Man Ray Portraits at the National Portrait Gallery
«Le Violon d'Ingres» ist vielleicht Man Rays berühmteste Fotografie. Foto: Facundo Arrizabalaga

«Le Violon d'Ingres» ist vielleicht Man Rays berühmteste Fotografie. Foto: Facundo Arrizabalaga

dpa

«Le Violon d'Ingres» ist vielleicht Man Rays berühmteste Fotografie. Foto: Facundo Arrizabalaga

London (dpa) - Von Musen bis Hollywood-Stars und den großen Intellektuellen seiner Zeit: Der US-amerikanische Künstler Man Ray fotografierte sie alle. In einer großen Retrospektive zeigt die National Portrait Gallery in London mehr als 150 Porträt-Aufnahmen, die Man Ray zwischen 1916 und 1968 schuf.

Für den Betrachter ist die Ausstellung «Man Ray Portraits» ein fotografisches «Who is Who» seiner Zeit. Sie ist von diesem Donnerstag an bis zum 27. Mai in der Galerie am Trafalgar Square zu sehen und wird anschließend im schottischen Edinburgh und in Moskau gezeigt.

«Als er 1976 in Paris starb, war Man Ray ein weitgehend unterschätzter Künstler,» sagte Chef-Kurator Terence Pepper am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Inzwischen würden auf Auktionen Höchstpreise für seine Werke erzielt. In sechsjähriger Arbeit hat Pepper aus Museen in den USA und Europa sowie aus Privatsammlungen Foto-Porträts von Man Ray zusammengetragen. «Viele der Fotografien sind bekannt, aber sie wurden noch nie alle an einem Ort gezeigt», sagte er.

Eine große Anzahl der Exponate stammt aus dem Museum Ludwig in Köln, das vor kurzem das Archiv des Fotosammlers L. Fritz Gruber erworben hat. Dazu zählt das Paradestück der Ausstellung, die Aufnahme Le Violin d'Ingres (1924), die Man Ray's Geliebte Kiki de Montparnasse mit Turban als «Violinenfrau» zeigt. Neben bekannten Werken sticht als Rarität ein Triptychon von Lee Miller von 1930 hervor, das Man Rays «surrealistische Faszination mit der weiblichen Form» widerspiegelt. Aus der Sammlung des britischen Popstars Elton John - der Elton John Photography Collection - stammt eine bestechende Aufnahme der Picasso-Geliebten Dora Maar von 1936.

Picasso, Georges Braque, Marcel Duchamp, Salvador Dali, Ernest Hemingway, James Joyce, Le Corbusier und Coco Chanel sind nur einige der Prominenten seiner Zeit, die Man Ray mit seinen fotografischen Charakterstudien für die Nachwelt erhielt. Die Ausstellung schließt mit einem Foto der Schauspielerin Catherine Deneuve aus einer Privatkollektion. Das Bild, das Man Ray 1968 im Auftrag der Sunday Times schoss, zeigt die Schauspielerin im Studio, umgeben von Kunstobjekten, die Man Ray schuf.

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