France Gall hat nach ihrer Trauer um Mann und Tochter und einer Krebsdiagnose neuen Mut gefasst.

In den vergangenen Jahren hat sich Chanson-Sängerin France Gall rar gemacht. Das Foto zeigt sie 1988 in Saarbrücken.
In den vergangenen Jahren hat sich Chanson-Sängerin France Gall rar gemacht. Das Foto zeigt sie 1988 in Saarbrücken.

In den vergangenen Jahren hat sich Chanson-Sängerin France Gall rar gemacht. Das Foto zeigt sie 1988 in Saarbrücken.

dpa

In den vergangenen Jahren hat sich Chanson-Sängerin France Gall rar gemacht. Das Foto zeigt sie 1988 in Saarbrücken.

Paris. Ihr Lächeln ist noch so bezaubernd wie damals, als sie mit „Ella elle l’a“ einen ihrer letzten internationalen Erfolge feierte. Ihr Blick jedoch ist melancholisch. France Gall hat schwere Schicksalsschläge erlebt: 1992 starb ihr Lebensgefährte und Sänger Michel Berger, fünf Jahre später ihre Tochter. Die damals 19-Jährige litt an der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose. Nach 15 Jahren innerer Katharsis hat die Sängerin, die am Dienstag ihren 65. Geburtstag feiert, wieder Großes vor: Sie will ein Musical schaffen.

Eigentlich hatte man ein neues Album erwartet, denn das letzte erschien 1996. „France“, Hits mit Rap- und Hip-Hop-Elementen angereichert, zählte zu den meist verkauften Alben Frankreichs. „Das ist seit sehr, sehr langem eine Arbeit, die mir wieder viel Spaß macht“, sagte Gall vor kurzem. Das Musical soll 2014 fertig werden und aus Songs bestehen, die sie und ihr Mann geschrieben hatten. Ob es sich dabei um bereits bekannte oder neue Lieder handelt, wollte sie nicht verraten. Seit dem Tod ihrer Tochter Pauline im Jahr 1997 hat die Musikerin nur selten Interviews gegeben.

„Das Leben macht mir keine Angst mehr. Ich habe schlimme Momente durchlitten und schwere Prüfungen überstanden.“

France Gall

„Ich habe wieder Vertrauen in das Leben gefunden. Das Leben macht mir keine Angst mehr. Ich habe schlimme Momente durchlitten und schwere Prüfungen überstanden“, sagt Gall. So waren die 90er Jahre eine reine Unglückskette. 1992 erlag ihr Ehemann mit 43 Jahren an Herzversagen, wenige Monate später wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert, 1997 verlor sie ihre Tochter und brach ihre Karriere ab.

Statt sich in die Musik zu stürzen, begann sie Frauen in Not zu helfen. „Ich konnte es nicht fassen, dass ich das erleben musste, wovon jeder sagt, es sei unmöglich, so etwas zu überwinden. So beschloss ich, eine Mutter zu werden, der es gelingt mit dem Gedanken, ein Kind verloren zu haben, zu leben“, gestand sie.

Gall hat sich im Laufe ihrer Karriere von der Schlagersängerin zur Interpretin rockiger Popchansons mit anspruchsvollen Texten gemausert. Zu Beginn schrieb ihr Vater die Texte. Dann lernte sie Serge Gainsbourg kennen, das „enfant terrible“ der Chanson-Szene, der in der Gall das Bild der Lolita sah. Mit Texten voller erotischer Anspielung stieg nicht nur ihr Bekanntheitsgrad. Auch die Skandale häuften sich, die ihrer Zusammenarbeit ein Ende setzten.

Erst die Begegnung mit dem Sänger Michel Berger brachte eine Wende: Er mixte angelsächsische Folk- und Rockeinflüsse mit modernen Chansontexten und schuf einen eigenen Stil. Mit Berger, den sie 1976 heiratete, feierte sie einige ihrer größten Erfolge wie „Aime-la“, „Tout pour la musique“ und „Ella elle l’a“. Kein Wunder also, dass sie ihrem Mann 20 Jahre nach seinem Tod ein Musical widmen will.

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