Stefan Raab sucht einen «Star für Baku». Foto: Henning Kaiser
Stefan Raab sucht einen «Star für Baku». Foto: Henning Kaiser

Stefan Raab sucht einen «Star für Baku». Foto: Henning Kaiser

Shelly Phillips aus Coburg gibt alles. Foto: Henning Kaiser

Roman Lob wurde als die Entdeckung des Abends gefeiert. Foto: Henning Kaiser

Leonie Burgmer hat die erste Runde überstanden. Foto: Henning Kaiser

Die Jury: Stefan Raab (l-r), Alina Süggeler und Thomas D. Foto: Henning Kaiser

Die Moderatoren: Sandra Rieß und Steven Gätjen. Foto: Henning Kaiser

Die Raabsche Blitztabelle. Foto: Henning Kaiser

Katja Petri überzeugte. Foto: Henning Kaiser

Céline Huber aus Lörrach hat die erste Ausscheidungsshow überstanden. Foto: Henning Kaiser

Jury-Präsident Thomas D sucht einen «Star für Baku». Foto: Henning Kaiser

dpa, Bild 1 von 10

Stefan Raab sucht einen «Star für Baku». Foto: Henning Kaiser

Köln (dpa) - Stefan Raab sucht eine neue Lena, und das könnte diesmal ein Mann werden. Vor Industriemechaniker Roman erhob sich die Jury von «Unser Star für Baku» sogar von den Stühlen. Doch die größte Entdeckung war nicht er - das war die Raabsche Blitztabelle.

Revolution im Casting-Staat: Beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest werden die Kandidaten erstmals durchgängig von den Fernsehzuschauern beurteilt. Eine Idee des Kölner Geschäftsmanns Stefan Raab (45).

Die Dauer-Bewertung in Form der links eingeblendeten Blitztabelle machte es am Donnerstagabend bei «Unser Star für Baku» auf ProSieben möglich, dass man zum Beispiel Kandidatin Katja Petri (24) binnen drei Minuten vom letzten Tabellenplatz auf die Spitzenposition durchstarten sah. Man muss es dem Herrn Raab einfach lassen: gute Idee, die Tabelle. Und ein noch besseres Geschäft, denn schließlich muss man jeden Anruf mit 50 Cent recht teuer bezahlen.

Auch mit der Wahl des neuen Jury-Präsidenten Thomas D (43) bewies Raab eine glückliche Hand. In Outfit und Habitus ungefähr das Gegenteil von «Superstar»-Oberjuror Dieter Bohlen, überraschte der freundliche Musiker doch mit teilweise recht bissigen Kommentaren. Dem Kellner Jan Verweij (21) aus Mönchengladbach gab er mit auf den Weg: «Wenn man diesen Song singt, dann braucht man Eier, die nicht in die Hose passen.» Salih Özcan (23) aus Nürnberg wurde nach einem verzappelten Auftritt mit dem Reim verabschiedet: «Der D bedankt sich, doch ich fürchte: Es langt nich.»

Zweitjurorin ist Frida-Gold-Sängerin Alina Süggeler (26), von der vor allem das merkwürdige Outfit aus grauer Jogginghose mit Stöckelschuhen in Erinnerung bleibt. Auf dem dritten Richterstuhl sitzt der unvermeidliche Herr Raab. Ursprünglich hatte es geheißen, er wolle sich nach seinen Lena-Erfolgen aus der Eurovisionsgeschichte zurückziehen, aber nun ist er doch wieder da, lächelt gewohnt zahnlastig, bezwingt aber recht überzeugend seinen inneren Dämon, sich in den Vordergrund zu spielen.

Von den zehn Kandidaten kamen am Ende fünf weiter: Shelly Phillips (20) aus dem fränkischen Coburg, Roman Lob (21) aus Neustadt (Wied) in Rheinland-Pfalz, Céline Huber (21) aus Lörrach in Baden-Württemberg, Leonie Burgmer (21) aus Essen und Katja Petri (24) aus Berlin. Der schöne Roman, ein Industriemechaniker mit Brust-Tattoo unterm Holzfällerhemd, wurde von Jury und Studiopublikum als Entdeckung des Abends gefeiert (obwohl er vor fünf Jahren schon mal bei DSDS war). Die Jury erhob sich für ihn und klatschte begeistert Beifall. Raab konstatierte eine besondere Fähigkeit, «Vokale zu formen und phonetische Elemente auf den Höhepunkt zu treiben». Die neue Lena - ein Mann?

Apropos Lena: Sie erschien in der Sendung nur ganz zu Anfang in einer Konserven-Rückschau, schien aber in Gestalt einiger Kandidatinnen reinkarniert. Bei Twitter mehrten sich im Laufe des Abends die Klagen über Lena-Klone, wobei auch Moderatorin Sandra Rieß (25) nicht ausgenommen wurde.

Am Ende setzte sich gar nicht Roman an die Spitze, sondern Shelly (Thomas D: «A star is born»). Die letzten Voting-Minuten waren recht unübersichtlich, da vor allem Raab und Thomas D das Stimmvieh draußen im Lande durch Zurufe wie «Vergesst mir die Leonie nicht!» oder «Denkt an den Roman» zu beeinflussen suchten. Fällt das noch unter das Recht auf freie Meinungsäußerung oder ist das schon Trickserei? Die Rangliste verschob sich jedenfalls sekündlich.

Schwitzen, Tricksen, Blitzen: Die Frage ist, ob sich das auf insgesamt acht Sendungen (bei ProSieben und der ARD) auswalzen lässt, zumal, wenn dabei noch wie am Donnerstag kräftig überzogen wird. Die Auftaktsendung hatte zwar solide 2,44 Millionen Zuschauer - in etwa so viele wie beim Start der Grand-Prix-Castingshows 2010 und 2011. Aber die Konkurrenz von «Deutschland sucht den Superstar» und «The Voice of Germany» liegt da deutlich besser.

Am 16. Februar soll dann feststehen, wer Deutschland im Mai beim Grand Prix vertritt. Eines ist sicher: Wir werden nie mehr vergessen, wie die Hauptstadt von Aserbaidschan heißt.

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