Paul Simon in Berlin-Spandau.
Paul Simon in Berlin-Spandau.

Paul Simon in Berlin-Spandau.

dpa

Paul Simon in Berlin-Spandau.

Berlin (dpa) - Das große Feuerwerk nach dem Konzert wäre gar nicht mehr nötig gewesen - mit seiner Musik hatte Paul Simon vorher schon eines zwei Stunden lang gezündet. Es waren unvergessliche Momente, die der freundliche ältere Herr mit seiner achtköpfigen Virtuosen-Band am Montagabend auf der Bühne des Zitadellen-Festivals in Berlin zelebrierte.

Durch 40 Jahre seiner Solo-Karriere mit vielen zeitlosen Liedern und etlichen Welthits flanierte der fast 70-jährige US-Amerikaner. Am Ende stand eine magische Mischung aus Pop, Rock, Gospel, New-Orleans-Groove und einigen der schönsten Balladen der Popmusik.

Die berühmte Südafrika-Phase, in der Simon vor 25 Jahren Township-Folklore aus dem damaligen Apartheid-Staat in seinen Sound einfließen ließ, wurde mit temperamentsprühenden Songs wie «You Can Call Me Al» oder «Diamonds On The Soles Of Her Shoes» gewürdigt. Das Material aus dem aktuellen Album bewies, dass auch heute noch Geniestreiche in ihm stecken: «Dazzling Blue» oder das stille, anrührende «Questions Of The Angels» können mit den allerbesten Simon-Songs mithalten.

Mit sichtlicher Spielfreude machte Paul Simon auch Skeptikern klar, dass er vom Altenteil noch weit entfernt ist. Mühelos ließ er seine offenbar ewig junge Stimme durch jazzige Klassiker wie «Hearts And Bones» oder «Still Crazy After All These Years» schweben. Mit begeistertem Funkeln in den Augen sah er seinen multikulturellen Begleitmusikern zu, wenn sie ihr Können in wohldosierten Soli aufblitzen ließen.

Paul Simon hat es heute nicht einmal mehr nötig, mit seinen legendären Sixties-Liedern aufzutrumpfen. Aus der Duo-Zeit mit Art Garfunkel hatte er am Montagabend lediglich «The Sound Of Silence» im Programm. Er konnte es sich leisten: Das bunt gemischte Berliner Publikum - darunter überraschend viele junge Fans - feierte Simons alte und neue Solo-Songs gleichermaßen euphorisch.

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