Ben Southall lässt es sich ein halbes Jahr am australischen Strand gut gehen und bekommt dafür 80.000 Euro.

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Schon am 1. Juli tritt der Ben Southall aus Hampshire den "Job" an.

Schon am 1. Juli tritt der Ben Southall aus Hampshire den "Job" an.

Reuters

Schon am 1. Juli tritt der Ben Southall aus Hampshire den "Job" an.

Hamilton Island/London. So viele Konkurrenten musste wohl noch niemand für eine befristete Stelle ausstechen: Der Brite Ben Southall setzte sich in einem monatelangen Auswahlverfahren gegen knapp 35.000 Mitbewerber durch und wurde am Mittwoch zum Inselranger des australischen Tropenparadieses Hamilton Island gekürt.

Der 34-Jährige überzeugte die Jury mit sehr speziellen Qualifikationen: Er punktete mit dem Ritt auf einem Straußenvogel und einem Giraffenkuss. In seiner Videobewerbung beschrieb er sich als "ein verrückter, energiegeladener Brite".

Als Arbeitskleidung genügen Shorts und Schlappen

Die Stellenbeschreibung für den "besten Job der Welt" versetzte vor einigen Monaten Angestellte in 200 Ländern in seliges Träumen: Der Tourismusverband Queensland suchte jemanden, der "am Great Barrier Reef schwimmt, schnorchelt, sich mit den Einheimischen anfreundet und das Tropenklima genießt". Für den auf sechs Monate befristeten Job auf der fünf Quadratkilometer großen Insel bekommt der Gewinner 80.000 Euro.

"Es ist eine absolute Ehre", freute sich Southall, der für erste Fernsehinterviews bereits Arbeitskleidung trug - Shorts und Flipflops. "In England halten wir schon ein Haus mit drei oder vier Zimmern und Klinkerfassade für das Maximum.

Aber meine ,Hausmeisterwohnung’ auf Hamilton Island liegt direkt am Meer und hat noch Platz für Gäste." Die Luxusvilla, in die er mit seiner kanadischen Freundin Bre einzieht, ist selbstverständlich mietfrei.

Die deutsche Teilnehmerin Mirjam Novak glaubt, dass sie den Sieg nur knapp verpasst hat: "Ich war wohl nah dran." Mit dem Briten Ben Southall habe aber "definitiv" ein würdiger Kandidat gewonnen.

Die 28-Jährige aus Erlangen, die Geschichte und Englisch studiert und als Schauspielerin arbeitet, ist sicher, dass der Australien-Aufenthalt ihrer Karriere nützlich ist: "Ich hatte in den vergangenen Wochen viel mehr Anfragen." Auf Einladung der Veranstalter will sie nun noch eine Woche durch Australien reisen. Den Sechs-Monats-Job auf den Hamilton Islands hätte sie wohl gern gehabt, auf Dauer würde es ihr dort aber nicht gefallen: "zu klein, zu wenig los".

Neben Poolplätschern und Fischbeobachtung im Meer gehört zu seinen Aufgaben, im Internet die Vorzüge seines Domizils zu rühmen. Schon am 1. Juli tritt der Sozialarbeiter aus Hampshire den "Job" an. Weil der Werbe-Gag mit dem Insel-Job weltweit ein so großes Echo hervorgerufen hat, wollen die Tourismus-Manager an ihm festhalten: "Die Chancen stehen ganz gut, dass wir die Stelle in Zukunft jedes Jahr neu ausschreiben", heißt es.

Es ist nicht leicht, die Stelle zu bekommen. Vielversprechende Kandidaten mussten etwa in der Vorauswahl in voller Tauchmontur mit der Londoner U-Bahn fahren. Im Finale reichten dann Charme und Schwimmkünste.

Der Brite besitzt davon offenbar genug. Zudem hat er ein Faible für ungewöhnliche Jobs. Er hat in Afrika als Touristenführer gearbeitet und engagiert sich als Spendensammler für Wohltätigkeits-Projekte. Im vorigen Jahr reiste er durch 30afrikanische Länder, absolvierte fünf Marathons, bestieg fünf Berge und nahm tausende Dollar Spenden ein. Nun will er ein fleißiger Botschafter für Hamilton Island werden: "Ich werde nicht nur an meinem Teint arbeiten."

"Das Wichtigste für mich im Leben ist, eine spannende Arbeit zu haben, die mich glücklich macht, andere Leute zum Lächeln bringt und Herausforderungen birgt", sagt der Mann mit dem "besten Job der Welt"

 Er kennt auch die andere Seite: "Mit 13 Jahren arbeitete ich als Fischverkäufer." Schon wenn er morgens das Verkaufsschild aufgestellt hatte, habe er dermaßen gestunken, dass er vor der Schule noch habe duschen müssen. Jetzt könne er wieder mit Fischen arbeiten: "Aber mit lebenden - das macht einen großen Unterschied."

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