Die Franzosen nennen ihn den eiskalten Engel. Am Montag wird Schauspieler Alain Delon 75 alt.

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Alain Delon als junger Mann in "Der Leopard" mit Claudia Cardinale

Alain Delon als junger Mann in "Der Leopard" mit Claudia Cardinale

Alain Delon als junger Mann in "Der Leopard" mit Claudia Cardinale

Paris. Sie nennen ihn den "eiskalten Engel". Ein Attribut für die Ewigkeit: so widersprüchlich, so rätselhaft und so treffend. Als Alain Delon in die Rolle des kaltblütigen Killers Jef Costello schlüpft, rennen allein in Frankreich über zwei Millionen Menschen ins Kino. Doch je größer der Abstand zu Jahren des Ruhms, desto tiefer der Graben zwischen Alain Delon und den Franzosen.

Die Franzosen zeigen dem Schauspieler die kalte Schulter

Sie mögen ihn respektieren, aber lieben tun sie ihn nicht. Im Gegenteil: Sie zeigen ihm, nun ja, die eiskalte Schulter. Wenn die Zeitung "Le Journal du Dimanche" regelmäßig die beliebtesten fünfzig Menschen der Republik kürt taucht der Name Alain Delon nicht auf der Liste auf.

In den 60er und 70er Jahren, da rissen sich Star-Regisseure wie Luchino Visconti, Henri Verneuil und Jean-Luc Godard um den Beau mit den stahlblauen Augen. Doch seit Jahren umgibt den einsamen Weltstar eine beklemmende Kälte.

Vor zehn Jahren nimmt Delon die Schweizer Staatsbürgerschaft an

Gewiss: Vor zwei Jahren ließen sie ihn noch mal mitspielen, gaben ihm den Cäsar in "Asterix bei den Olympischen Spielen".

Doch Girlanden flechten sie ihm nicht daheim, sondern auffallend oft auf der anderen Rheinseite: Bambi hier, Goldene Kamera dort und in Berlin den Goldenen Ehrenbär fürs Lebenswerk.

In den sechziger und siebziger Jahren, rissen sich Star-Regisseure wie Luchino Visconti, Henri Verneuil und Jean-Luc Godard um den Beau mit den stahlblauen Augen. Alain Delon spielte mit Kinolegenden wie Lino Ventura, Jean Gabin, Yves Montand und Andrè Bourvil.

Wie zerrüttet das Verhältnis zu seiner Heimat ist, erfahren die Franzosen spätestens vor zehn Jahren, als Delon, der einstige Indochina-Kämpfer, der angeblich glühende Patriot, Fahnenflucht begeht und die Schweizer Staatsbürgerschaft annimmt. Was macht ihn nur so unbeliebt? Seine große Sympathie für Le Pens rechtsextremistischen "Front National"? Seine angeblichen Verbindungen zur Unterwelt?

Romy Schneider war die große Liebe Alain Delons

Er ist ein Liebling der Frauen, aber seine Beziehungen halten nicht lange. Die turbulenteste Affäre beginnt er 1959 mit der 20-jährigen Romy Schneider, die dem raubeinigen Franzosen regelrecht verfällt. Zwar heiratet er Nathalie Delon und bekommt mir ihr den Sohn Anthony, doch immer wieder kehrt er zu seiner großen Liebe zurück - auch auf der Leinwand wie etwa 1968 in dem spektakulären Film "Swimmingpool".

Als auch die Beziehung zu der Schauspielerin Mireille Darc scheitert, heiratet er das niederländische Model Rosalie van Breemen. Mit ihr hat er zwei Kinder, Anouchka (19) und Alain-Fabien (16), doch auch diese Ehe zerbrach vor acht Jahren.

Heute lebt der Schauspieler auf einem Anwesen nahe Paris

Seit Jahren lebt Delon einsam auf einem hochherrschaftlichen Anwesen nicht weit von Paris. Depressionen sollen ihn dort gelegentlich plagen. Und doch gibt’s in letzter Zeit kleine Lichtblicke. Im erbittert geführten Sorgerechtsstreit mit seiner zweiten Frau soll er die Herzen der Kinder gewonnen haben, berichtet die Klatschpresse. Mit dem hübschen Töchterchen Anouchka plant er sogar in einem Pariser Theater aufzutreten. Kein schlechtes Geschenk zu seinem 75.Geburtstag an diesem Montag.

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