Diane Kruger lebt seit 20 Jahren in der Seine-Metropole. Die Bewohner vergöttern den deutschen Filmstar.

Diane Kruger
Diane Kruger hat bei sich daheim eine riesige Sammlung an Kochbüchern.

Diane Kruger hat bei sich daheim eine riesige Sammlung an Kochbüchern.

dpa

Diane Kruger hat bei sich daheim eine riesige Sammlung an Kochbüchern.

Paris. Im nebelgrauen Paris schüttet’s mal wieder heftig, und das Trottoir des Boulevard St. Germain gleicht bald einer bedrohlichen Seenplatte. An solchen nasskalten Wintertagen wirkt selbst die schönste Stadt der Welt ätzend.

Doch dann reißt die hübsche Blondine die Tür des legendären „Café de Flore“ auf und eilt beschwingt in die erste Etage. Ein Sonnenschein. Die emsigen Kellner halten einen Moment inne, und ein Glanz legt sich auf ihre Gesichter.

Den Kopf leicht vor geneigt entbieten sie dem vertrauten Gast die herzlichsten Willkommensgrüße: „Salut, Diane“, „bonjour Mademoiselle Kruger“.

Das Café de Flore ist der Lieblingsort der 36-Jährigen

„Das Café de Flore ist mein Lieblingsort in Paris“, sagt Diane Kruger über das berühmte Intellektuellen-Café, in dem einst Jean-Paul Sartre, Simone de Beauvoir und Pablo Picasso verkehrten. Sie schält sich aus der schicken, mit schneeweißem Kaninchenfell gefütterten Jacke und bestellt ihr Lieblingsgericht – „Oeufs coque“, zwei 3-Minuten-Eier mit krossem Baguette – und einen frisch gepressten Orangensaft.

Paris ist seit bald 20 Jahren ihre Wahlheimat, die 36-Jährige liebt die Seine-Metropole. „Ich pendele zwischen Los Angeles und Paris, aber hier fühle ich mich am Wohlsten“, sagt sie. „Ich mag den lässigen Charme der Stadt und liebe es, im Bistro zu sitzen und die Leute zu beobachten.“

„Ich bin die erste Ausländerin, die dafür auserwählt wurde.“

Diane Kruger durfte die Weihnachtsbeleuchtung auf der Champs-Élysées anknipsen

Damit Franzosen beim Familiennamen „Heidkrüger“ nicht ins Schleudern kommen, nennt sich die Schauspielerin Kruger.

Im März kommt „Der Nächste, bitte“ in die deutschen Kinos. In dieser Komödie spielt sie Isabelle, die sich von einem Fluch befreien will. Weil jede erste Heirat in ihrer Familie in eine Scheidung mündete, sie aber ihren Partner Pierre liebt, will sie eine Scheinehe mit Jean-Yves (Dany Boon) eingehen.

Diane Kruger und die Pariser – das ist längst auch eine Liebe auf Gegenseitigkeit. Sie verehren die Deutsche so sehr, dass Kruger im vergangenen November die Weihnachtsbeleuchtung auf der Prachtavenue Champs-Élysées anknipsen durfte. Eine Ehre, die eigentlich nur französischen Stars wie Audrey Tautou, Mélanie Laurent und Charlotte Gainsbourg zuteil wird. „Ich bin die erste Ausländerin, die sie dafür auserwählten“, schwärmt sie.

Von der Ballettmaus zum Model, vom Mannequin zum Filmstar: „Manchmal“, so gesteht sie, „kann ich mein Glück kaum fassen.“ In Algermissen bei Hildesheim, einem Nest in der niedersächsischen Provinz, wuchs sie als Diane Heidkrüger bis zum 16. Lebensjahr auf. In ihrer Familie habe niemand etwas mit der Schauspielerei am Hut gehabt.

Am Wochenende kocht sie selbst

Die Genugtuung, es im Filmbusiness bis ganz oben geschafft zu haben, den Stolz, an der Seite von Brad Pitt und Orlando Bloom, Nicolas Cage und Dany Boon zu spielen, will sie nicht verbergen.

Um nach stressigen Drehs neue Kraft zu schöpfen, schaltet Diane Kruger am liebsten zuhause ab. Gerne aber auch in der Ferne. „Ich war zweieinhalb Wochen in Chile, ohne Telefon, alles ohne Reservierung, das war toll.“ Ob man sich die Filmdiva daheim auch in Kochschürze am Herd vorstellen kann? „Oh ja“, erwidert sie. Und berichtet prompt von ihrer riesigen Sammlung an Kochbüchern.

„An Wochenenden schlage ich eins auf und probiere ein neues Rezept aus“, sagt sie. „Nur manchmal“, fügt sie leise hinzu, „vermisse ich eine leckere Currywurst.“

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