Dem einen tun die Tiere leid, ein anderer möchte gesünder leben: Viele Menschen in Deutschland verzichten darauf, Fleisch oder Wurst zu essen - Frauen noch immer weitaus häufiger als Männer.

Veganes Essen
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Berlin. Gut vier von hundert Erwachsenen in Deutschland ernähren sich gewöhnlich vegetarisch. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin vorgestellte Studie. Unter den Frauen sind demnach 6,1 Prozent Vegetarierinnen, von den Männern ernähren sich lediglich 2,5 Prozent üblicherweise fleischlos. „Die Möglichkeiten, sich ausgewogen vegetarisch zu ernähren, haben sich in Deutschland in den letzten Jahren deutlich verbessert und Vegetarierinnen und Vegetarier sind heute mehr als eine idealistische Minderheit“, schreiben die Autoren.

Ein verringerter Fleischkonsum reduziere die Massentierhaltung, schone die Umwelt und sei nach Einschätzung von Experten vielfach gesünder, heißt es in der Analyse. „Diese positiven Effekte würden weiter verstärkt, wenn neben der relativ kleinen Gruppe der Menschen, die ganz auf Fleisch verzichten, eine insgesamt größere Bevölkerungsgruppe ihren Fleischkonsum reduzieren würde.“ Derzeit liege er im Durchschnitt noch erheblich über der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Am höchsten liegt der Anteil überwiegend vegetarisch lebender Menschen der Auswertung zufolge bei den 18- bis 29-Jährigen (Frauen 9,2 Prozent, Männer 5 Prozent) sowie bei Frauen von 60 bis 69 Jahren (7,3 Prozent). Zudem steige er mit zunehmendem Bildungsstand, zeigen die im „Journal of Health Monitoring“ vorgestellten Daten. „Gleiches gilt für Personen, die in Großstädten leben und für Menschen, die mehr als vier Stunden pro Woche Sport treiben.“

In die Auswertung der RKI-Forscher waren zwischen 2008 und 2011 aufgenommene Angaben von 6933 Menschen im Alter von 18 bis 79 Jahren eingeflossen. Verzehrhäufigkeit und -menge von 53 Lebensmittelgruppen wurden dabei jeweils über vier Wochen erfasst. Vegetarier konsumieren demnach auch weniger kalorienreduzierte Getränke, Bier und Wein sowie mehr Tee, Obst und Gemüse. dpa

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