Ein Junge aus Bayern sorgt sich um das Klima. Er und seine Freunde wollen in jedem Land eine Million Bäume pflanzen.

Felix Finkbeiner bei der Ehrung mit dem B.A.U.M.-Umweltpreis.
Felix Finkbeiner bei der Ehrung mit dem B.A.U.M.-Umweltpreis.

Felix Finkbeiner bei der Ehrung mit dem B.A.U.M.-Umweltpreis.

dpa

Felix Finkbeiner bei der Ehrung mit dem B.A.U.M.-Umweltpreis.

Bonn. Wie bewahrt man die Welt vor einem gefährlichen Klimawandel? An dieser Frage sind schon mehrere Weltklimakonferenzen gescheitert. Felix Finkbeiner beantwortet sie kurz: "Indem man mit dem Reden aufhört und mit dem Handeln beginnt."

Felix ist zwölf Jahre alt. Und er hat angefangen zu handeln. Genauer gesagt: zu pflanzen. Sein Ziel: In jedem Land der Welt sollen eine Million Bäume gepflanzt werden, denn Bäume speichern das Treibhausgas CO2. Und da die Erwachsenen nicht handeln, hat Felix Gleichaltrige gefunden, die mitmachen.

Felix will auch für Klimagerechtigkeit werben

1,4 Millionen Bäume wurden gepflanzt oder zugesagt. Aber die Kinderinitiative "Plant for the planet" ("Pflanze für den Planeten") sieht sich erst am Anfang. Das Werben um Klimagerechtigkeit sei die Botschaft, die dahinterstehe, sagt Felix. "Wir Kinder wollen die gleichen Zukunftschancen haben, wie sie die heute Erwachsenen hatten."

Die Idee entstand bei einem Referat für die Schule

Der Zwölfjährige erklärt, wer heute mit Treibhausgasen den Klimawandel anheize, schade ja nicht in erster Linie sich selbst. Er schade vor allem den folgenden Generationen. Ähnlich sei es zwischen den Staaten: Die Industrienationen schaden vor allem den Entwicklungsländern, weil diese besonders unter dem Klimawandel leiden, selbst aber kaum dazu beigetragen haben. "Die Industriestaaten müssen mehr tun", so Felix.

"Zuerst wollten wir Eisbären retten. Aber dann haben wir gemerkt, dass es auch um uns geht. Dass wir unsere Zukunft retten."

Felix Finkbeiner

Felix Finkbeiner (12) lebt mit seinen Eltern und zwei Schwestern in einem kleinen Dorf in Oberbayern. Er geht auf eine internationale Schule und spricht daher fließend Englisch.

"Plant for the planet" finanziert die Pflanzaktionen vor allem über Spenden und Schenkungen.

Die Idee zur weltweiten Pflanzaktion kam ihm vor dreieinhalb Jahren bei einem Referat zum Klimawandel für die Schule. "Ich habe etwas über Wangari Maathai gelesen, die Friedensnobelpreisträgerin 2004", erzählt er. Die Kenianerin stand an der Spitze einer Initiative, die in mehreren afrikanischen Ländern insgesamt 30 Millionen Bäume pflanzte - vor allem, um Erdrutsche zu verhindern. "Ich habe gedacht, dass wir das doch auch könnten. Und das habe ich beim Vortrag in der Klasse dann auch gesagt."

Die Resonanz war gewaltig, die gesamte Klasse wollte mitmachen. Felix’ Lehrerin erzählte Kollegen davon, kurz darauf schlossen sich andere Klassen an. Schon ein paar Wochen später erklärte Felix auch an anderen Schulen seine Idee. In immer mehr Orten gingen Kinder mit Spaten und Bäumchen in die Schulbeete und pflanzten.

In mehr als 70 Ländern hat Felix junge Mitstreiter gewonnen

Gut drei Jahre später ist aus der Idee ein globales Projekt geworden. "Plant for the planet" hat in mehr als 70 Ländern auf fast allen Kontinenten Mitstreiter. Die meisten hat Felix auf einer Kinderkonferenz des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) vor zwei Jahren kennengelernt.

Da er schon seit Jahren auf eine internationale Schule geht, war die Verständigung auf Englisch kein Problem. "Ich sagte: Jeder, der in seinem Land eine Million Bäume pflanzen will, soll jetzt auf die Bühne kommen", erinnert sich Felix. Wenige Minuten später drängten sich gut 500 Kinder um ihn.

Mittlerweile hat Felix als "Klimabotschafter" der UN-Kinderkonferenz auf vielen Veranstaltungen weltweit gesprochen und viele Spitzenpolitiker kennengelernt. Aber am Ziel sieht er sich noch lange nicht. "Wie gesagt: Es geht nicht um das Reden, sondern um das Handeln."

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