Porträt: Bei ihr passt lilakariert zu blaugestreift: Miuccia Prada hat Farben und Muster in der Mode revolutioniert.

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Miuccia Prada: Erst Kommunistin, dann revolutionäre Designerin und Konzernchefin.

Miuccia Prada: Erst Kommunistin, dann revolutionäre Designerin und Konzernchefin.

dpa

Miuccia Prada: Erst Kommunistin, dann revolutionäre Designerin und Konzernchefin.

Mailand. Die Italienerin Miuccia Prada gilt als ein Superstar der Mode. Neben ihren Kollegen Karl Lagerfeld und Giorgio Armani hat sie es geschafft, dass jeder halbwegs an Modetrends interessierte Mensch ihren Namen kennt. Neue Wörter wie "Pradaisierung" oder Filmtitel wie "Der Teufel trägt Prada" zeugen von der Popularität der Modeschöpferin. Auch Kunstwerke wie Andreas Gurskys Foto-Serie "Prada" setzten sich schon mit ihren Entwürfen auseinander.

Rummel um ihre Person ist der Modeschöpferin suspekt

Das "Time"-Magazin zählte die Mailänderin vor ein paar Jahren zu den 100 bedeutendsten Menschen der Welt. Dass ihr 60. Geburtstag an diesem Sonntag dennoch kaum Furore macht, liegt vor allem an Miuccia Prada selbst. Rummel um ihre Person ist der Designerin suspekt. Und so gibt es nur wenige Quellen, die ihr Geburtsdatum überhaupt präzisieren. Immerhin bestätigt das Modehaus auf Anfrage den 10. Mai als korrekt. Für das Geburtsjahr 1949 muss man allerdings auf Lexika zurückgreifen.

Geboren wurde Prada als Sprössling einer alteingesessenen Mailänder Familie, die feinste Lederwaren herstellte. Sie selbst hat einmal erzählt, wie sehr sie sich als Kind pinkfarbene Schuhe wünschte. Doch zu Hause gab es prinzipiell nur braune Klassik-Treter und dazu dunkelblaue Faltenröcke. Unter diesem Diktat entwickelte Miuccia jedoch eine so große Sicherheit in Stilfragen, dass sie Kleiderregeln später getrost über den Haufen werden konnte, ohne an Klasse zu verlieren.

Schließlich ist sie geübt darin, Denkmuster zu hinterfragen. Als junge Frau studierte sie Politikwissenschaften, promovierte und trat der Kommunistischen Partei bei. Danach ging sie als Pantomimin ans Piccolo Teatro. Erst mit 28 Jahren gab sie dem Willen ihrer Eltern nach und trat in das Unternehmen ein - und erfand die Taschen- und Kleidermode neu.

Anfang der 90er Jahre brachte Miuccia Prada das damals verpönte Nylon in Mode. Alle Welt lief plötzlich mit einem Kunststoffrucksack aus Mailand oder zumindest seiner Kopie herum. Bei Prada passen lilabraune Karos zu blaugestreiften Strümpfen, Söckchen zu High Heels, Anzüge tragen Fantasy-Muster. Doch nie wirkt es geschmacklos. Das heutige Farbempfinden sähe ohne Pradas Revolutionierung der Mode anders aus. Seit vielen Jahren gilt sie als Trendsetterin schlechthin. Wenn in der kommenden Saison Frauen in Anglerstiefeln zum Kostüm auftreten, ist auch das ihr Werk.

Miuccia Bianchi Prada wurde am 10. Mai 1949 in Mailand geboren. Sie ist Mutter von zwei Kindern und führt mit ihrem Mann Patrizio Bertelli die Firma Prada.

Die Mailänderin studierte zunächst Politikwissenschaft und schloss mit einer Promotion ab. Dann absolvierte sie eine fünfjährige Schauspiel- und Pantomimenausbildung bei Giorgio Strehler am Mailänder Piccolo Teatro. Mit 28 Jahren stieg sie aber doch in das Familienunternehmen ein. Das stellte bis dahin luxuriöse Lederwaren her, die neue Chefin machte daraus einen Modekonzern.

Dabei hält sich die Königin der Trends von der Schickeria fern. Sie geht selten aus, pflegt stattdessen ihr Familienleben und trifft sich mit ihren Freundinnen. Seit mehr als 20Jahren ist sie verheiratet mit Patrizio Bertelli, Vorstandsvorsitzender der Prada-Gruppe und Motor ihrer Schaffenskraft. Konventionell ist diese Beziehung nicht. Ihre manchmal lautstark ausgetragenen Streitigkeiten sind legendär, doch ergänzen sich der Tatmensch und die Intellektuelle perfekt.

Neben der Mode widmet sich das Paar Kunst und Architektur, was sich auch auf die Prada-Ladenlokale auswirkt. Mit dem holländischen Star-Architekten Rem Kohlhaas haben sie einen neuen Ladentyp erfunden: ein puristisches Ambiente mit schrägen High-Tech-Elementen.

Miuccia Prada wird in jeder Saison vielfach kopiert. Eingeholt hat die nimmermüde Individualistin bisher allerdings niemand.

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