Kurfürstliche Sommerresidenz Schwetzingen
Das Schwetzinger Schloss ist als Weltkulturerbe-Denkmal vorgeschlagen.

Das Schwetzinger Schloss ist als Weltkulturerbe-Denkmal vorgeschlagen.

dpa

Das Schwetzinger Schloss ist als Weltkulturerbe-Denkmal vorgeschlagen.

Paris (dpa) - Deutschland schickt die Kurfürstliche Sommerresidenz in Schwetzingen und das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth ins Rennen um die begehrten Weltkulturerbetitel der Unesco.

Die Denkmäler in Baden-Württemberg und Bayern wurden von der Kultusministerkonferenz (KMK) offiziell für die Aufnahme in die Unesco-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt vorgeschlagen. Über die Anträge werde das Welterbekomitee der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur voraussichtlich im Sommer 2012 entscheiden, teilte die KMK mit. Bis dahin müssen unabhängige Denkmal-Experten die Gesuche prüfen.

Schwetzingen gilt mit dem Ensemble aus Stadt, Schloss und Garten als das am besten erhaltene Beispiel einer europäischen Sommerresidenz in der Tradition des 18. Jahrhunderts. Die weitläufige Anlage umfasst einen Park in englischem und französischem Stil mit zahlreichen Bauten - etwa Orangerie, Badhaus und Gartenmoschee. Das Schloss ist das Wahrzeichen der nordbadischen 21 000-Einwohner-Stadt. Schwetzingen hatte die Anlage bereits vorher einmal für die Welterbe- Liste vorgeschlagen, den Antrag aber dann zurückgezogen, weil angesichts eines negativen Gutachter-Urteils ein Scheitern drohte.

Neben Schwetzingen nominierte Deutschland das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth für die Aufnahme in die Unesco-Liste. Das zwischen 1744 und 1748 errichtete Gebäude ist das einzige im ursprünglichen Zustand erhaltene große Barocktheater Deutschlands. Bauherrin war die kunstsinnige Bayreuther Markgräfin Wilhelmine, eine Schwester Friedrichs des Großen.

Auf der Suche nach einem geeigneten Ort für die Aufführung vom «Ring des Nibelungen» besichtigte auch Richard Wagner im April 1871 das prachtvolle Haus. Das Gebäude war zwar für Wagners wuchtiges Werk zu klein. Das Opernhaus und die Markgrafenstadt beeindruckten den Operndichter aber so sehr, dass er sich entschloss, sein Festspielhaus auf dem «Grünen Hügel» von Bayreuth zu errichten.

Schwetzingen ist zuversichtlich, den begehrten Titel zu bekommen. «Die heutige Nominierung ist eine erste Belohnung für die tolle Arbeit, die im Vorfeld geleistet wurde», sagte Oberbürgermeister René Pöltl. Der Stadt und dem Land sei es gelungen, die herausragenden Qualitäten der Schwetzinger Sommerresidenz herauszustellen.

In Bayreuth wurde die Nominierung mit Erleichterung und Genugtuung aufgenommen. «Wir haben mit dem Markgräflichen Opernhaus ein einzigartiges architektonisches Kleinod, das es verdient hat, ins Welterbe aufgenommen zu werden», erklärte Oberbürgermeister Michael Hohl (CSU).

Bayreuth und die Bayerische Schlösserverwaltung hatten schon vor einem Jahr gehofft, dass es das Opernhaus in die Vorschlagsliste schafft. Damals machte aber das Fagus-Werk im niedersächsischen Alfeld das Rennen. Die Entscheidung des Welterbekomitees über diesen Antrag soll bereits im Juni dieses Jahres im Golfstaat Bahrain fallen. Zudem will die Bundesrepublik dort fünf besonders naturnahe Buchenwälder als einmalige Natur- und Kulturgüter unter weltweiten Schutz stellen lassen. Sie sollen das bestehende Weltnaturerbe der slowakisch-ukrainischen Buchenurwälder der Karpaten ergänzen.

In die Unesco-Welterbeliste werden Kultur- und Naturstätten aufgenommen, die in ihrer Art einzigartig sind und für die Menschheit einen außergewöhnlichen Wert haben. Deutschland ist auf der Unesco-Liste bislang 33 Mal vertreten. Weltweit sind 911 Kultur- und Naturstätten in 151 Ländern als Welterbe eingestuft. Davon sind 704 Kulturdenkmäler und 180 Naturdenkmäler. Weitere 27 Denkmäler gehören sowohl dem Kultur- als auch dem Naturerbe an.

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