Justin Bieber
Justin Bieber in Toronto.

Justin Bieber in Toronto.

dpa

Justin Bieber in Toronto.

Toronto (dpa) - Es ist der zweite Polizeitermin binnen einer Woche: Popstar Justin Bieber (19) war am Mittwoch zwei Stunden zur Zeugenaussage bei der Polizei im kanadischen Toronto.

Es ist auch das vorerst letzte Kapitel in der langen Skandal-Geschichte aus dem Leben des Sängers. Sind diese Eskapaden Teil einer Marketingstrategie oder braucht Bieber tatsächlich Hilfe?

Der jüngste Gerichtstermin geht zurück auf eine mutmaßliche Handgreiflichkeit am 30. Dezember 2013. In Toronto soll Bieber damals den Fahrer einer Limousine geschlagen haben, teilte die Polizei am Mittwochabend (Ortszeit) mit. Wenige Stunden vor dieser Polizeimeldung soll sich Bieber selbst gestellt haben, sei unter Jubel und Handy-Blitzlichtgewitter der Fans in die Polizeistation marschiert und habe sich zwei Stunden vernehmen lassen, berichteten US-Medien. Er müsse nun wieder am 10. März vor einem Gericht erscheinen. «Unsere Position ist, dass Mr. Bieber unschuldig ist», teilte der Anwalt des Sängers, Brian Greenspan, dem kanadischen Sender CBC mit.

Die Besessenheit, mit der die US-Medien sich dem Schicksal des 19-Jährigen widmen, dauert also an. Der frühere YouTube-Star hat sich mit Hits wie «Believe» und mehreren Konzertfilmen längst zu einer der profitabelsten Teenie-Musikmarken der Welt entwickelt - Skandale wie das Pinkeln in einer Restaurantküche, Prügeleien und Drogenbesitz inklusive. Bereits vor einiger Zeit hatte das Wirtschaftsmagazin «Business Insider» über ihn und Kollegin Miley Cyrus geschrieben: «Beide versuchen offensichtlich, sich ein kantigeres Image zu verpassen, um sich den verändernden Anforderungen ihrer Zielgruppen anzupassen.»

Doch es mehren sich auch die Stimmen, dass es sich bei Biebers Eskapaden um ernsthafte Probleme handeln könnte. Viele Stars hätten eine Borderline-Persönlichkeit, sagte der Göttinger Psychiater Borwin Bandelow der Nachrichtenagentur dpa. «Diese ist zum Beispiel durch Drogenmissbrauch, Selbstverletzungen, illegales Verhalten, Alkoholmissbrauch und zu schnelles Fahren gekennzeichnet.»

Dafür spräche auch, dass am Donnerstag die Polizei Details zum illegalen Straßenrennen in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde. Demnach soll der Sänger bei seiner Festnahme unter dem Einfluss von Marihuana und Medikamenten gegen Angststörungen gestanden haben, berichtet der Sender CNN.

Vielen ist Bieber ohnehin zu viel: Jetzt hat der Teenie-Sänger auch noch eine offizielle Petition beim Weißen Haus am Hals. Wenn es nach den rund 185 000 Menschen geht, die bis Donnerstagmorgen (Ortszeit) diese Online-Petition unterzeichnet haben, soll Bieber gleich in Kanada bleiben. Sie fordern, ihn abzuschieben und ihm die Green Card abzunehmen. Das ist zwar nicht möglich, weil Bieber laut «USA Today» nur ein Künstler-Visum besitzt, aber dennoch ist das Weiße Haus nun angehalten, auf die Petition zu reagieren.

Dem Star selbst gelang es am Mittwoch aber dann doch, das Kerngeschäft in den Vordergrund zu stellen. Er empfahl seinen 49,2 Millionen Fans bei Twitter seinen neuen Videoclip. Darin steht der Sänger in einer dunklen Lagerhalle und umgarnt das Mädchen seiner Träume. Der Titel? «Confident» - «Selbstsicher».

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer