Elton John in Hamburg.
Elton John in Hamburg.

Elton John in Hamburg.

dpa

Elton John in Hamburg.

Hamburg (dpa) - Drei Stunden Musik pur. Keine große Bühnenshow, kein Firlefanz, keine Aufregung. Nur zwei Altmeister, die ihre Instrumente perfekt beherrschen. So sieht es aus, wenn Pop-Legende Elton John und Percussionist Ray Cooper gemeinsam auftreten. Wofür andere ein Orchester brauchen, reichen den beiden Weggefährten vier Hände: zwei für den Flügel, zwei für die Percussions.

Schon bevor Elton John die ersten Takte von «The One» anstimmt, hält es die 5000 Zuschauer in der Hamburger O2 World nicht mehr auf ihren Rängen. Ovationen vor dem ersten Song. Und obwohl er das schon hunderte Male erlebt hat, ist bei Elton John von Routine keine Spur.

Als bei «The Last Song» die Stimme kurz kratzt, ärgerts den Star ­ beim nächsten Song, «When Love Is Dying» ist wieder alles in Ordnung und Elton John zufrieden. Über vier Jahrzehnte spielt der Grammy-Gewinner mittlerweile auf den größten Bühnen der Welt. Da reichen auch drei Stunden nicht, um mehr als eine kleine Auswahl seiner zahlreichen Hits zu spielen.

Ob «Your Song», «Rocket Man» oder «Nikita»: Zunächst gibt Elton John solo am Piano sein Bestes. Kein Lied wird routiniert gespielt, stattdessen scheint er sich bei jedem übertreffen zu wollen. Eineinhalb Stunden gibt es vor der schlichten aber stimmungsvollen Kulisse nur Elton John und sein Piano. Bei manch anderem Konzert wird nach 90 Minuten das letzte Lied angekündigt, in der O2 World beginnt da erst der zweite Teil. Gerade als so mancher beginnt, sich Gedanken um den angekündigten Ray Cooper zu machen, kommt dieser mit einem Paukenschlag auf die Bühne.

Gemeinsam machen sie schon seit den 70er Jahren Musik, Cooper wirkte in dieser Zeit an fast allen Alben Elton Johns mit, unterstützt ihn bei den Live-Aid-Konzerten. Eingespielt dürfte das Duo also sein. Doch was folgt, ist Genialität. Mit Trommelwirbeln, Paukenschlägen oder zurückhaltenden Klängen akzentuiert das ehemalige Mitglied von The Who das präzise Klavierspiel seines Freundes. Worte bedarf es hier nicht.

Mit «Funeral For A Friend», «Sorry Seems To Be The Hardest Word» und «Dont Let The Sun Go Down On Me» spielen sich beide in einen Rausch und haben sichtlich Spaß. Das reißt auch das Publikum mit, das für das einzige Deutschlandkonzert der Altstars aus der ganzen Bundesrepublik nach Hamburg gekommen ist. Alle Zurückhaltung ist vergessen, die Zuschauer drängen sich vor der Bühne.

Ein letztes kongeniales Zusammenspiel, ein Paukenschlag und eine Umarmung ­ dann ist der unvergessliche Konzertabend vorbei. Sichtlich gerührt kehrt Elton John nochmal zurück auf die Bühne. Er schreibt minutenlang Autogramme und schwelgt in Erinnerungen: 1964 sei er zum ersten Mal in Hamburg gewesen, auf der Reeperbahn im «Top Ten Club». «Hamburg ist eine meiner Lieblingsstädte, danke für alles, was ihr für mich tut.» Dann setzt er sich an den Flügel und rundet mit dem emotionalen «Candle In The Wind» den Abend ab.

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