Michel Piccoli
Arthur Cohn, Michel Piccoli (r) und seine Frau Ludivine in München.

Arthur Cohn, Michel Piccoli (r) und seine Frau Ludivine in München.

dpa

Arthur Cohn, Michel Piccoli (r) und seine Frau Ludivine in München.

München (dpa) - Es sollte eine große Feier mit Glitzer und Glamour werden, dann platze die Nachricht vom Tod Bernd Eichingers in die Verleihung der «Diva»-Awards in München.

Zahlreiche Bekannte und Freunde waren geschockt. Einige langjährige Weggefährten des 61- Jährigen erfuhren vor laufenden Kameras auf dem roten Teppich vom Tod des Produzenten.

«Schrecklich, schrecklich. Ich möchte gar nichts mehr dazu sagen. Das ist fürchterlich», reagierte ein fassungsloser Herbert Knaup. Als er die «Diva» als bester Schauspieler entgegennahm, sprach er dann doch. «Ich bin natürlich zerschmettert», sagte Knaup. «Ich werde diese "Diva" immer mit Bernd Eichinger in Verbindung bringen.» Der Tod des Produzenten, «der auch irgendwie eine Diva war, mit seinen weißen Turnschuhen», habe ein Riesen-Loch in die deutsche Filmlandschaft gerissen, sagte Knaup. Er war sichtlich bewegt - und das, obwohl Eichinger ihn nie so richtig gemocht habe. «Ich war ja auch immer mit seinen Frauen zusammen - im Film.»

«Der Bernd war ein ganz Großer», sagte ein ebenfalls sichtlich bewegter Ralph Siegel. «Es tut mir wahnsinnig leid.» Schauspieler Hannes Jaenicke nannte Eichinger eine Legende. Und der Präsident der Spitzenorganisation der deutschen Filmwirtschaft (SPIO), Steffen Kuchenreuther, brachte zunächst nur ein «Ich bin völlig fertig» über die Lippen.

Die Veranstaltung begann mit einer Schweigeminute für den Produzenten. Vor Beginn der Preisverleihung ergriff Veranstalter Ulrich Scheele das Wort. «Einer der Größten der deutschen Filmbranche, Bernd Eichinger, ist heute gestorben», sagte er. Eichinger selbst war ein «Diva»-Preisträger, bei der Veranstaltung vor zwei Jahren noch hielt er im Bayerischen Hof die Laudatio für Schauspielerin Johanna Wokalek. «Bernd, Du hast Dich um den deutschen Film und für Deutschland verdient gemacht», sagte Scheele.

Die Preisträger traten an diesem Abend in den Hintergrund. Multi-Talent Michael «Bully» Herbig, Filmstar Götz George, der italienische Musiker Zucchero und der französische Schauspieler Michel Piccoli wurden mit «Diva»-Awards ausgezeichnet und in die sogenannte «Hall of Fame» aufgenommen. Schauspielerin des Jahres 2010 wurde Anna Fischer. «Eigentlich habe ich überlegt, nach Hause zu gehen», sagte sie. «Aber the Show must go on - es muss weitergehen.»

Den Preis für die beste «Regieleistung des Jahres» nahm Feo Aladag für ihren Film «Die Fremde» und «für den Mann, um den wir alle trauern» entgegen, wie sie sagte. Eichinger habe mit Leidenschaft und Hingabe Filme gemacht. Als erfolgreichste Band wurde Unheilig mit der erfolgreichsten Single des Jahres «Geboren um zu leben» ausgezeichnet, die Band heimste auch einen Publikumspreis ein. Die Sängerin und Gewinnerin der Casting-Show «X-Factor», Edita Abdieski, wurde als «Talent of the Year» geehrt. Publikumspreise gingen ebenfalls an den Film «Avatar - Aufbruch nach Pandora» und die Sat.1-Fernsehproduktion «Die Wanderhure». Der «Earth Award» ging an den Meeresforscher Hans Hass.

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