freida Pinto ist dank „Slumdog Millionär“ Glamour-Prinzessin geworden – und nutzt das ganz geschickt.

Freida Pinto genießt den neuen Ruhm und lässt sich gern bei Modenschauen sehen.
Freida Pinto genießt den neuen Ruhm und lässt sich gern bei Modenschauen sehen.

Freida Pinto genießt den neuen Ruhm und lässt sich gern bei Modenschauen sehen.

Reuters

Freida Pinto genießt den neuen Ruhm und lässt sich gern bei Modenschauen sehen.

Los Angeles. Hollywood liebt solche Aschenputtel-Geschichten: Freida Pinto, Inderin ohne Schauspiel-Ausbildung, wird nach monatelangen Castings von dem britischen Regisseur Danny Boyle für die Hauptrolle in seinem Film "Slumdog Millionär" auserkoren.

Das Werk gewinnt vier Golden Globes und acht Oscars, die anmutige 24-Jährige wird mit ihrer ersten Rolle über Nacht zum neuen Star. Da seufzen die Filmschaffenden tief gerührt - vor allem über sich selbst.

Als Angelina Jolie kam, flüchtete Pinto ans Buffet

Dabei übersehen sie lässig, dass dieser Aufstieg so steil doch nicht war. Denn Indien heißt schließlich nicht automatisch Slum - auch wenn das nicht jedem aus der Traumfabrik geläufig sein dürfte. Freida Pinto stammt aus besten bürgerlichen Verhältnissen, sie hat schon gemodelt und eine englischsprachige TV-Reisesendung moderiert.

Doch die neue Glamour-Prinzessin spielt mit und bestaunt brav Hollywoods Star-Kult und -Kodex. In der Talkshow von Ellen DeGeneres erzählte sie kürzlich, wie sie vor Bewunderung erstarrte, als sie bei einem Empfang vor der Oscar-Verleihung den US-Superstar Angelina Jolie sah: "Ich war so geschockt, dass ich ans Buffet geflohen bin."

Die Essenstheke erwies sich aber keineswegs als sicherer Ort, denn bald tippte sie jemand von hinten an: Angelina Jolie höchstpersönlich, die auch noch lächelnd Komplimente verteilte: "Gut gemacht." Und dem Hollywood-Neuling verschlug es nicht nur die Sprache, sie hatte auch noch den Mund voller Truthahn-Pastete.

Freida Pinto (*18. Oktober 1984) wuchs als Tochter eines Bankmanagers und einer Schuldirektorin in Bombay auf. Ihre ältere Schwester arbeitet als Produzentin bei einem indischen Nachrichtensender.

Die Schauspielerin studierte zunächst Anglistik und arbeitete dann als Model, unter anderem für Skoda und Visacard. 2006 präsentierte sie ein englischsprachiges TV-Reisemagazin. Von 2007 an versuchte sie vergeblich, in der indischen Filmfabrik Bollywood Fuß zu fassen. Doch dann engagierte sie der britische Regisseur Danny Boyle für die weibliche Hauptrolle in dem Film "Slumdog Millionär", der acht Oscars gewann. Nun will US-Regisseur Woody Allen mit Pinto drehen.

Der Liebling der Saison wird nun überall herumgereicht und auf die Titelbilder gehoben. Allerdings schreckt man dort vor dem Hauch von Exotik zurück, den man an Freida Pinto doch angeblich so bewundert.

Für die März-Ausgabe des Magazins "Vanity Fair" haben die Gestalter die Inderin nicht nur in ein rotes Bustier und gelbe Höschen zu hohen Hacken gesteckt, sondern sie auch ganzkörperlich am Computer gebleicht - worauf die indische Gemeinde in den USA mit wütenden Protesten reagierte.

Die Schauspielerin selbst mochte sich dazu nicht äußern. Schließlich ist sie gut damit beschäftigt, sich in ihrem neuen Glamour-Leben einzurichten. Strahlend saß sie bei den Modeschauen von Dolce & Gabbana in Mailand und bei Chanel in Paris in der ersten Reihe. Ein Werbevertrag mit dem Kosmetikkonzern Estée Lauder soll ihr 220 000 Euro einbringen.

Auch beruflich geht es für Pinto, die mittlerweile Schauspiel-Unterricht genommen hat, voran. Gerüchten zufolge ist sie in der engeren Auswahl für das neue Bond-Girl.

Die Zeitschrift "Gala" zitierte aber Insider, denen zufolge sie die Rolle schon wieder abgelehnt habe: "Das ist nicht die Art von Image, das sie projizieren möchte, obwohl sie sich geschmeichelt fühlt, mit dem Bond-Franchising in Verbindung gebracht worden zu sein."

Fest steht hingegen, dass Woody Allen sie für seinen neuen Film engagiert hat, in dem sie neben Nicole Kidman, Anthony Hopkins und Naomi Watts spielen soll.

Passend dazu wird ein Zickenkrieg mit der US-Schauspielerin Scarlett Johansson hochgespielt, die zuletzt als Allens Muse galt - da spielt jemand geschmeidig auf der Klaviatur der medialen Vermarktung. Angelina Jolie hat am Buffet der jungen Kollegin übrigens noch geraten, ihren Ruhm zu genießen, so lange er anhält.

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