2012 heißt es: Ab auf die Insel. Denn die Briten zeigen, was sie können und haben – von der Queen bis zu Olympia.

London Panorama
London 2012: Panorama-Blick über den neu gebauten Olympia-Park, wo während der Spiele täglich 180 000 Zuschauer erwartet werden.

London 2012: Panorama-Blick über den neu gebauten Olympia-Park, wo während der Spiele täglich 180 000 Zuschauer erwartet werden.

Königin Elizabeth II. vor dem Parlament in London.

Der Schriftsteller Charles Dickens in einer zeitgenössischen Darstellung.

ODA, Bild 1 von 3

London 2012: Panorama-Blick über den neu gebauten Olympia-Park, wo während der Spiele täglich 180 000 Zuschauer erwartet werden.

Düsseldorf. Dieses Jahr zeigen die Briten der Welt ihre Schokoladenseiten – und zwar alle. Der größte Festumzug zu Wasser mit der Queen, die Olympischen Spiele oder der 250. Geburtstag des Sandwiches sind nur einige Termine im proppenvollen Kalender der Insel. Auch Liebhaber englischer Tradition und Kunst dürfen sich auf ein wahres Marathon-Programm freuen.

Von Armut, Enge und Sehnsucht des viktorianischen Englands

Los geht es am 7. Februar mit dem 200. Geburtstag von Charles Dickens. Gleich an mehreren Orten kann man jenem Autor nachspüren, der Armut, Enge und Sehnsucht des viktorianischen Englands in seinem berühmten Werk „Oliver Twist“ porträtiert hat. Das Museum of London widmet Dickens als einem der bedeutendsten Schriftsteller Englands die erste große Ausstellung seit mehr als 40 Jahren. Dort können sich bis zum 6. Juni kleine und große Literatur-Fans in Wirken und Milieu des Romanciers hineinversetzen.

Die Jubiläumsparty steigt jedoch nicht in London, sondern in Dickens’ Geburtsort Portsmouth. Das Hafenstädtchen lädt vom 5. bis 12. Februar ein zu Lesungen, Straßenfesten und Führungen durch das Geburtshaus des Autors.

Pompöse Parade zu Wasser: Die Queen auf der Themse

Gleich im Anschluss wärmt sich London für das erste Großereignis 2012 auf – und zwar nicht etwa für Olympia, sondern für das Diamantene Thronjubiläum der Queen. Wer sich vergangenes Jahr schon an prächtigen Uniformen, Hüten und Kutschen bei der Trauung von Kate und Prinz William erfreut hat, der wird auch im Juni auf seine Kosten kommen.

Diesmal gibt es allerdings keine pompöse Prozession durch die Straßen Westminsters, sondern es geht per Schiff über die Themse. Am 3. Juni wird eine geschmückte Flotte von über tausend historischen Booten, Ruderern und Seglern den Fluss entlangreisen. Die Queen führt die Parade als Jubilarin an.

Im Februar vor 60 Jahren wurde Elizabeth II. mit nur 25 Jahren zur Monarchin gekrönt. Ihre Untertanen sind am Jubiläumssonntag aufgerufen, Straßenpartys und Picknicks zu organisieren und mitzufeiern. Dafür bekommt das ganze Land am 4. und 5. Juni Sonderurlaub.

Wer sich einstimmen will auf das historische Datum, kann dies im Windsor Castle tun: Vom 4. Februar bis Januar 2013 zeigt das Schloss 60 eindrucksvolle Fotografien aus 60 Jahren Regentschaft.

Der Buckingham Palast lässt sich im Londoner Jahr der Superlative ebenfalls nicht lumpen: Ab dem 26. Juli stellt er die persönliche Juwelenkollektion der Königin aus, darunter auch ihr Krönungsgeschmeide und 80 kostbare Roben, die Elizabeth II. zu Staatsempfängen getragen hat.

15 000 Athleten beim größten Sportspektakel der Welt

Keine 24 Stunden nach der Vernissage im Palast beginnt in Stratford, Ostlondon, das größte Sportspektakel der Welt: Vom 27. Juli bis 12. August geben im komplett neu gebauten Olympia-Park 15 000 Athleten in 26 Sportarten ihr Bestes. Täglich 180 000 Zuschauer erwartet die Stadt auf dem Gelände.

Doch auch an den wichtigen historischen Plätzen Londons wird um Medaillen gekämpft: Die Beachvolleyballer spielen an der Horse Guards’ Parade, dem Platz, an dem seit dem 17. Jahrhundert königliche Zeremonien stattfinden. Am Palast Hampton Court konkurrieren die Radrennsportler, und auf der Prachtstraße The Mall laufen die Marathonis.

Eine neue Seilbahn über der Themse zwischen Austragungsstätten in Greenwich und den Docklands verspricht spektakuläre Blicke über die Londoner Skyline und den Olympia-Park.

Beim „London 2012 Festival“, das die olympischen Spiele flankiert, kommen aber auch Sportmuffel auf ihre Kosten. So huldigt die Royal Shakespeare Company dem großen Stückeschreiber mit über 20 Theaterproduktionen aus der ganzen Welt. Dutzende Konzerthäuser und Galerien beteiligen sich mit eigenen Ideen an einem Alternativ-Programm zum olympischen Sport.

Vom Käserollen bis zum Schneckenschnellkriechen

Wer sich jenseits von kulturellen und athletischen Höchstleistungen einfach nur bei einem typisch britischen, also skurrilen Zeitvertreib entspannen möchte, hat auch dazu 2012 genügend Gelegenheit. Das mittelalterliche Städtchen Sandwich in Kent etwa feiert am 12. und 13. Mai die Geburt des kunstvoll belegten Butterbrots.

In Stilton bei Peterborough können Freunde der Exzentrik am 7. Mai der Meisterschaft des Käserollens beiwohnen, am 24. Juni der Weltmeisterschaft im Eierwurf – und in Norfolk am 21. Juli der Weltmeisterschaft im Schneckenschnellkriechen.

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