Goldschuh
Der goldene Schuh des belgischen Designers van Noten bei «Barneys» in New York. Foto: Katharina Sonnichsen

Der goldene Schuh des belgischen Designers van Noten bei «Barneys» in New York. Foto: Katharina Sonnichsen

dpa

Der goldene Schuh des belgischen Designers van Noten bei «Barneys» in New York. Foto: Katharina Sonnichsen

New York (dpa) - Lichter glitzern, Kerzen leuchten und die Geschenke strahlen in diesem Jahr. Denn wer nicht auf den Preis achten muss, der verschenkt in New York in diesem Jahr gern Gold.

Geschenke aus dem edlen Material gibt es viele: Angefangen bei Ohrringen und Armbanduhren, die es schon immer gab, über Haustürschlüssel und Betten bis hin zu Wasserflaschen - überzogen mit 24 Karat Gold, besetzt mit 113 Diamanten und obendrein versetzt mit essbaren Goldblättern. Nur drei Exemplare sollen weltweit existieren, der Preis: Verhandlungssache.

«Gold ist die Zukunft», wirbt Remo Brun. Über einen Onlineshop vertreibt der Schweizer Geschäftsmann das teure Gold-Wasser. Auch Zucker, Salz und Olivenöl gehören zum Angebot, ebenfalls mit Gold-Anteilen. Brun meint: «Gold ist "in". Nicht mehr nur in Form von Juwelen, jetzt ist Gold auch im Tee, im Dessert oder eben im Wasser zu finden.»

Ein amerikanischer Geschäftsmann soll bereits Interesse an den limitierten Wasserflaschen bekundet haben. Denn in den USA scheint der explodierte Goldpreis einen Trend zum Goldgeschenk mitausgelöst zu haben. Schließlich leben die meisten Millionäre in den USA - 5,2 Millionen an der Zahl. Nordamerika hat 2011 Europa wieder als reichste Region der Welt abgelöst.

Schon seit Jahren vertrauen viele Anleger dem Gold als, zumindest bislang, sichere Bank. Und nun setzen anscheinend auch die Verbraucher im Weihnachtsgeschäft auf Gold - egal ob echt oder unecht. Wer sich in New York City auf die Suche nach einem Weihnachtsgeschenk begibt, der findet so allerhand goldige Ideen.

An der 5th Avenue strahlen die in der Farbe Gold dekorierten Schaufenster von Versace und Dior um die Wette. Inmitten des Luxus-Kaufhauses «Henri Bendel» steht ein güldener Baum, der sich bis in die dritte Etage erstreckt und die Besucher zum Kaufen animieren soll. Und bei «Barneys» bekam ein goldfarbener Schuh des belgischen Designers Dries van Noten (knapp 600 Euro) sogar einen Ehrenplatz inmitten der Weihnachtsdekoration.

Auch an der nahen Madison Avenue dominiert die Farbe Gold. Der amerikanische Designer Michael Kors präsentiert hier seine aktuelle Kollektion und im Mittelpunkt steht - wie sollte es anders sein - ein goldig glitzerndes Kleid (knapp 15 000 Euro). Selbst die Designerin Lisa Perry, bekannt für ihre knallig bunten Kleider, setzt für das Weihnachtsgeschäft auf Gold.

Die wirklich interessanten Weihnachtsgeschenke aber werden bestellt. «Neiman Marcus» hat es vorgemacht. Schon 1926 veröffentlichte die amerikanische Kaufhauskette zum ersten Mal das inzwischen legendäre «Christmas Book», von Anfang an bekannt für außergewöhnliche Geschenkideen. In diesem Jahr sind es Wasserspiele für den eigenen Garten - Kostenpunkt: eine Million Dollar. Die auf zehn Autos limitierte Sonderedition «2012 Ferrari FF» für je 295 000 Euro war innerhalb von 50 Minuten ausverkauft.

Dem gegenüber stehen ganz andere Zahlen. Eine Untersuchung der Bertelsmann Stiftung ergab: Die USA bildet im weltweiten Vergleich das Schlusslicht in punkto soziale Gerechtigkeit. Die Kinderarmut in der größten Volkswirtschaft der Welt liegt bei 21,6 Prozent. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird in den USA immer größer. Genau dagegen demonstrieren in New York City seit September Anhänger der «Occupy Wall Street»-Bewegung.

Nicht weit davon entfernt hat sich das Restaurant «Wall Street Burger Shoppe» einen Namen gemacht. Einen typisch amerikanischen Burger gab es hier bis vor kurzem für umgerechnet 130 Euro - dafür mit echtem Gold verziert. Das, rein preislich, dazugehörige Dessert bestellt man einige Straßen weiter bei «Serendipity3»: Ein Eisbecher mit fünf Kugeln aus erlesenen Zutaten und einem essbaren Goldblatt auf der Spitze für 750 Euro.

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