Microsoft-Mitbegründer Paul Allen erhebt in seiner Autobiografie Vorwürfe gegen seinen Weggefährten.

ComputerPioniere
Die Microsoft-Mitbegründer Paul Allen und Bill Gates (r. oben) im Jahr 1981 und beim Besuch eines Basketballspiels im Jahr 2000.

Die Microsoft-Mitbegründer Paul Allen und Bill Gates (r. oben) im Jahr 1981 und beim Besuch eines Basketballspiels im Jahr 2000.

Die Microsoft-Mitbegründer Paul Allen und Bill Gates (r. oben) im Jahr 1981 und beim Besuch eines Basketballspiels im Jahr 2000.

dpa, Bild 1 von 2

Die Microsoft-Mitbegründer Paul Allen und Bill Gates (r. oben) im Jahr 1981 und beim Besuch eines Basketballspiels im Jahr 2000.

Seattle. Als Bill Gates (55) und Paul Allen im Jahr 1975 Microsoft gründeten, waren die beiden noch dicke Freunde. Acht Jahre später stieg Allen aus dem dynamisch wachsenden Software-Unternehmen aus, nachdem bei ihm ein bösartiger Tumor im Lymphsystem entdeckt worden war. Doch nun schreibt Allen in einer Autobiografie, es habe damals nicht nur gesundheitliche Gründe gegeben, Microsoft zu verlassen.

Paul Allen und Bill Gates lernten sich 1968 in der Schule kennen

Der 58-jährige Allen wirft seinem frühere Kompagnon vor, ihn bei der Vergabe der Firmenanteile immer wieder benachteiligt zu haben. Außerdem besteht Allen darauf, dass viele der zündenden Ideen, die Microsoft groß gemacht haben, eigentlich von ihm stammen.

Paul Allen und der zwei Jahre jüngere Bill Gates lernten sich 1968 als Schüler der Lakeside School, einer Privatschule in Seattle, kennen, wo beide Computerfreaks Zugriff auf einen der ersten Minicomputer hatten.

Der Freund half Bill Gates 1980 aus der Klemme

Den ersten Mega-Erfolg landete Microsoft 1980, nachdem sich der Computerriese IBM dazu entschied, das Betriebssystem für den ersten Personal Computer bei Microsoft einzukaufen. Gates hatte jedoch ein System angeboten, das Microsoft noch gar nicht entwickelt hatte. Paul Allen half Microsoft damals aus der Klemme, indem er bei einem Bekannten für 50 000 Dollar das System QDOS einkaufte, aus dem dann das PC-Betriebssystem MS-DOS wurde.

Doch schon kurz nach diesem Coup kam es zu Spannungen. So beschreibt es zumindest Allen in seiner Autobiografie „Idea Man. Die Autobiografie des Microsoft-Mitgründers“. Im April 1981, in einer heißen Phase des IBM-Projektes, flog Allen am Wochenende nach Florida, um sich mit drei Kollegen den Start des ersten Space Shuttle „Columbia“ anzuschauen. Gates tobte und warf Allen vor, sich nicht entschieden genug für das Unternehmen einzusetzen.

Zum Bruch zwischen den Pionieren kam es 1982

Die deutsche Übersetzung des Buchs erscheint am 11. Juli im Campus-Verlag in Frankfurt unter dem Titel „Idea Man. Die Autobiografie des Microsoft-Mitgründers“. Preis: 24,99 Euro.

Zum entscheidenden Bruch zwischen Allen und Gates kam es dann nach dem Ausbruch der Krankheit bei Allen 1982. Er habe damals zufällig mitbekommen, wie Gates mit dem heutigen Microsoft-Chef Steve Ballmer diskutiert habe, Allens Anteile an Microsoft zu schmälern.

Gates wollte Allen zum Verzicht auf seine Anteile bewegen

Schon die Jahre zuvor habe Gates immer wieder den Vorstoß unternommen, ihn zum Verzicht auf Firmenanteile zu bewegen, schreibt Allen. Er schied 1983 bei Microsoft aus. Zuvor habe Gates vergeblich versucht, ihm seine Firmenanteile für fünf Dollar pro Aktie abzukaufen. Im März 1986 ging Microsoft an die Börse und erzielte 21 Dollar pro Aktie. Paul Allen wurde damit zu einem der reichsten Männer der Welt.

Allen investierte später erhebliche Teile seines Vermögens in Sportteams wie die Basketball-Mannschaft Portland Trail Blazers und das Football-Team Seattle Seahawks. Und auch das Verhältnis zu Bill Gates normalisierte sich mit der Zeit wieder. Als Allen vor zwei Jahren erneut an Krebs erkrankte, habe Gates zu den ganz regelmäßigen Besuchern gehört, „wie man sich das von einem Freund wünscht, fürsorglich und besorgt“.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer