Früher war Bodo Friedrich Physiklehrer. Heute erfreut sich sein Wetterbericht für die Region wachsender Beliebtheit.

Bodo Friedrich neben einer seiner Wetterstationen.
Bodo Friedrich neben einer seiner Wetterstationen.

Bodo Friedrich neben einer seiner Wetterstationen.

dpa

Bodo Friedrich neben einer seiner Wetterstationen.

Monschau. Was Jörg Kachelmann für die Deutschen ist, ist Bodo Friedrich für die Eifeler: der Wettermann. Wenn Friedrich aus dem Haus geht, dann nur mit der Fünf-Tages-Prognose im Kopf. Im Gespräch landen die Leute ja doch immer wieder beim Wetter. Auf ihren Friedrich geben sie oft mehr als auf den Wetterbericht im Fernsehen. Bei wichtigen Entscheidungen, ob Karnevalsfest, Wanderung, Ernte, Grillen oder Open-Air-Veranstaltung - kaum etwas passiert ohne einen kurzen Blick auf "eifelwetter.de", Friedrichs Internetseite für die Region.

"Wir liegen zu 90 Prozent richtig", behauptet der Wettermann und kann sich ein Lächeln nicht verkneifen, wenn er an Schneetief "Daisy" im Januar denkt. "Da haben die Wetterdienste die große Katastrophe angekündigt - wir bescheidene zehn Zentimeter." Mit "wir" meint er das Netzwerk von 39 privaten Stationen, die alle mit ihren Wetterdaten auf der Seite vertreten sind. Andy beispielsweise meldet "Betonschnee mit dünnem Pulverschnee" aus Hürtgenwald.

Aber wehe, sie liegen doch mal falsch! Wie bei einem Landwirt. Plötzlich stand der vor Friedrichs Haus und beschimpfte ihn wegen der falschen Prognose. Der Wettermann konterte: "Das machen wir doch ehrenamtlich."

Früher war Friedrich Physiklehrer und hat Schülern das Wetter beigebracht. Jetzt ist er pensioniert und "macht" Wetter: Morgens marschiert er raus, rammt im Garten und auf dem Spielplatz gegenüber den Stiel seines Schneeschiebers in den Schnee, hält den Zollstock rein und misst die Schneehöhe. "35 Zentimeter."

Manchmal tüftelt er zwölf Stunden am Tag an Prognosen

In der "Zentrale" oben im Dachgeschoss seines Hauses liest er die Daten aus der Nacht ab. "Minus 13,5 Grad, ganz schön knackig." Dann beobachtet er Wetterkarten im Internet, ordnet die Entwicklung ein, gleicht die Daten aus der Eifel ab, schreibt die Prognose. Manchmal kommt so ein Zwölf-Stunden-Tag zusammen.

Eifelwetter.de deckt die Region von Aachen bis Trier sowie von der belgischen Grenze bis Koblenz ab.

Dazu kommen viele Helfer: "Archivar" Karl-Josef Linden schreibt die Wetterrückblicke. Für geschädigte Hausbesitzer, die ihrer Versicherung einen Sturm nachweisen müssen, um Geld zu bekommen, kann das wichtig sein. Andy Holz ist für die Langzeit-Prognosen zuständig, und ein hilfsbereiter Nachbar Friedrichs stapft morgens raus und misst, wenn der Wettermann selbst mal nicht da ist.

Auch der richtige Kachelmann kennt "eifelwetter.de". Beim ARD-Wetterbericht hat er die Seite sogar einmal genannt. Friedrich hat es nicht gesehen, aber andere, und die haben es ihm gleich erzählt. Darüber freut sich der Eifeler Wettermann noch heute.

Dabei hat Friedrich sogar seine eigene Fangemeinde - ein paar Kilometer über die Grenze in der belgischen Eifel. Da plaudert er beim Belgischen Rundfunk über das Wetter. "Schade nur, dass wir in Belgien keine Wetterstation in unserem Netzwerk haben", bedauert er. Auch die Südeifel in Rheinland-Pfalz könnte stärker vertreten sein.

Ganz bescheiden hat er vor zehn Jahren angefangen. Durch den jetzigen Ausnahmewinter hat "eifelwetter.de" viele neue Fans gewonnen. "Wenn wettermäßig so richtig der Bär steppt, dann haben wir auch mal 17 000 Besucher auf der Seite." Ruhige Wetterlagen sind für ihn langweilig. "Ich bin stolz auf die Landschaft und dass die Eifel aufgrund ihrer Lage so ein tolles Wetter zulässt - mit Sturm, Schnee und Wetterkapriolen."

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