Oprah Winfrey
Oprah Winfrey ist eines der bekanntesten Fernsehgesichter der USA. Foto: EPA/STR

Oprah Winfrey ist eines der bekanntesten Fernsehgesichter der USA. Foto: EPA/STR

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Oprah Winfrey ist eines der bekanntesten Fernsehgesichter der USA. Foto: EPA/STR

Berlin (dpa) - Amerikas Talkshow-Queen Oprah Winfrey hat sich im Mai vergangenen Jahres nach 25 Jahren und rund 5000 Ausgaben ihrer Talkrunde vom Bildschirm verabschiedet - aber nur kurz. Jetzt ist sie wieder da. Am 1. Januar hat sie ein neues Kapitel in ihrer Fernsehkarriere aufgeschlagen.

«Oprah's Next Chapter» heißt die neue Sendung, in der «The O», wie ihre Fans sie gern nennen, Prominente und deren Projekte vorstellt. Ausgestrahlt ihrem eigenen Kabelsender namens OWN (kurz für Oprah Winfrey Network), gehörten Steven Tyler, George Lucas und Sean Penn zu den ersten Stars, mit denen sie gesprochen hat. Die Einschaltquoten sind laut «Hollywood Reporter» zwar nicht mehr ganz so hoch wie bei der «Oprah Winfrey Show», doch die Popularität der Medienfrau, die heute 58 wird, scheint ungebremst zu sein.

Was ist ihr Erfolgsgeheimnis? Wahrscheinlich, dass sie ein gutes Gespür für Menschen hat und ihre Interviewpartner zum Sprechen bringt, weil sie viele Tiefen des Lebens aus eigener Erfahrung kennt, wie jeder weiß. Ihre Eltern waren unverheiratete Teenager. Mit 14 wurde sie schwanger, das Kind starb. Sie nahm Rauschgift und wurde esssüchtig, doch bekam sich wieder in den Griff. Sie moderierte ein paar Sendungen, und ihre Talkshow aus Chicago wurde landesweit extrem erfolgreich. Die Sendung war seit 1986 für Millionen Amerikanerinnen nicht einfach nur ein TV-Format, sondern ein Glaubensbekenntnis. Kaum verwunderlich also, dass Winfrey selbst bald zum Thema geworden ist, zum Beispiel als «Amerikas berühmteste Jo-Jo-Abnehmerin» oder als großzügige Gönnerin für viele derer, die weniger Glück im Leben hatten als sie.

Große Stars kamen zu ihr ins Studio: der vor Liebesglück auf der Couch herumhüpfende Tom Cruise ebenso wie Wirtschaftskapitäne, Künstler und sogar Präsident Barack Obama nebst First Lady Michelle. Doch die eigentlichen VIPs waren bei ihr die kleinen Leute, solche, die seit Jahrzehnten nicht aus dem Haus gehen können beispielsweise, schwere Schicksalsschläge erleiden mussten oder an bizarren Süchten und Ängsten gelitten haben. Fälle, mit denen sich die 40 Millionen Zuschauerinnen noch identifizieren konnten und die eigenen Probleme gleich etwas kleiner erschienen ließen. Auch das kann Lebenshilfe sein. Zudem winkten für das Publikum oft teure Gewinne. Einmal nahm sie alle Gäste mit nach Australien, ein anderes Mal bekam jeder im Publikum ein Auto geschenkt.

Winfrey, 2011 mit einem Ehren-Oscar für ihr humanitäres Engagement ausgezeichnet, ist längst eine enorme Wirtschaftsmacht geworden. Nicht nur, dass das Magazin «Forbes» das Privatvermögen der früheren Sozialhilfeempfängerin auf 2,6 Milliarden Dollar schätzt und bei ihr allein 2010 von 315 Millionen ausrechnete. Es ist die Empfehlung Oprahs, die bei Büchern, Mode und anderen Produkten über Wohl und Wehe entscheidet. Bei ihr sei man «auf der Überholspur zum amerikanischen Traum» aus Ruhm und Erfolg, schreibt die «New York Times». Einige Produkte hätten es ohne eine Empfehlung in der Nachmittagsshow nie zum Erfolg gebracht. Und die Literaturzeitschrift «Publishers Weekly» rechnete aus, dass eine Empfehlung in «Oprah's Book Club» schon über 60 Bücher in Bestseller verwandelt habe.

Für CNN ist sie in 25 Jahren «von einer Moderatorin zu einer Pop-Ikone» geworden, die am Ende ihre Fans in Trauerstimmung hinterlasse: «Die Fernsehlandschaft wird anders aussehen, wenn die Königin ihre Herrschaft niedergelegt hat.» Um den Thron, also den Sendeplatz, balgten sich jetzt Dutzende - aber keiner wird die Lücke wirklich füllen können, glaubt der Medienwissenschaftler Larry Gerbrandt: «Sie war so erfolgreich, dass für diesen Sendeplatz an Alternativen gar nicht gedacht wurde.»

Auf ihrem Weg nach oben war Winfrey - trotz manchmal widriger Umstände - nicht mehr zu stoppen. Doch was ist ihr wirklich wichtig gewesen? Ihrem Kollegen Piers Morgan verriet sie es Anfang vergangenen Jahres in dessen erster Talk-Sendung. Sie sagte: «Als ich 1954 in Mississippi geboren wurde, damals ein Staat noch mit Rassentrennung, war ich ein Neger. Jetzt sitze ich hier als Ihr erster Gast. Das ist großartiger als alles, was ich mir vorstellen kann.»

NAMEBERUFALTERGEBURTSDATUMGEBURTSORTGEBURTSLAND
KUTTNER, Sarahdeutsche Fernsehmoderatorin3329.01.1979Ost-BerlinDDR
GRAHAM, Heatheramerikanische Schauspielerin4229.01.1970MilwaukeeUSA
SELLECK, Tomamerikanischer Schauspieler6729.01.1945DetroitUSA

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