David Bowie ist einer der einflussreichsten Musiker der Welt. Mittlerweile genießt er das bürgerliche Leben in New York.

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David Bowie bei einem Konzert in Hamburg. Wer genau hinsieht, bemerkt die unterschiedlichen Farben seiner Augen.

David Bowie bei einem Konzert in Hamburg. Wer genau hinsieht, bemerkt die unterschiedlichen Farben seiner Augen.

dpa

David Bowie bei einem Konzert in Hamburg. Wer genau hinsieht, bemerkt die unterschiedlichen Farben seiner Augen.

London. Mit 65 Jahren hat sich David Bowie der Blockflöte verschrieben. Zumindest verwies er in seiner Weihnachtsbotschaft auf das Instrument. Ein vier Stunden dauerndes „Requiem für einen lachenden Gnom“ hat er damit komponiert, einzelne Töne auf der Flöte vermischt mit Fußklopfern. Vom Publikum kommen Hilferufe, er solle doch bitte, bitte aufhören.

Wie zu erwarten, hat der Popstar dieses Video nur als Scherz aufgenommen, und das auch schon vor einigen Jahren. Doch völlig verändert ist er im Vergleich zu seinen besten Zeiten in den 70er und 80er Jahren dennoch. Alternder Rockstar sein, der immer noch auftritt wie vor 30 Jahren, das will er keinesfalls. Er konzentriert sich kurz vor seinem heutigen 65. Geburtstag auf seine Familie. Musikalisch geht es recht ruhig zu.

„Irgendwann kommen Sie an einen Punkt, wo Sie erkennen, dass es drei oder vier Dinge gibt, die wichtig sind“, sagte er in einem Interview. „Je älter Sie werden, desto weniger Fragen sind es, die Sie beschäftigen. Unglücklicherweise sind es Fragen, auf die es keine Antworten gibt. Der Tod ist eine von ihnen.“

Unbehaglich, gestört, seltsam, aber gleichzeitig total faszinierend – so lässt sich wohl seine Arbeit zusammenfassen, für die der Brite berühmt geworden ist. In den 70er Jahren sorgte er als androgyner Ausnahmemusiker für Furore.

„Je älter Sie werden, desto weniger Fragen sind es, die Sie beschäftigen. Unglücklicherweise sind es Fragen, auf die es keine Antworten gibt. Der Tod ist eine von ihnen.“

Die Figur Major Tom und das Album „Space Oddity“ verschafften ihm 1969 Weltruhm, es folgten zu Kultalben avancierte Popgeschichten wie „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“. „Heroes“ schrieb er in Berlin. In den 80ern hatte er Hits wie „Let’s Dance“. Auch als Maler und Schauspieler versuchte er sich.

Am 8. Januar 1947 in London als David Robert Haywood Jones geboren. Mit neun Jahren bekam er eine Single von Little Richard geschenkt, die seine Begeisterung für Musik weckte. Mit 15 Jahren spielte Bowie Saxofon und sang in einer Band. Seine erste Solosingle „Liza Jane“ erschien 1964 – ein Flop.

Sein Einfluss ist auch heute noch gewaltig, wenn etwa Lady Gaga Bowies Verwandlungen imitiert. Ständige charakterliche, gesellschaftliche und äußerliche Persönlichkeitswechsel – Bowie hat sie kultiviert. Seine Charaktere seien sich aber auch in einem ähnlich, sagte er einmal: „Die allgemeine menschliche Isolation ist eins der großen Themen, das sich durch mein ganzes Werk zieht.“

Allein ist das einst von Drogensucht geplagte Multitalent schon lange nicht mehr. Bowie lebt in New York und sieht sich vor allem als Familienvater. Texten, das sei ihm wichtiger geworden als die Inszenierung. Grund dafür sei auch seine kleine Tochter, verriet er in einem Interview. „Sonst habe ich bald ein kleines Mädchen, das mir Fragen stellt: „Warum hast du so etwas gerade kurz nach meiner Geburt geschrieben? Herzlichen Dank.“ Ich möchte vor allem ein verantwortungsbewusster Vater sein.“

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