Cem Yazirlioglu träumt davon, in höheren Ligen zu pfeifen.

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Auf dem Platz ist er die Autorität: Cem Yazirlioglu vor dem Anpfiff.

Auf dem Platz ist er die Autorität: Cem Yazirlioglu vor dem Anpfiff.

dpa

Auf dem Platz ist er die Autorität: Cem Yazirlioglu vor dem Anpfiff.

Berlin. Mit einem Lächeln posiert er neben der Eckfahne, die seinen Kopf überragt. Mit 1,38 Metern Größe gilt Cem Yazirlioglu als kleinster Schiedsrichter Deutschlands.

Manchen Spielern reicht er gerade mal bis zum Bauchnabel. Doch ungeachtet seiner Körpergröße stellt der 25-Jährige hohe Ansprüche an sich selbst. „Ich hänge jetzt schon drei Jahre in der Kreisliga fest. Ich bin extrem ehrgeizig und will Regionalliga oder Oberliga pfeifen“, sagt Yazirlioglu. Dort winken ein höheres Spielniveau, mehr Zuschauer und mehr Respekt für den Schiedsrichter.

Manch ein Spieler ist zunächst etwas skeptisch

In den Berliner Kreisligen hat sich Yazirlioglu viel Anerkennung erkämpft. Obwohl einige Spieler beim Anblick des kleinwüchsigen Schiedsrichter anfangs skeptisch sind, bekommt er immer wieder Zuspruch. „Natürlich kann man es nicht allen recht machen. Vor allem Abseitsentscheidungen sind ohne Linienrichter schwierig“, sagt er.

Yazirlioglu hat sich damit arrangiert, wegen seiner Körpergröße immer im Mittelpunkt zu stehen. Gerade wenn er ein Spiel pfeift, genießt er das Gefühl, dass alle Augenpaare auf ihm ruhen. „In Berlin gibt’s ja zum Glück alles: groß, klein, dick, dünn, schwarz, weiß. Dennoch fällt man als Kleinwüchsiger immer noch mehr auf“, sagt Yazirlioglu.

Yazirlioglu will in den höheren Ligen pfeifen

Zunächst hatte sich Yazirlioglu selbst als Spieler versucht. „In der B-Jugend konnte ich dann körperlich nicht mehr mithalten, gerade bei Kopfballduellen. Über einen Kumpel kam er schließlich zum Schiedsrichter-Job.

Seit 2005 ist Cem Yazirlioglu (25) Schiedsrichter. Er assistierte schon in der Landesliga.

Neben dem Platz arbeitet er in der Verwaltung eines Restaurants und als Statist bei Film und Oper.

Dabei entwickelte Cem Yazirlioglu großen Ehrgeiz. In Trainingseinheiten und Lehrgängen mit Bundesliga-Schiedsrichtern arbeitet er an Verbesserungen. „Oft muss ich mehr laufen, damit ich einen guten Blickwinkel aufs Spielgeschehen haben kann“, sagt er. Warum es bisher noch nicht mit einer höheren Liga geklappt hat, kann sich der Schiedsrichter kaum erklären: „Ich kann trotz meiner Größe durch meine Persönlichkeit Autorität und Präsenz ausstrahlen“, ist er sich sicher.

Die unschönen Seiten seines Hobbys kennt auch Yazirlioglu. „Gerade in den unteren Ligen ist es zum Teil schon sehr heftig, was man zu hören bekommt.“ Als Sohn türkischer Eltern versteht Yazirlioglu die Flüche und Beschimpfungen seiner Landsleute. „Manchmal hatte ich schon Angst, dass es eskaliert“, gesteht Yazirlioglu. Er wünscht sich mehr Toleranz und Respekt auf dem Fußballplatz – völlig unabhängig von der Körpergröße.

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