Christian Tramitz über die Kultserie „Hubert und Staller“ – und warum er nicht mehr mit Bully Herbig dreht.

Interview
In der ARD gibt Christian Tramitz den Polizisten Franz Hubert.

In der ARD gibt Christian Tramitz den Polizisten Franz Hubert.

Ursula Düren

In der ARD gibt Christian Tramitz den Polizisten Franz Hubert.

Berlin. Die Rolle als schräger Westernheld machte ihn berühmt: Rund zwölf Millionen Kinobesucher sahen Christian Tramitz 2001 im Kassenschlager „Der Schuh des Manitu“. Nun hat der 58-Jährige eine neue Kultfigur erschaffen: In der ARD-Serie „Hubert und Staller“ löst er als miesepetriger Dorfpolizist Franz Hubert die kuriosesten Fälle. Mittwochs um 18.50 Uhr gibt es neue Folgen, und am Donnerstag darf das Gespann ab 20.15 Uhr sogar in Spielfilmlänge ermitteln. 

Herr Tramitz, „Hubert und Staller“ gehört zu den wenigen erfolgreichen Krimikomödien. Was machen Sie richtig?

Christian Tramitz: Oje, wenn ich das so genau wüsste, wäre ich reich und berühmt. Unsere Figuren hatten ihren Ursprung ja schon vor knapp zehn Jahren in der Comedy-sendung „Tramitz and Friends“. Damals waren die Figuren aber wesentlich extremer und haben sich in einem Fantasiedialekt unterhalten, der teilweise unverständlich war – für die Serie haben wir das verfeinert. 

Liegt der Erfolg auch daran, dass die Serie bei den Witzen nicht vor Tabus zurückschreckt?

Tramitz: Es ist der größte Fehler, es jedem recht machen zu wollen. Es muss immer auch Leute geben, die sagen: „Ich kann mit dem Mist überhaupt nichts anfangen.“ Man muss den Mut haben, andere auch mal vor den Kopf zu stoßen. Ich mag es nur nicht, wenn der Tabubruch aufgesetzt ist und man auf Teufel komm raus gegen irgendwelche Konventionen verstößt. 

Tramitz kam 1955 als in München zur Welt. Der 58-Jährige hat vier Kinder aus zwei Ehen und lebt am Starnberger See.

Tramitz studierte zunächst Kunstgeschichte, arbeitete aber auch schon früh für Radio und Fernsehen. Er wurde mit der „Bullyparade“ an der Seite von Michael „Bully“ Herbig bekannt, mit dem er auch „Der Schuh des Manitu“ drehte. Seitdem ist er regelmäßig in komischen Rollen zu sehen.

Wundern Sie sich, dass die ARD so makabre Späße wie den Gag um das beste Stück einer Brandleiche durchgehen lässt?

Tramitz: Das ist doch noch gar nichts. Schauen Sie sich doch zum Vergleich englische oder amerikanische Serien wie „Breaking Bad“ an, oder auch die Österreicher mit ihrem makaberen Humor. Zum Glück ist der schwarze Humor in Deutschland ja mittlerweile am Wachsen, aber wir liegen immer noch Lichtjahre zurück. In diesem Zusammenhang muss ich übrigens auch sagen, dass mich die Begriffe „Schmunzelkrimi“ und „augenzwinkernd“ stören. Wenn ich das nur höre, schnürt es mir den Magen zusammen. 

Weil es so verharmlosend klingt?

Tramitz: Genau, das klingt so nach: „Ach ja, diese beiden netten, charmanten Bayern.“ Nein, der von mir gespielte Hubert soll nicht nett sein, der ist leicht soziopathisch, menschenfeindlich, und das macht ja auch den Reiz der Serie aus. 

Wie beurteilen Sie die Lage des Humors im deutschen Fernsehen?

Tramitz: Was die deutsche Sitcom-Landschaft anbelangt: Die ist einfach nicht existent. Es gibt keine deutschen Sitcoms, oder zumindest keine, die ich mir anschaue. Ich bin da sehr nach Amerika orientiert, schaue regelmäßig „Big Bang Theory“ oder „Two and a Half Men“. 

Bis 2002 waren Sie neben Michael „Bully“ Herbig in der „Bullyparade“ zu sehen. Warum sind Sie bei seinem TV-Comeback im November nicht mit von der Partie?

Tramitz: Es war nie ein Thema, dass ich da in irgendeiner Form dabei bin. Ich hätte dieses Jahr definitiv gar keine Zeit gehabt. Vielleicht will Bully auch nicht auf die ganzen alten Gesichter setzen, damit die Kritiker nicht sagen, das Ganze sei ja nur ein Aufguss der „Bullyparade“. 

Ist was dran am Gerücht, Sie seien zerstritten?

Tramitz: Nein, da ist gar nichts dran. Wir treffen uns ab und zu und flachsen dann rum, dass wir gemeinsam einen zweiten „Schuh des Manitu“ machen – aber erst, wenn wir zu alt sind zum Reiten.

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