Der Schauspieler Sebastian Koch (47) moderiert eine dreiteilige ZDF-Reihe über außergewöhnliche Bauten.

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„Gotischer Koloss“: Sebastian Koch schwärmt vom Kölner Dom.

„Gotischer Koloss“: Sebastian Koch schwärmt vom Kölner Dom.

dpa

„Gotischer Koloss“: Sebastian Koch schwärmt vom Kölner Dom.

Herr Koch, Sie sind ein vielgefragter Schauspieler. Was hat Sie daran gereizt, jetzt eine Dokureihe zu präsentieren?

Koch: Ich bin immer offen für neue Sachen und achte sehr darauf, mich nicht zu wiederholen. Deshalb hat mich die Idee sofort interessiert, zumal ich mich gerne mit Architektur beschäftige. In der Funktion als Präsentator hatte ich Zugang zu ganz besonderen Orten, wo man sonst nicht hinkommt - und das fand ich natürlich spannend.

Sie haben schon viele historische Filmrollen gespielt. War es auch der Aspekt Geschichte, der Sie gereizt hat?

Koch: Die Reihe heißt ja "Superbauten" und nicht "Supergeschichte". Es geht in erster Linie um den technischen Wahnsinn, um praktische Risiken, um die Menschen hinter den Monumenten. Der Kölner Dom, Schloss Neuschwanstein, die Dresdner Frauenkirche - für solche exzentrischen Bauwerke muss man sich zwischen Genie und Wahnsinn bewegen.

Stichwort wahnsinniges Genie: Da denkt man natürlich gleich an Ludwig II. und sein Neuschwanstein.

Koch: Natürlich ist König Ludwig II. an Exzentrik kaum zu überbieten. Heute vielleicht ein bisschen vergleichbar mit Michael Jackson und seiner Neverland-Ranch. Ein riesiges Spielzeug, poetisch, aber auch total künstlich. Für mich war bei dieser Reihe wichtig, meinen persönlichen Zugang einfließen zu lassen. Ich muss sagen, dieses Schloss ist beeindruckend, aber gleichzeitig so unantastbar, dass man sich da nicht länger aufhalten möchte. Es ist prunkvoll, hat aber keine Wärme.

Welches Bauwerk hat Sie am meisten fasziniert?

Koch: Jedes ist auf seine Art faszinierend. Der Kölner Dom allein schon durch seine Größe. Dieser gotische Koloss ist höchste Baukunst, gigantisch, man steht staunend davor. Unfassbar, wie die Menschen das ohne die heutigen Transportmöglichkeiten, ohne computeranimierte statische Berechnungen geschafft haben. Außerdem reizte mich die Geschichte des Kölner Kunstsammlers Sulpiz Boisserée, der es sich im 19.Jahrhundert in den Kopf gesetzt hatte, den Dom fertigzustellen. Dabei waren sämtliche alten Pläne verschollen. Die Geschichte, wie sie wieder aufgefunden wurden, hat etwas Magisches.

Wie stehen Sie zu dem Projekt, das Berliner Stadtschloss wieder aufzubauen?

Das ZDF zeigt in der Doku-Reihe "Superbauten" den Kölner Dom, Schloss Neuschwanstein und die Dresdner Frauenkirche. Die Folgen laufen ab 14. März sonntags um 19.30 Uhr.

Koch: Ich bin ein absoluter Gegner dieses Großunternehmens. Wenn von einem Bauwerk noch etwas da ist, das man restaurieren kann - wie bei der Dresdner Frauenkirche -, sollte man das meiner Meinung nach auch tun. Aber wenn alles weg ist, was soll man dann um Himmels Willen wieder aufbauen? Das wirkt doch dann immer ein bisschen wie Disneyland.

Ist eine Fortsetzung von "Superbauten" geplant?

Koch: Mir hat das Ganze Spaß gemacht. Es gibt ja noch viele beeindruckende "Superbauten" nicht nur in Deutschland. Letztlich entscheiden die Zuschauer, ob es weitergeht. Ich hoffe natürlich, dass viele einschalten, auch ein jüngeres Publikum.

Wieso ist Ihnen das so wichtig?

Koch: Oft merke ich bei jüngeren Leuten, dass sie relativ schnell aufgeben, wenn etwas nicht klappt. Die Reihe erzählt davon, dass man kämpfen muss, um seine Träume umzusetzen, aber natürlich auch scheitern kann.

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