Bundeswehr-Maskottchen Josef
Der Ziegenbock Josef geht in Rente. Foto: Oliver Krato

Der Ziegenbock Josef geht in Rente. Foto: Oliver Krato

dpa

Der Ziegenbock Josef geht in Rente. Foto: Oliver Krato

Höxter (dpa) - Die Bundeswehr hat nun endgültig den Bock zum Rentner gemacht: Deutschlands letztes Truppenmaskottchen, der Ziegenbock Josef, hat in dieser Woche zum letzten Mal strammgestanden. Das berichten die Zeitungen «Westfalen-Blatt» und «Neue Westfälische».

Anfang September hatte das ABC-Abwehrbataillon 7 in Höxter angekündigt, sich von dem ein Jahr alten Traditionstier zu trennen. Es kommt nun bei einer Familie aus der Umgebung unter.

«Leichtfertig wurde diese Entscheidung nicht getroffen, geht doch damit ein großes Stück Tradition zu Ende», sagte Presseoffizier Steven Herrmann dem «Westfalen-Blatt». Hintergrund der Trennung sei die zunehmende Zahl von Auslandseinsätzen.

Damit reißt in Höxter die Erbfolge der Ziegenböcke Franz-Josef (1973-1986), Charles (1986-1998), Erwin (1998-2010) und Josef (2010-2011) ab. Eins der Maskottchen steht inzwischen sogar ausgestopft im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. Die Böcke hatten jeden Morgen am Truppenappell teilgenommen.

Zugleich endet auch ein illustres Kapitel Militärgeschichte. Jahrhundertelang haben sich deutsche Soldaten um meckernde, bellende, miauende und brüllende Truppenbegleiter gekümmert. Im deutsch-österreichischen Krieg 1866 war Bernhardiner «Sultan» sogar zum Oberfeldwebel aufgestiegen. Erstes modernes Bundeswehrmaskottchen war ein Mufflonbock gewesen, den das Wach-Bataillon 1958 geschenkt bekommen hatte. Bei einer Ausbildungskompanie in Baden-Württemberg gab es sogar bis in die 90er Jahre Gehege mit freilaufenden Hirschen.

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