Die Moderatorin Petra Schürmann (74) starb am Donnerstag in ihrem Haus am Starnberger See.

München. Sie war "Miss World", sie war eine bekannte Fernsehmoderation, sie war eine leidende Mutter: Petra Schürmann ist nach Angaben des Bayerischen Rundfunks in der Nacht zu Donnerstag im Alter von 74 Jahren in ihrem Haus am Starnberger See gestorben. Dort hatte sie ihre letzten Lebensjahre zurückgezogen verbracht.

Es war ein Autounfall im Juni 2001, der Petra Schürmann völlig aus der Bahn warf. Durch den Zusammenstoß mit einem Geisterfahrer starb ihre Tochter Alexandra. Kurz bevor "Püppchen" - so der Spitzname aus Kindertagen der 34-jährigen Fernsehjournalistin - heiraten wollte. Petra Schürmann hat diesen Verlust nie überwunden.

50 Jahre Karriere: Von der Schönheitskönigin zur Moderatorin

Petra Schürmanns Karriere begann als schönste Frau der Welt: Als erste Deutsche wurde sie 1956 zur "Miss World" gewählt. Mit dem Titel im Rücken und einem Cabriolet als Geschenk fuhr sie nun auf direktem Weg ins Scheinwerferlicht, schrieb einmal eine Zeitung über die damalige Studentin.

Mitte der 1960er Jahre fing sie beim Bayerischen Fernsehen an, zunächst als Ansagerin, dann als Moderatorin. Unter anderem moderierte sie jahrelang die Eröffnung des Münchner Oktoberfestes. Auch die Schauspielerei probierte Schürmann aus.

1967 wurde die Moderatorin Mutter. Der Vater ihrer Tochter Alexandra war zu diesem Zeitpunkt noch verheiratet. Nach seiner Scheidung heiratete Petra Schürmann den Mediziner Gerhard Freund 1973.

Petra Schürmann wurde 1935 in Mönchengladbach geboren. Sie wuchs als zweites von drei Kindern in einem katholischen Elternhaus zunächst in Wuppertal, dann in Wipperfürth auf. Nach dem Abitur studierte sie Philosophie, Amerikanistik und Kunstgeschichte, beendete das Studium aber nicht.

Bekannt wurde Schürmann durch Shows wie "Samstagsclub", "Essen wie Gott in Deutschland", "Schlüsselloch" und "Wir in Bayern". Bis zum Jahr 2000 moderierte sie allein für ARD und ZDF rund 600 Sendungen. Zu ihren Filmen gehört "Die Tote in der Themse".

Sowohl ihr privates Glück als auch ihre Karriere endeten mit dem Autounfall. Petra Schürmann sagte eine geplante Talkshow ab, weil ihr die Kraft fehlte. Der Schock über "Püppchens" Verlust machte sich nicht nur seelisch, sondern auch körperlich bemerkbar. Die Moderatorin bekam eine Sprachblockade.

In dem Buch "Und eine Nacht vergeht wie ein Jahr" gab Petra Schürmann 2002 Einblicke in ihre Trauer. "Ich gehe jeden Tag zu Alexandras Grab, das ist für mich eine Art zu Hause geworden", äußerte sie einmal.

Ihr letztes Interview führte Petra Schürmann 2006 per SMS mit der Illustrierten "Bunte". Die damals 70-Jährige saß im Rollstuhl und war stark abgemagert. "Seit dem Tod meiner Tochter bin ich anfälliger für Krankheiten. Ich kann gar nicht mehr sprechen und nicht gut laufen", schrieb sie.

Sie kündigte damals ihren totalen Rückzug aus der Öffentlichkeit an. "Nach 50 Jahren in der Öffentlichkeit habe ich das Recht, nur noch eine private Person zu sein." Mit ihrem Mann zog sie sich in ihr Haus am Starnberger See zurück. Bis 2008 auch Gerhard Freund starb. Er erlag einem schweren Krebsleiden.

Freunde, Kollegen und Fans von Petra Schürmann reagierten am Donnerstag geschockt auf den Tod der 74-Jährigen.

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