Rolf Eden feiert am Samstag runden Geburtstag: Die Haare trägt er blond. Das Image bekommt langsam Brüche.

Rolf Eden und seine 50 Jahre jüngere Freundin Brigitte.
Rolf Eden und seine 50 Jahre jüngere Freundin Brigitte.

Rolf Eden und seine 50 Jahre jüngere Freundin Brigitte.

dpa

Rolf Eden und seine 50 Jahre jüngere Freundin Brigitte.

Berlin. Weißer Anzug, rosa Krawatte und Rolls Royce: Auch am Samstag an seinem 80. Geburtstag spielt Berlins dienstältester Playboy Rolf Eden die Rolle seines Lebens. "Es soll alles so weitergehen wie jetzt", wünscht er sich. Nachts will er feiern und "süße Frauen" kennenlernen, ansonsten kleine Filmrollen übernehmen und sein Immobiliengeschäft führen.

An der Playboy-Front gibt es nur ein kleines Problem. Rolf Eden hat kaum Zeit für neue Eroberungen, seit Freundin Brigitte, gut 50 Jahre jünger, in seiner Villa wohnt. "Das erste Mal wohne ich mit einer Frau zusammen", sagt er. Ist das etwa der Rückzug aufs Altenteil?

Keineswegs. Am Playboy-Image hält Eden auch mit 80 fest, obwohl er im März Urgroßvater wird. Sein Gesicht ist gebräunt, die Haare blondiert. 12 bis 20 Liegestützen mache er morgens nach dem Aufstehen. Das halte fit, sagt der Jubilar: "Einmal Playboy, immer Playboy." Der Frau, die als letzte eine Nacht mit ihm verbringt, verspricht er 250 000 Euro.

Früher nannte er alle Frauen Schnucki, jetzt heißen sie Chérie

Im Moment mache er aber keine Eroberungen, verrät Eden. Drei bis vier Freundinnen habe er gerade, darunter aber keine neue. Vor drei Jahren waren es noch sieben, streng durchnummeriert. Damals gab auch noch das Buch, in das Eden nach jeder heißen Nacht Einträge machte. Allein schon wegen möglicher Alimente-Forderungen, gab er an. Er führe dieses Buch "momentan nicht", sagt er nun. Ganz früher nannte er alle Frauen "Schnucki", heute hat er sich auf "Chérie" verlegt - "Das ist eleganter, und ich komme mit den Namen nicht durcheinander."

Das gilt nicht für Brigitte. Er hat sie nach Brigitte Bardot benannt, Aussprache bitte französisch: Brischiit. 2007 wollte er das Undenkbare tun und heiraten. Doch Brigitte machte in letzter Minute einen Rückzieher, "jetzt will ich auch nicht mehr."

Rolf Eden (6. Februar 1930 in Berlin) ist Geschäftsmann mit sorgfältig gepflegtem Playboy-Image. Er hat sieben Kinder zwischen 13 und 50 Jahren von verschiedenen Müttern, verheiratet war er mit keiner. Seit fünf Jahren ist er mit seiner Freundin Brigitte zusammen.

Rolf Eden hat zwischen 1957 und 2002 in Berlin zeitweise sechs Clubs betrieben. Heute gehören ihm nach eigener Aussage 20 Häuser mit etwa 800 Wohnungen. Er wirkte bisher in rund 30 Filmen als Schauspieler mit.

Die Freundin ist nun ohne Trauschein bei ihm eingezogen. Das hat ihn verändert: Bei ihr merke er zum ersten Mal, "was Liebe ist". Er kann sich sogar vorstellen, mit einer weiteren Maxime zu brechen. Denn Brigitte geht hart auf die 30 zu. Früher war das für ihn ein Grund, Freundinnen loszuwerden.

Bekannt geworden ist Eden als Nachtclub-und Diskotheken-Besitzer auf der Insel Westberlin. In den 50er und 60er Jahren etablierte er das, was man heute Erlebnisgastronomie nennt - und hatte damit bis in die 80er Jahre großen Erfolg. Nach der Wende steppte der Bär in Ostberlin. Eden wusste, wann man aufhört: Seine letzte Diskothek, das Big Eden, hat er 2002 nach eigenen Angaben für eineinhalb Millionen Mark verkauft - "nur für den Club, die Immobilie gehörte mir ja gar nicht."

Gewinne steckte er immer schon gern in Immobilien. "20 Häuser", sagt er kurz. Auf die Verwaltung hat er ein Auge. Geld brauchte er immer für seine sieben Kinder und ihre Mütter. "Ich zahle 30000 Euro Unterhalt im Monat", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Eden betont zwar gern, dass Playboys keine psychischen Probleme haben, keine Freunde brauchen und "immer happy" sind. Doch manchmal klingt er auch einfach wie ein Mann, der 80 wird. Da freut er sich doch über die Freunde, die aus New York zum Geburtstag kommen wollen, auch seine große Patchwork-Familie sieht er gern. 80 sei doch kein Alter, findet Rolf Eden dann. "Ich will noch drei Kinder machen." Er schweigt kurz: "Das war jetzt ein Witz."

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