Magier-Rekordversuch
Doctor Marrax war nur einer der über hundert Magier in Tübingen. Foto: Jan-Philipp Strobel

Doctor Marrax war nur einer der über hundert Magier in Tübingen. Foto: Jan-Philipp Strobel

dpa

Doctor Marrax war nur einer der über hundert Magier in Tübingen. Foto: Jan-Philipp Strobel

Tübingen (dpa) - Schwebende Tische, sprechende Krawatten und ein Verkehrsminister, der mit einem Elektroauto auf die Bühne gezaubert wird: Mit Kunststücken im Minutentakt haben sich 106 Magier in Tübingen ins Guinness-Buch der Rekorde gezaubert.

Denn so viele Zauberkünstler in einer Show - das gab es noch nie. Bislang lag die offizielle Bestmarke bei 62. Doch dieser Rekord aus Italien hatte nicht einmal zwei Jahre Bestand, bis er am Sonntagabend in Baden-Württemberg überboten wurde.

106 Kunststücke in einer Show - für die Zauberer hieß das vor allem, dass sie schnell sein mussten. In einer rasanten Abfolge zeigten sie spektakuläre Kunststücke, die scheinbar allen Naturgesetzen widersprachen. Mal schwebten leuchtende Stäbe oder Tische über die Bühne, mal fiel unvermittelt eine kiloschwere Bowling-Kugel aus einem Zeichenblock. Tauben wurden weg-, Assistentinnen oder Hasen her gezaubert; Nägel verbogen sich ohne ersichtlichen Grund.

Der aus Stuttgart stammende Thomas Fröschle, alias «Topas», teilte sich in zwei Hälften. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) und Leichtathletik-Olympiasieger Dieter Baumann schwebten über die Bühne. Und auch klassische Karten- und Seiltricks oder «Tischzauberei» sorgten immer wieder für fragende Blicke, ungläubiges Staunen und Applaus unter den Zuschauern. «Je genauer sie hinsehen, desto weniger sehen sie», hatte der Präsident der Vereinigung «Magischer Zirkel», Eberhard Riese, prophezeit.

Die Illusionisten kamen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Spanien. Sie alle gehören - auch das war Bedingung für den Guinness-Rekord - zu einer magischen Vereinigung. Die größte Vereinigung ihrer Art ist in Deutschland der «Magische Zirkel» (MZvD) mit rund 2900 Mitgliedern. 1912 gegründet, feiert er in diesem Jahr sein 100-jähriges Jubiläum. Der runde Geburtstag war Anlass für die Rekordjagd in Tübingen.

Unter den Zauberern waren drei Weltmeister, zwei Vizeweltmeister, zwei WM-Dritte und zahlreiche weitere internationale Preisträger. Jeder von ihnen füllt mit seinen Tricks und Illusionen normalerweise ganze Abende. Doch in Tübingen ließ das strenge Reglement jedem nur 65 Sekunden Zeit. Viele Auftritte waren deshalb speziell für diesen Abend gestaltet und zusammengekürzt worden.

Und doch mussten die 370 Zuschauer im voll besetzten Landestheater Württemberg-Hohenzollern einige Kondition beweisen: Erst nach drei Stunden stand der Titel fest. Rekordrichterin Seyda Subasi-Gemici überreichte dem Moderator der Gala, Julius Frack, noch am Abend die offizielle Urkunde und bestätigte damit den Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde. Dort wird die Show in Zukunft unter der Rubrik «Die meisten Magier in einer Zaubergala» zu finden sein.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer