Berliner Stadtschloss
2013 soll der Grundstein für das Berliner Stadtschloss gelegt werden.

2013 soll der Grundstein für das Berliner Stadtschloss gelegt werden.

dpa

2013 soll der Grundstein für das Berliner Stadtschloss gelegt werden.

Berlin (dpa) - Kulturstaatsminister Bernd Neumann hat den geplanten Wiederaufbau des Berliner Schlosses für mehr als eine halbe Milliarde Euro nachdrücklich verteidigt. «Natürlich ist das viel Geld», sagte der CDU-Politiker in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Aber bei einem Haushalt von einigen Hundert Milliarden muss eine Kulturnation wie Deutschland in der Lage sein, ein solches Projekt über mehrere Jahre zu stemmen. Ich halte das für vertretbar.» Neumann warb für mehr private Spendenbereitschaft. Zugleich räumte er ein, dass die Rekonstruktion der Hohenzollern-Residenz die Menschen nicht so emotional berührt wie der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. Für das 2005 abgeschlossene Projekt in der Sachsen-Metropole waren weltweit rund 115 Millionen Euro an Spendengeldern zusammengekommen. «Das ist nicht vergleichbar, weil die Frauenkirche als Symbol gegen Krieg und Zerstörung eine ganz andere emotionale Bedeutung hatte», sagte der Staatsminister. «Dieses Gefühl wird man nur schwer erreichen können. Aber ich glaube, wenn das Schloss einmal steht - und es wird stehen - dann wird es auch eine große Faszination ausüben und ein weiterer architektonischer und kultureller Höhepunkt der Hauptstadt sein.» Die Bundesregierung hatte den eigentlich für dieses Jahr geplanten Baubeginn im vergangenen Sommer aus Spargründen um drei Jahre verschoben. Erster Spatenstich soll nun 2013 sein, ehe 2014 die eigentlichen Arbeiten beginnen. Bis 2018/2019 ist die Eröffnung geplant. Unter dem Namen Humboldtforum soll hinter den rekonstruierten Schlossfassaden ein modernes Kommunikations- und Museumszentrum entstehen. Der Bundestag hatte sich 2002 nach jahrelanger Diskussion für diese Lösung ausgesprochen. Er stehe nach wie vor voll hinter dem Beschluss, so Neumann. «Natürlich hätte man auch sagen können, wir setzen da etwas ganz Spektakuläres hin mit futuristischer Architektur», sagte er. «Ich neige bei Neubauten auch eher zu moderner Architektur. Aber in dieser Lücke im Herzen Berlins, gegenüber dem Dom und der Museumsinsel, da sollte der Wiederaufbau des Schlosses mit seinen historischen Fassaden erfolgen, so, wie es der Bundestag beschlossen hat.» Für das Mammutprojekt sind Baukosten von 552 Millionen Euro veranschlagt. 440 Millionen trägt der Bund, 32 Millionen die Stadt. Die restlichen 80 Millionen sollen durch Spenden hereinkommen. Mögliche Kostensteigerungen - so Neumann - dürften nicht zu Lasten anderer Kultureinrichtungen gehen. «Das ist sichergestellt, denn die Mittel für den Wiederaufbau des Stadtschlosses sind nicht im Kulturhaushalt, sondern im Haushalt des Bauministeriums angesiedelt.» Gespräch: Nada Weigelt, dpa

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