Wiener Neujahrskonzert
Das Wiener Neujahrskonzert mit dem österreichischen Dirigenten Franz Welser-Möst.

Das Wiener Neujahrskonzert mit dem österreichischen Dirigenten Franz Welser-Möst.

dpa

Das Wiener Neujahrskonzert mit dem österreichischen Dirigenten Franz Welser-Möst.

Wien (dpa) - Heiter und beschwingt, mit melancholischen Untertönen: So starteten die Wiener Philharmoniker beim Neujahrskonzert ins musikalische Jahr 2011.

Dirigent Franz Welser-Möst schlug traditionelle, aber auch neue Töne an und spannte einen musikalischen Bogen von Johann Strauß' «Donauweibchen» bis zu Franz Liszts «Mephisto». Ein Meer aus 30 000 Blüten im Goldenen Saal des Musikvereins untermalte Walzer, Märsche und Polkas.

Harmonie war angesagt zwischen Dirigent und Orchester. Das traditionelle Konzert zu leiten, sei für ihn so etwas wie «der Nobelpreis der Musik», hatte der Musiker, der auch Generalmusikdirektor der Staatsoper ist, vor den Proben erklärt. Der 50-Jährige gestaltete das Konzert sehr persönlich und flocht familiäre Bezüge ein.

So prägten den ersten Teil des Konzertes Walzer und Polkas, die im Wiener Café Dommayr uraufgeführt wurden. Mit der Amazonen-Polka etwa hatte der 19-jährige Johann Strauß, der später als «Walzerkönig» gefeiert werden sollte, dort erstmals aufgespielt. Das Café wiederum gehörte zum Besitz der Familie von Welser-Mösts Urgroßmutter.

Ins Leicht-Beschwingte des ersten Teils folgte das Orchester seinem Dirigenten ebenso wie in melancholische Tiefen. «Diese Musik ist ja nicht nur lustig, beschwingt und fröhlich», hatte Welser-Möst im Vorfeld erklärt: «Es kommt auch sehr das Wiener Temperament im Sinne des Lieben Augustin durch.»

Angefangen mit einem Csardas aus «Ritter Pasmann», dem einzigen Hit aus der gleichnamigen Oper von Johann Strauß. Wehmütig auch die Polka «Aus der Ferne» des weniger im Rampenlicht stehenden Strauß-Bruders Josef. Romantische Kostüme von Johan Engels ließen bei der Einlage des Wiener Staatsopernballetts das Lebensgefühl der Straußzeit aufflackern.

Erstmals waren beim Traditionskonzert Kompositionen von Franz Liszt zu hören, dessen Geburtstag sich im November zum 200. Mal jährt. Welser-Möst inszenierte ein Zwiegespräch zwischen Liszt und Johann Strauß Vater, ließ erst dessen «Furioso-Galopp nach Liszt's Motiven» erklingen und dann Liszt selbst. Dessen «Mephisto-Walzer» brachte rasante Töne in den flotten Reigen.

Traditionell dann der Ausklang mit dem Walzer «Mein Lebenslauf ist Lieb und Lust» mit einem Ballett von Jean-Guillaume Bart, das ins verschneite Schloss Laudon am Rand des Wienerwaldes führte. Im Saal erlebten internationale Gäste den musikalischen Jahreswechsel, an der Spitze neben Bundespräsident Heinz Fischer der Emir von Katar mit seiner Frau im Rahmen seines Staatsbesuchs in Österreich. Ein Millionenpublikum verfolgte das Konzert per Rundfunkübertragung in 70 Ländern. Im kommenden Jahr wird der lettische Dirigent Mariss Jansons zum zweiten Mal nach 2006 das Traditionskonzert leiten.

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