Ihr größter Hit „Two Princes“ ist auch nach mehr als 20 Jahren ein Lied zum Glücklichsein und lauten Mitsingen.

Sänger Chris Barron (2.v.l.) und seine Kollegen von den Spin Doctors sind wieder da.
Sänger Chris Barron (2.v.l.) und seine Kollegen von den Spin Doctors sind wieder da.

Sänger Chris Barron (2.v.l.) und seine Kollegen von den Spin Doctors sind wieder da.

dpa

Sänger Chris Barron (2.v.l.) und seine Kollegen von den Spin Doctors sind wieder da.

Berlin. Bei einem Evergreen wie „Two Princes“ von den Spin Doctors spielt es keine Rolle, wie alt oder von wem er ist. Es geht um einen Jüngling, der seine Herzensdame erobern will. Er (arm, aber sexy) muss gegen einen Konkurrenten (reich, aber schlicht) antreten. Die Story funktioniert, seit Menschen einander Geschichten erzählen. „Es ist toll, ein Lied geschrieben zu haben, das immer noch so viele Leute glücklich macht“, sagt Sänger Chris Barron heute über „Two Princes“.

„Two Princes“ war 1993 der meistgespielte Song im Radio

Gleichzeitig freut sich der Frontmann darüber, dank dieses Songs nie wieder einer geregelten Arbeit nachgehen zu müssen. Dabei war es keineswegs vorhersehbar, dass der Titel zum meistgespielten Song 1993 werden würde.

„Die Leute wussten damals nicht so richtig, wo sie das Lied hinstecken sollten“, erinnert sich Barron. „Es ist ja weder Rock noch Pop, die Struktur ist ziemlich seltsam und das Thema war auch nicht so angesagt.“ Die Radiostationen wollten die Single beim ersten Erscheinen 1991 deshalb auch nicht spielen.

Zunächst floppte das Lied, Erfolg kam erst mit der zweiten Auflage

So entschied sich die Band, „Little Miss Can’t Be Wrong“ nachzuschieben, eine gefällige Rocknummer mit klaren Refrains. Dank des Achtungserfolgs dieser Single brachten die Spin Doctors „Two Princes“ 1993 erneut raus. Das Album „Pocket Full Of Kryptonite“ verkaufte sich im Zuge dieses Megahits und seiner Mitsingzeile „Just go ahead now!“ zehn Millionen Mal.

Verkraftet haben die vier diesen Erfolg eher schlecht als recht. „Wir haben viel gestritten, wie in einer Ehe“, erzählt der inzwischen ergraute Sänger (Jahrgang 1968). Es sei „um dies und das“ gegangen, etwa um Titellisten bei Konzerten. „Vielleicht waren wir zu demokratisch“, überlegt Barron, „und wir hätten uns auf alle Fälle mehr Freizeit gönnen müssen damals.“

Das ständige Leben „on the road“ habe die Gruppe zermürbt, und so kam es, dass Barron ab 1996 der einzige Spin Doctor der Urbesetzung war. Als erster ging 1994 Gitarrist Eric Schenkman, Bassist Mark White und Drummer Aaron Comess folgten zwei Jahre später. Mit neuer Mannschaft hielt Barron bis 1999 durch.

2001 stand die zerstrittene Band wieder vereint auf der Bühne

Die Reunion kam 2001 so unerwartet wie spontan. Ein gemeinsamer Auftritt anlässlich einer Konzerthallenschließung in New York reichte, um die vier wieder auf Dauer zusammenzubringen. Seitdem touren sie hin und wieder, 2005 gab es sogar ein neues Album. „Nice Talking To Me“ erschien allerdings nur in den USA und wurde in Europa nur von harten Fans wahrgenommen.

Die Spin Doctors sind heutzutage keine Größe mehr, sondern das, was sie immer waren: Eine großartige kleine Rockband. 2012, so verrät Barron, soll es auch wieder eine neue Platte geben. Blues soll es sein, wie in den Anfangstagen 1988.

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